| Vorwort
Liebe
Leserinnen und Leser,
das Jahr ist fast vorbei, es hat leider nicht nur Freude gebracht sondern
auch viele Sorgen.
Nicht nur die Weltpolitik wirkt bedrohlich und verändert sich rasant,
auch bei uns zu Hause spüren wir große Veränderungen
und manche von uns trifft es hartz... ähh, hart. Ja, nicht wenige
haben ihre Arbeit verloren rechnen in der nächsten Zeit damit oder
sind sogar schon eine ganze Weile betroffen. Es scheint, als müssten
wir uns auf eine längere Dürreperiode einstellen.
Arbeit? Nicht immer geliebt, nur wenige haben einen "Traumjob"
oder erleben ihren Beruf als Berufung, doch sie sichert die Existenz
und ist uns kostbar.
Sind
Verluste nicht auch eine Zeit, in der wir uns auf Dinge besinnen, für
die sonst nie Raum war? Nicht nur Advents- und Weihnachtszeit verführen
zu besinnlichen Betrachtungen, auch der Zerfall einer Ordnung lässt
uns Nachdenken über sogenannte Werte, die es noch lohnen, sich
mit ihnen auseinanderzusetzen. Vielleicht fragen wir auch, wer sie mit
uns teilt und stellen fest, dass uns über Kulturen und Religionen
hinweg mehr verbindet als trennt.
Zeiten
des entstehenden oder vermeintlichen Vakuums, der tatsächlichen
oder vermeintlichen Bedrohungen werden als tiefe Krisen empfunden. In
offiziellen/politischen Kreisen denkt man gerade wieder über eine
"Leitkultur" nach, als könnten Werte verordnet werden.
In unserem kleinen Lebensraum, dem Mikrokosmos eines Stadtteils, der
alltäglich und näher dran ist, machen sich auch verschiedene
Menschen Gedanken über Ursachen von Problemen und über Möglichkeiten,
sie beim Schopfe zu packen und konstruktiv damit umzugehen.
Krisen
können auch positive Veränderungen mit sich bringen - wenn
wir uns genauer umschauen, sehen wir sogar bereits ein paar Beispiele:
Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner rücken zusammen, treffen sich,
um Gemeinschaftsprojekte zu realisieren, Begriffe wie Nachbarschaftshilfe
und Netzwerke spielen immer öfter eine Rolle.
Unsere kleine BaSta-Redaktion versucht, ein wenig
darüber zu informieren und zur Teilnahme zu ermutigen - machmal
wäre es nur ein kleiner Schritt, einfach hinzugehen, wo solche
Leute sich treffen oder selbst eine Idee zu entwickeln und zu fragen:
wer macht mit?
In
diesem Sinne wünschen wir uns und Ihnen allen: weiter so, ein Anfang
ist gemacht, die guten Ideen sollen sprießen und sich vermehren.
Wir helfen gern, sie zu verbreiten, schreiben Sie uns, damit wir berichten
können!
Ihnen allen ein frohes und besinnliches Fest, gleich, unter welchen
Vorzeichen Sie es feiern, und ein erfolgreiches neues Jahr, das zum
Frieden in der Welt beitragen möge.
Ihr BaSta-Redaktionsteam
Kurzmeldungen
aus dem Stadtteil
Zentrale von SAGA und GWG ist fertig
Die Mitarbeiter-Innen der SAGA und GWG haben ihre neuen Büros bezogen:
nach zweijähriger Bauphase sind die Gebäude am Osterbekkanal
zwischen Pop-penhusenstraße und Maurienstraße nun fertig.
Der gemeinsame Unternehmensverbund der beiden Wohnungsgesellschaften
hat rund 33 Millionen Euro in die beiden Neubauten mit einer Gesamtbürofläche
von 14 500 Quadratmetern investiert.
Die neue Anschrift:
Poppenhusenstraße 2, 22305 Hamburg
Telefon: 426 66 -0 und Fax: 426 66 -66 05

WichtigerTermin
Alle Menschen, die sozialhilfeberechtigt und vielleicht nicht ausreichend
informiert sind, seien daran erinnert: nur noch in diesem Jahr können
Sie die sogenannten einmaligen Hilfen beantragen für sich oder
Ihre Kinder - mit Hartz IV entfallen diese Leistungen.
Wenn also die Waschmaschine kaputt, der Wintermantel zu klein geworden
ist, ein Kind bald eingeschult wird oder ein größeres Bett
braucht: bis Ende Dezember ist Gelegenheit. Danach erwartet man künftig
von Sozialhilfeempfängern, dass die leichte Erhöhung der monatlichen
Zuwendungen für Sonderausgaben zurückgelegt wird.

Veränderungen
im EKZ
Das Gesicht des EKZ an der Hamburger Straße wird sich verändern,
die Planer setzen auf Investition. 45 Millionen soll die Umgestaltung
des 600 Meter langen, größten Hamburger Einkaufszentrums
kosten. Architekten haben eine Vision von einer "Stadt in der Stadt",
schöner und attraktiver als je zuvor, ein richtiges Einkaufserlebnis
wird versprochen, "Highlights", die zum Kaufen und Verweilen
animieren sollen wie Märkte, Restaurants, Ruhezonen, Veranstaltungsbereiche
und Esplanaden zum Flanieren.
Ein
weiteres langjährig ansässiges Warenhaus wird zuvor noch schließen:
P&C, deren Fläche anders genutzt werden soll. Die bisherige
Innenpassage soll verlängert werden bis zum ehemaligen Möbelhaus
von Karstadt, das bereits Anfang des Jahres 2004 seine Flächen
geräumt hat. Hier sollen sich ein Verbrauchermarkt und ein Tech-nikmarkt
ansiedeln. Die noch vorhanden Türme sollen verschwinden und durch
Tore ersetzt werden: Ecke Adolph-Schönfelder-Straße ein "Barmbeker
Tor", an der Mundsburg ein "Winterhuder Tor", dass sich
aber eigentlich nach Uhlenhorst öffnet.
Sechs
Grundeigentümer haben auf einer Gesellschafter-Versammlung die
Zukunft des EKZ besiegelt; Architekt Heine, der gerade das Alsterhaus
umbaut, hat neben anderen Wettbewerblern das Rennen gemacht, weil sein
Konzept am kostengünstigsten war. Nun ja, 45 Millionen müssen
auch erstmal investiert werden, doch ein anderer Entwurf wäre quasi
einem Neubau in dreistelliger Millionenhöhe gleichgekommen und
hanseatische Kaufleute können rechnen.

Theater
Noch bis zum 19. Dezember gastiert das Theater im Sternenzelt mit seinem
Familien-Musical "Sinbad der Seefahrer" an der Hamburger Straße,
gleich hinter der Fußgängerbrücke zum Einkaufszentrum
auf der Wiese des Parks zwischen Adolph-Schönfelder- und Elsastraße.

Damals
war's...
Mit Hilfe des Verfügungsfonds hat der Quartiersbeirat eine Dauerausstellung
gestiftet: ab 2005 finden Sie im AWO-Raum im Kulturhaus Dehnhaide eine
Sammlung von Bildern des Alten Barmbek aus der Zeit vor den Weltkriegen,
zusammengestellt von der Geschichtswerkstatt Barmbek.
Auf
einer Veranstaltung im Frühjahr (Termin wird im Programm des Kulturhauses
bekanntgegeben) wird Herr Thiele von der Geschichtswerkstatt zu den
Bildern etwas erzählen, Sie können Fragen stellen oder selbst
etwas dazu beitragen, wenn Sie sich an "Barmbek - Damals"
noch erinnern.
Das
obige Bild wird auch dabei sein: Blick von der Vogelweide in die Wohldorfer
und Hansdorfer Straße, im Hintergrund die von-Essen-Straße.
Es wurde ca. 1910 aufgenommen, alle abgebildeten Häuser wurden
in den Kriegsjahren zerstört. Etwa auf dem Standort des dargestellten
Eckgebäudes (rechts) befindet sich heute die Kreuzkirche.

Trockendock
fast fertig!
BaSta wollte es wissen und besuchte die Baustelle.
Das neue Gebäude an der Elsastraße 41 mit seinen hellen Farben
in warmen Gelb- und Orangetönen wirkt einladend freundlich, es
soll, wie versprochen, im Januar bezugsfertig sein und der Verein Trockendock
kann in den Veranstaltungs- und Gruppenräumen seine Arbeit fortsetzen.
Das Barmbeker Jugendzentrum "Trockendock", das wöchentlich
bis zu 450 Besucher hat, Suchtprävention betreibt und Proberäume
für fast 40 Bands bietet, musste seine Räume in der Spohrstraße
2003 zugunsten der Erweiterung des Bürokomplexes "Alstercity"
räumen und vorübergehend auf Standorte in Dulsberg und Eimsbüttel
ausweichen.
Als das Brot
noch lebte....
Urlaub auf dem Bauernhof mit Folgen
Meine Tochter war ein Fleisch fressender Sprössling. Egal ob Schwein,
Rind, Lamm, Geflügel oder Kaninchen - wenn es Mittag gab, waren
die zerschnittenen Fleischstückchen - obwohl gut unter den kohlehydrat-
und vitaminreichen Beilagen versteckt - immer zuerst verschwunden. Fein
säuberlich aussortiert lagen Kartoffeln und Gemüse wie Blei
auf Claras Teller oder finden nur bei großem Hunger den Weg in
ihren Magen. Diese Situation änderte sich allerdings schlagartig,
als wir der Großstadt den Rücken kehrten und in die Ferien
auf einen Bauernhof fuhren.
"Ach
wie süß, das kleine Flauschknäuel ", rief Clara
entzückt aus, als ein Lamm an uns vorüber stakste. Sie nannte
das Lamm Flocki und streichelte es jeden Tag, durfte ihm sogar die Milchflasche
geben. Auch die anderen Bauernhofbewohner schloss sie spontan in ihr
Herz - vor allem Fohlen und Küken.
Am
dritten Tag unseres Aufenthaltes wurde sie nachdenklich und wollte wissen,
warum so viele Tiere auf dem Bauernhof leben. Ich entschied mich für
die Wahrheit: "Sie werden hier gefüttert, großgezogen
und anschließend geschlachtet." Und erbarmungslos fügte
ich hinzu: "Damit du etwas zu essen hast. " Meine Vierjährige
bekam Tränen in die Augen: "Nein, die esse ich nicht, niemals."
Fortan betrachtete sie ihr Mittag mit ganz anderen Augen: Wenn ich ein
Steak servierte, fragte sie ängstlich: "War das auch mal ein
Flocki?"
Übrigens war ihre Ess-Zurückhaltung gegenüber dem lieben
Vieh sehr selektiv - auf ihre Spaghetti mit Hackfleisch und Tomaten
mochte Clara nach wie vor nicht verzichten. Aber das gemeine Hausschwein
stand ja nie ganz oben auf ihrer Kuscheltierskala, und außerdem
ist es in der roten Soße auch gut getarnt.
Ich versuchte die Tier-Lektion auch auf andere Naturerscheinungen auszudehnen.
Als Clara einen Ast vom Strauch rupfen wollte, rügte ich sie: "Nicht
abreißen, das ist eine Pflanze, und Pflanzen sind schließlich
auch Lebewesen!" Erschrocken ließ meine sensibilisierte Tochter
den Zweig zurück schnappen und sammelte nur noch vertrocknete Ruten
vom Waldboden auf.
Unser
Ferien- Bauer hatte auch Felder mit verschiedenen Getreide-Sorten. Auf
ausgedehnten Spaziergängen erklärte ich Clara, wie und wofür
man Weizen, Hafer und Roggen verarbeitet. Sie nahm es schweigend bis
gelangweilt hin.
Dachte ich. Bis wir wieder zu Hause waren. Beim Abendbrot blieb ihr
plötzlich der Bissen Brot - übrigens mit Käse belegt
! - im Halse stecken. Würgend brachte sie hervor: "Hat das
Brot auch mal gelebt?"
Claudia Falk
Schöner
Nisten rund ums Museum der Arbeit
Das Gebiet um den Barmbeker Bahnhof könnte sich zur bevorzugten
Wohnlage für Stadtvögel mausern: Auf dem Dach des Museums
der Arbeit sollen in Zukunft Falken nisten.
Gesichert mit Klettergurten und Seilen montierten zwei Mitarbeiter der
benachbarten Firma Globetrotter-Ausrüstung einen Falkennistkasten
auf der "Neuen Fabrik".
Der rund zehn Kilo schwere Kasten ist aus Pflanzenfaserbeton und farblich
an das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen New-York-Hamburger
Gummiwaaren-Compagnie angepasst.
Die Aktion wurde von Globetrotter gesponsort und vom Naturschutzbund
NABU in Hamburg begleitet. Globetrotter hatte bereits sein 2003 eröffnetes
neues Gebäude mit 99 Nistkästen für Fledermäuse,
Sperlinge, Meisen und Mauersegler versehen.
Turmfalken
sind Nischenbrüter, erklärt Diplom-Biologe Sven Baumung vom
NABU Hamburg. Nachdem sie in den letzten Jahren rund die Hälfte
ihres Verbreitungsgebiets in Hamburg eingebüßt haben, helfen
Nistkästen ihnen bei der Rückkehr in die Stadt. Außerdem
brauchen die Falken Freiflächen wie den Museumshof oder den nahen
Stadtpark, um Mäuse, ihre bevorzugte Nahrung, zu jagen. Dem Museum
der Arbeit sollen die neuen Bewohner helfen, Tauben vom Gebäude
fernzuhalten: Zwar jagen Turmfalken allenfalls kranke Tauben, doch allein
ihre Silhouette am Himmel wird diese verschrecken und die Verschmutzungen
und Schäden am Gebäude reduzieren helfen.
Schon im Herbst, so Baumung, halten junge Falken nach Nistplätzen
fürs nächste Frühjahr Ausschau. Mit etwas Glück
sind am Museum der Arbeit im nächsten Frühjahr 3-4 junge Falken
zu erwarten.
Das
Timing wäre jedenfalls perfekt: Im März startet im Museum
eine neue Sonderausstellung zum Thema "Stadt Natur", in der
es um das Verhältnis von Stadtmenschen zu Natur und Grün gehen
wird - und auch um Tiere, die sich in der Großstadt einrichten.
Infos: www.museum-der-arbeit.de
BARMBINI - die
Kinderseite
Der kleine Seestern
Es
war einmal ein kleiner Seestern. Er lebte in einem Schiffswrack mitten
im Ozean.
Der
kleine Seestern hatte einen geheimen Wunsch: immer wenn er schlafen
wollte, lag er auf dem Schiffsdeck und schaute nach oben. Da sah er
immer die Himmelssterne und er wünschte sich: "Ach wär'
ich doch auch so ein schöner Himmelsstern, ich würde leuchten
und oben im Himmel sein!"
Eines
nachts sah der kleine Seestern eine Sternschnuppe und weil er wusste,
dass wenn man eine Sternschnuppe sieht, man sich etwas wünschen
darf, tat er das dann auch. Er wünschte sich ganz fest, dass er
ein Himmelsstern würde. Danach war er so müde, dass er einschlief.
Am
nächsten Morgen, als er aufwachte, war er noch ganz schläfrig.
Er wunderte sich: eigentlich war das nie so, na ja, dachte er, vielleicht
ist es gestern Abend ein bisschen spät geworden.
Auf einmal passierte es: er guckte nach unten und sah die ganze Welt
auf einmal.
Da wusste er, was passiert war. Er war in der Nacht ein Himmelsstern
geworden, darum war er auch so müde, denn Himmelssterne schlafen
tagsüber und leuchten nachts.
Schnell drehte er sich um und schlief ganz schnell weiter, um am nächsten
Abend ganz doll zu funkeln und zu leuchten.
Der
kleine Seestern, der jetzt ein Himmelsstern war, gewöhnte sich
schnell an den neuen Takt. Nach einem Jahr sagte unser Himmelsstern
zu den anderen Sternen: "Jetzt will ich auch mal eine Sternschnuppe
sein. Es war schön bei euch."
Dann
sprang er und fiel und fiel und fiel immer weiter, immer schneller und
auf einmal machte es "platsch" und er fiel in den Ozean immer
tiefer, bis es auf einmal "rums" machte.
Da lag der kleine Himmelsstern wieder auf seinem alten Schiffswrack
und wurde wieder ein Seestern!
Autorin Alina Steinborn, noch 10 Jahre

Ein
ganz einmaliges Geschenkbuch
Zu Weihnachten werde ich Bücher verschenken!
Aber keine aus dem Buchladen, ich werde sie nämlich selber basteln.
Habt ihr Lust, mitzumachen?
Zuerst müssen wir natürlich wissen, was das Buch enthalten
soll: eine Geschichte, Bilder, ein Märchen oder Gedichte?
Die schreibe ich auf schönes Papier, dazu klebe ich passende Bilder
oder zeichne selber welche. Einer Freundin schreibe ich tolle Salatrezepte
ab, weil sie nämlich gern endlich dünner werden möchte
und viiiel zu viele süße Sachen isst - sie weiß einfach
nicht, wie leicht es ist, leckere und gesunde Salate zuzubereiten....
Sind
die Seiten fertig, muss eine schöne Buchhülle her, natürlich
passend zum Inhalt.
Ich habe einige farbige oder helle Kartons zur Auswahl, aber auch
Tonpapier oder - sehr edel - festes Büttenpapier ist geeignet.
Im Papiergeschäft gibt es große Auswahl, doch auch einfacher
Karton reicht aus, denn ich will ja selbst kreativ sein.
Passend
zu meinen beschriebenen Seiten wird eine Rückseite zugeschnitten
und ein Deckblatt, das ich dekorieren will: ich kann es bemalen
oder bekleben oder Motive herausschneiden. |
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Zum
Schluss lege ich alle Innenblätter passgenau zwischen die Deckblätter
und loche sie auf einer Seite mit einem Locher. Ein schönes Band
wird hindurch gezogen, eine Schleife gebunden und das Buch ist fertig!
Viel Spaß dabei wünscht euch eure Bastelhexe 
Spannende
KUNST
(nicht nur für Kinder)
Die
ASS (Adolf-Schönfelder-Schule) im Quartier Dehnhaide ist eine kunstbegeisterte
und kunstbegeisternde Schule.
Sie hat eine eigene Galerie, die intensiv und jeden Tag von Kindern,
Eltern und Lehrern besucht und genutzt wird. Die Galerie hat ihren Ort
in der Pausen- und Eingangshalle. Dort werden nicht nur Werke ausgestellt,
es finden auch richtige Wettbewerbe statt.
Von
einem möchte ich nun genauer berichten:
Wir besuchten im Sommer die Moma-Ausstellung in Berlin. Meine Tochter
Lisann (Schülerin in der Klasse 2b) ging zielstrebig auf die Bilder
von Paul Klee zu und schaute sie interessiert an. Sie kannte sie aus
der Schule. Dort war ein Kunstwettbewerb veranstaltet worden und alle
Schülerinnen hatten sich daran beteiligt. Dieser Wettbewerb fand
in der Pausenhalle in der Zeisigstrasse statt.
Die Kunstlehrerin Frau Schneider hatte zusammen mit den vierten Klassen
zum Maler Paul Klee gearbeitet. Die Kinder hatten dafür Kunstpostkarten
von Klee originalgetreu kopiert
Diese
Bilder der Kinder und die Originale wurden in der Pausenhalle ausgehängt.
Die Aufgabe bestand nun darin alle Bilder zu betrachten und dann die
Fälschungen den Postkarten-Originalen zuordnen. Auf einer Liste
werden diese notiert und zur Auswertung im Sekretariat abgegeben. Diejenigen,
denen es gelang die meisten Übereinstimmungen herauszufinden, gewannen
attraktive Preise. Es war ein großer Ansporn bei den Kindern da,
denn der Hauptpreis war eine Kamera.
Bei den Kindern wurde noch darüber hinaus erreicht, dass sie in
eine Auseinandersetzung mit der Kunst gekommen sind. So macht den Kindern
die Kunst Spaß und spornt sie an, sich die Bilder genau und detailliert
anzusehen. Auf diesem Weg setzen sich spielerisch und unbefangen damit
auseinander. Durch den Vergleich kommen sie mit anderen ins Gespräch
und erleben ganz nebenbei, wie vielfältig ein Bild wirken kann.
Ganz
aktuell läuft wieder ein neuer Wettbewerb. Dabei geht es um die
Vielfältigkeit von Materialien und Möglichkeiten.
Dafür wurden von der Klasse drei aus den unterschiedlichsten Materialien
Pinsel erstellt und damit dann Abdrücke gemacht. Es sind "Pinsel"
aus Schwämmen, alten Glühbirnen, aus Watte, aus Stroh. Im
Wettbewerb geht es darum, zu erkennen, mit welchen Pinseln welche Bilder
und Formen entstehen.
Auch
diese Idee hat mich sehr fasziniert. Der Schule gelingt es, einen spannenden
Kunstunterricht über die Stundentafel hinaus zu machen. Es ist
nicht der langweilige Kunstunterricht alter Tage, sondern ein ganzheitlicher
Ansatz, der alle Kinder auf verschiedenen Ebenen anspricht. Die Phantasie
ist gefragt und gleichzeitig erleben die Kinder an praktischen Beispielen,
was man mit Materialien alles machen und mit kreativem Elan neu erschaffen
kann.
Das
ist eine Art Schule, wie ich sie mir vorstelle für mein Kind -
eine Schule, die Spaß macht, die neugierig macht und in die ich
jeden Tag mit Spannung gehe!
Petra Steinborn, Mutter
Stadtteilgenossenschaften
stellen sich vor
Am Freitag, d. 28. Januar ab 18.00 Uhr findet im Kulturhaus Dehnhaide
eine interessante Veranstaltung statt: Vertreter und Vertreterinnen
zweier Stadtteilgenossenschaften aus Berlin und Hamburg werden von ihrer
Arbeit und ihren Zielen erzählen, Fragen beantworten, neue Wege
aufzeigen. Eine Idee auch für Barmbek Süd? Nach den Vorträgen
wissen wir mehr!
Berlin
Wedding
Am 18.10.2000 wurde von 37 Bewohnern, Arbeitslosen und Vertretern aus
Organisationen die Stadtteilgenossenschaft Wedding für wohnortnahe
Dienstleistungen e.G. gegründet. Die Gründungsmitglieder wollten
sich nicht mehr abfinden mit der hohen Dauerarbeitslosigkeit im Ortsteil
Wedding (seit Jahren um die 20%) und der wirtschaftlichen und sozialen
Abwärtsspirale in ihrem Quartier. Mit der Unternehmensgründung
wollten sie neue wirtschaftliche Perspektiven entwickeln und zugleich
den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil verbessern.
Für
das soziale Unternehmen wurde die Rechtsform einer Genossenschaft gewählt,
da diese auf den Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung
aufbaut, wodurch soziale und wirtschaftliche Probleme der Betroffenen
bewältigt werden sollen. Der soziale oder gemeinnützige Charakter
der Stadtteilgenossenschaft ist in der Satzung verankert, in der festgelegt
wurde, dass Bilanzüberschüsse nicht an die Mitglieder ausgeschüttet
werden, sondern als Rücklage im Unternehmen verbleiben und zum
Aufbau neuer Geschäftsbereiche oder Projekte genutzt werden können.
Ziele
Die Stadtteilgenossenschaft Wedding verfolgt wirtschaftliche und soziale
Zielsetzungen. Gegenstand der Stadtteilgenossenschaft ist
- die
wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder durch
gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb
- die
Entwicklung und Durchführung insbesondere von beschäftigungswirksamen
sozialen, kulturellen und ökologischen Projekten und Dienstleistungen
- die
Förderung des lokalen Gewerbes
- das
Schaffen individuell angepasster Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose
und
- die
Verbesserung der Lebensqualität und des interkulturellen Zusammenlebens
im Stadtteil.
Mitgliedergruppen
Die Stadtteilgenossenschaft Wedding ermöglicht die Beteiligung
unterschiedlicher Gruppen im Stadtteil wie Bewohner, Arbeitslose,
vorhandene Wirtschaftsbetriebe und Institutionen oder Einrichtungen,
individuelle Existenzgründer und gemeinnützige Organisationen
und die Verknüpfung der jeweils spezifischen Interessen sowie
gegenseitige Förderung und Stärkung.
Hamburg
Lurup
Lurup hat viele Arbeitslose und keinen guten Ruf. Engagierte Bürger
wollen das jetzt ändern und haben "LuSt" gegründet
- die erste Stadtteilgenossenschaft Hamburgs.
Wie
das Quartier Dehnhaide in Barmbek Süd ist ein Teil Lurups Stadtteilentwicklungsgebiet,
in dem die öffentliche Förderung für Projekte in absehbarer
Zeit ausläuft. Parallel zum Quartiersmanagement haben engagierte
BürgerInnen sich die Frage gestellt, wie es anschließend
weitergehen kann, denn mit Wegfall der Zuschüsse sind viele Probleme
noch lange nicht gelöst. Die Entwicklung soll auch anschließend
weitergehen und dazu werden Strukturen gebraucht, die eine weitere Zusammenarbeit
ermöglichen.
"Lurup
braucht Orte der Begegnung, mehr Kulturangebote, Arbeit für die
Menschen, bezahlbaren Wohnraum und ein besseres Image", formuliert
eine der Initiatorinnen das Fernziel.
Gemeinsam wurde überlegt, wie diese Pläne am besten verwirklicht
werden könnten. 2003 entstand die Idee, eine Genossenschaft zu
gründen, einige hatten bereits Erfahrung als Mitgründer einer
Wohnungsgenossenschaft für ein größeres Wohnprojekt.
Aber
eine Stadtteil- oder Sozialgenossenschaft?
Man sah sich um, erfuhr auch von dem Berliner Projekt, nahm Kontakte
auf und ließ sich umfassend beraten. Ein genossenschaftlicher
Prüfverband gab Hilfestellung, vieles ist zu bedenken.
Eine Genossenschaft braucht Gründungsmitglieder, einen Vorstand,
evtl. einen Aufsichtsrat, muss ein klares Konzept entwickeln, weil es
ja auch um wirtschaftliche Betätigung und mögliche Steuervorteile
geht. Der Verband prüft, zunächst ist eine Genossenschaft
"i.G.", das heißt: in Gründung. Nach erfolgten
Prüfungen wird sie eine "e.G.", eine eingetragene Genossenschaft.
Dieses Ziel ist seit März 2004 erreicht.
Zukunftspläne
Stadtteilgenossenschaft heißt für die Luruper:
- ein
Zentrum für den Stadtteil und Orte der Begegung wie Entwicklung
schaffen
- sinnvollen
Broterwerb ermöglichen, auch in Form einer guten Kombination
von bezahlter und ehrenamtlicher Arbeit in Verbindung mit vorhandenen
Stadtteilressourcen
- ein
Netzwerk kleiner Unternehmen aufbauen und eine Lurup-Werbegemeinschaft
- Kultur,
Anregung, Schönheit und Ausgleich vor der Haustür, von-
und miteinander lernen.

Das
Genossenschaftsprinzip
Genossenschaften
sind zunächst einmal Wirtschaftsgemeinschaften. Es soll durchaus
Gewinn erwirtschaftet werden, doch allein die Mitglieder entscheiden
über dessen Verwendung, niemand sonst. Sie entscheiden auch über
Besetzung der Gremien und haben jedes Recht einer demokratischen Kontrolle
über alle erfolgten Maßnahmen.
Genossenschaften basieren auf dem demokratischen Prinzip, dass jedes
Mitglied stimmberechtigt ist, aber nur eine Stimme hat - egal, wie zahlreich
die erworbenen Anteile sind.
Die
Höhe der Genossenschaftsanteile wird in einer Satzung festgelegt.
In Stadtteilgenossenschaften, die ein breites Spektrum von Bewohnern
erreichen wollen, ist der Anteil eher gering, in Lurup beträgt
er z.B. 150 Euro pro Mitglied.
Eine Genossenschaft ist eine Fördergesellschaft, d.h. sie dient
dem Zweck, zum Nutzen der Mitglieder tätig zu sein. Es geht nicht
um Gewinnmaximierung wie in Kapitalgesellschaften, sondern um ein Maximum
an Förderung der einzelnen Mitglieder.
Weitere
wichtige Merkmale sind das Gemeinschaftsprinzip und das Prinzip der
Hilfe zur Selbsthilfe, Mit- und Selbstverantwortung sowie Selbstverwaltung.
Aktive Teilhabe kann identitätsstiftend sein, ein Ziel, dass gerade
in Zeiten sich anbahnender sozialer Nöte nicht zu unterschätzen
ist.
Historisch gesehen haben Genossenschaften besonders in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten ihre wichtigen Rollen gespielt. ed
Wohnprojektetag
im Kulturhaus
Am Sonnabend den 29. Januar haben alle Wohnprojekte und Baugemeinschaften,
die sich um ein Grundstück auf dem zur Bebauung vorgesehenen Gelände
des AK Eilbek bewerben, Gelegenheit, ihre Projekte im Rahmen einer Ausstellung
zu präsentieren. Stadtteilbewohner/innen erhalten Einblick in die
Kosten und Konzepte und können Kontakte knüpfen, um sich bei
Interesse an den Gruppen zu beteiligen.
Vorgesehen sind Eigentums- und Genossenschaftsprojekte für junge
und ältere Menschen.
Die
Ausstellung ist geöffnet von 15.00-18.00 Uhr.
Quo vadis - Barmbek
Süd
Eine Betrachtung aufgrund der geplanten Schließung des Gymnasiums
Uhlenhorst-Barmbek.
Über vierzig Jahre nun schon wohne und lebe ich in diesem Stadtteil
und dies sehr gerne.
Es gehört nicht zu den Szenevierteln, wo alle naselang Läden,
Besitzer und Anwohner wechseln, weil es trendig ist. Nein, hier herrschen
Konstanz und eine gewisse Beschaulichkeit. Seit Ewigkeiten kauft man
Brötchen bei Daube oder Hönig, tanzt im Big Apple, trinkt
Bier im Tobac oder lässt sich bei Frau Stubbe in der Wohldorfer
Strasse die Haare schneiden. Trotz dieses fast dörflichen Charakters
gibt es hier jedoch die Weltoffenheit und Akzeptanz, die eine "Weltstadt"
wie Hamburg ausmacht. Jeder kann nach seiner Fasson glücklich werden.
Doch
seit geraumer Zeit entwickeln sich Dinge, die Sorge bereiten. Der Niedergang
des Einkaufzentrums Hamburger Strasse und der Weggang vieler Geschäfte
auch im Umkreis und somit ein etwas beklemmendes Gefühl, dass die
schlechte wirtschaftliche Lage Deutschlands sich so direkt im eigenen
Umkreis sichtbar widerspiegelt.
Die Schließung und der geplante Abriss der Heiligen-Geist- Kirche
an der Hufnerstrasse ist aufgrund der demoskopischen Entwicklung der
Bevölkerung und der extrem hohen Sanierungskosten wohl nicht anders
zu machen. Obwohl ich mich noch nicht mit dem Gedanken anfreunden kann,
diesen Kirchturm eines Tages nicht mehr zu sehen.
Und nun die geplante Schließung des GUB. Dieses gilt es etwas
genauer zu betrachten.
Kurz
die Hintergründe:
Anfang November hat die Behörde für Bildung und Sport einen
Referentenentwurf zur Schulentwicklungsplanung vorgestellt.
Für
den Bezirk Hamburg Nord - N3 wurde darin die Notwendigkeit von nur 2
Gymnasien statt 3 festgestellt. Das GUB soll geschlossen und die Schüler
auf die umliegenden 2 Gymnasien verteilt werden. Das Hauptargument der
Behörde gegen das GUB ist dabei der hohe Sanierungsbedarf, der
nach Schätzungen der Behörde bei 3 Mio. Euro liegt. Es gibt
eine Vielzahl von Sach- und Finanzargumenten, die für den Erhalt
des Standortes sprechen, z.B. gibt es für die ca. 600 Schüler
des GUB gar keinen Platz in den umliegenden Gymnasien, das GUB ist eine
von zwei Hamburger Medien Pilotschulen mit einer entsprechenden vernetzten
PC Infrastruktur, am GUB existiert die älteste und größte
Schulschachgruppe Deutschlands, die und das ist einmalig, sich selbst
organisiert.
Doch
was hat dies mit dem Stadtteil zu tun?
Über viele Jahre ist es zu einer Symbiose von Stadtteil und Schule
gekommen. Mit dem hier herrschenden Geist ist ein beispielhaftes und
integratives Miteinander deutscher und ausländischer Mitschülerinnen
und -schüler entstanden, was es so selten gibt, sowie eine starke
Identifikation der Eltern und Schüler mit "Ihrer Schule".
Daraus resultierend ein großes soziales Engagement der Schülerinnen
und Schüler, welches sich durch die große Teilnahme an den
Ausbildungen zu Schulsanitätern, Streitschlichtern und Jugendübungsleitern
(Sport) beweist. Zurück gegeben heißt das: keine Drogenproblematik
und Vandalismus, wie es in vielen anderen Stadtteilen zu beobachten
ist.
Es
existiert hier eine funktionierende Gemeinschaft, deren integrative
Kraft in einem Stadtteil wie Barmbek Süd mit seinen heutigen Problemen
unbedingt notwendig ist.
Auch wenn das GUB nicht mit dem Elite-Gymnasium Johan-neum zu vergleichen
ist, wo ehemalige Schüler Millionen spenden können, um Bauten
zu sanieren, und oft auf Lebzeiten mit der Schule verbunden bleiben,
so gibt es doch auch hier die folgende Einstellung :
"Wir sind Barmbek, es ist unsere Schule, sie ist ein Teil unserer
Biografie und Identität."
Nicht viele Schüler können das von ihrer Schule sagen.
Wie
geht es weiter?
Bis zum 7.12.2004 wurden bei der Behörde noch Stellungnahmen eingereicht,
Anfang 2005 wird dann von einem "Deputierten Gremium" die
Sache entschieden. In der Zwischenzeit laufen diverse Aktionen. Natürlich
ist auch klar, dass die Schule Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek in dieser
Form nicht mehr so wie bisher weitermachen kann, dagegen sprechen allein
die immer weiter sinkenden Schülerzahlen.
Doch unabhängig wie die Schule nun heißt oder welche Form
dort betrieben wird, der Standort und das soziale Leben, welches dort
praktiziert wird, darf nicht sterben. Ist das GUB vielleicht nicht das
Herz von Barmbek Süd, so jedoch vielleicht das Gehirn, der Geist,
der seit 1908 zur Einmaligkeit dieses Stadtteils beigetragen hat.
Sollte das GUB geschlossen werden, denke ich, wird der Stadtteil ärmer.
Was wird mit dem Gelände, das über Jahre leer stehen wird
? Wie wirkt sich das auf die umliegenden Geschäfte und auch Wohnquartiere
aus? Viele Fragen, über die ich mir Sorgen mache und mich auch
ärgere.
Ist es beim Einkaufzentrum die Konjunktur und vielleicht auch schlechtes
Management, bei der Kirche der Zahn der Zeit, die für den jetzigen
Zustand verantwortlich sind, so ist es hier ein mutwilliger Eingriff
in die Kultur eines gebeutelten Stadtteils.
Hoffen wir, dass die Damen und Herren Deputierten sich von Weisheit
leiten lassen oder zumindest rechnen können. Die Kosten, welche
eine Schließung nach sich zieht, werden um einiges höher
sein als die Kosten für die räumliche Sanierung, die übrigens
von einem unabhängigen Gutachter auf nur ca. 200.000 Euro geschätzt
wurden.
Quo
vadis Barmbek Süd, wohin gehst Du?
Ich weiß es nicht, aber Sorgen mache ich mir schon.
Arif-Andreas Islam
P.S.
Teile dieses Artikels beruhen auf der Argumentation des Elternrates
des Gymnasium Uhlenhorts-Barmbek zu finden auf deren WebSite www.gub-bleibt.de
Anmerkung der BaSta-Redaktion: es besteht Diskussionsbedarf. Wie kurz
vor Redaktionsschluss zu erfahren war, hat das GUP gegenüber der
Schulbehörde die Schließung der benachbarten Schule am Käthnerorrt
empfohlen. Schule und Eltern sind entsetzt...
Kalinka in der
Spitaler Straße
oder: Russenmütze
Jeder
kennt sie: die sogenannte Russenmütze. Dieses flauschig-pelzige
Exemplar von Kopf-bedeckung, das hoch oben auf dem Kopf thront. Manche
Russenmützen haben auch Ohrklappen, was die Herkunft noch deutlicher
hervorzuheben scheint.
Ich habe so ein Schädeloutfit. Und damit ein Problem. Trage ich
es, unterstellt man mir automatisch eine fremde Nationalität, nämlich
die russische. Das wäre an sich nicht weiter schlimm, nur kann
ich als Russenmützen-Trägerin leider nicht auch automatisch
russisch sprechen, deutsch aber schon noch.
Verwirrend
kommt hinzu, dass ich mit ein paar Freunden Straßenmusik mache.
Das habe ich ebenfalls mit einigen Russen gemeinsam, die gerne die Passanten
der Spitaler Straße mit Volksweisen erfreuen. Gerade in der Weihnachtszeit.
Und dafür muss man sich warm anziehen, auch oben rum. Also Bärenfell
aufgesetzt und aufgespielt.
So
um den 2. Advent herum schmetterten wir gerade "Oh Tannenbaum"
in der Fußgänger-passage, als sich ein älteres Ehepaar
näherte. Andächtig blieben die Leute stehen, lauschten unserem
traditionellen Weihnachtslied.
Als wir fertig waren, warf der Mann ein paar Münzen in den bereit
gestellten Saxofonkoffer und trat auf mich zu. Dann begann er mit lauter
Stimme, ganz langsam und gedehnt, zu fragen:
"K o m m e n S i e a u s S t. P e t e r s b u r g?"
Kichernd brachte ich das Ehepaar um eine Illusion, und die beiden setzten
sofort zu Erklärungen an: "Ich dachte nur, wegen der Mütze....",
meinte der Mann kleinlaut, und seine Frau ergänzte eilig: "die
Russen spielen doch auch immer so schön..."
Meine Musikerfreunde und ich haben uns zwar über das Kompliment
gefreut, aber trotzdem beschlossen, künftig statt des Sax-Koffers
meine Kopfbedeckung als Münzen-Mütze aufzustellen.
Ein
paar Tage später wollte ich mir Geld von meinem Postbank-Konto
auszahlen lassen. Da ich erkältet und deshalb heiser war (wahrscheinlich
hatte mich die Russenmütze nicht ausreichend gewärmt, aber
ich trug sie wacker weiter) krächzte ich meinen Wunsch wohl etwas
undeutlich über den Tresen. Die Postbeamtin beugte sich sehr nah
zu mir herüber und brüllte mit besorgtem Blick auf meine Kopfbedeckung:
"Ich nicht verstehen, wie viel du abheben wollen?" Als ich
in fließendem Deutsch mein Anliegen wiederholte, lief sie rot
an und schob wortlos die Scheine `rüber.
Gewarnt sei vor diesem Hintergrund also auch vor dem leichtsinnigen
Tragen von Baskenmützen, Kopftüchern, Turbanen und Alpaka-Strickmützen.
Hat eigentlich mal einer eine Statistik darüber geführt, ob
Ausländer in Deutschland schwerhöriger sind als Inländer?
Könnte ja sein, wenn man permanent angeschrieen wird.
Ach
übrigens, ich vermute, dass sich meine Mütze bei mir nicht
wohl gefühlt und mich deshalb böswillig verlassen hat: Auf
der Zugfahrt nach Leipzig, also in den tiefen Osten, habe ich meine
Kalinka-Kopf-bekleidung verloren. In einem Abteil mit lauter Ossis.
Zwar schauten die Zugbegleiter, die ich sofort telefo-nisch über
meinen Kummer verständigt hatte, noch rasch auf der Hutablage nach,
aber: Fehlanzeige. Vielleicht wärmt meine Mütze jetzt das
Haupt eines Sachsen, der glücklich in einer Nostalgiewelle schwelgt
- und vielleicht sogar russisch spricht. Claudia Falk
".......ausführliche
Informationen erhalten Sie unter www......."
Mal ehrlich, wie oft haben Sie sich schon über diesen Satz geärgert?
Ja hat man denn ganz vergessen, dass es noch Menschen gibt, die nicht
mit einem Computer im Kinderzimmer aufgewachsen sind?
Anfang diesen Jahres war ich es nun endlich leid - sind mir doch immer
wieder wichtige Informationen entgangen. Nun hatte ich schon einen PC
mit Internetanschluß und konnte nur bedingt damit "umgehen".
Ich wollte unbedingt etwas gegen diese Situation unternehmen.
Da
kam mir eine Anzeige im "Wochenblatt" ganz gelegen. Hier wurden
vom KiFaZ Barmbek Kurse im "LogIn" - Medienbüro Barmbek
- zu moderaten Preisen angeboten, welche mein kleines Haushaltsbudget
durchaus noch verkraften konnten.
Unter anderem wurde auch ein INTERNET-Kurs offeriert (hier werden erste
Erfahrungen im Umgang mit dem Internet gesammelt, wie z. B. das Versenden
und Empfangen von E-Mails etc.). Ich rief gleich unter der genannten
Telefon-Nr. an und hatte Glück, noch einen Platz zu ergattern.
Wir
waren insgesamt 7 Teilnehmer, alle schon etwas älter, was für
jeden von uns erst gar keine "Schwellenangst" aufkommen ließ.
Wir hatten mehr oder weniger den gleichen PC-Kenntnisstand und konnten
somit am ersten Schulungsabend (von insgesamt 10) gleich loslegen. Unsere
"Lehrerin" hat sich mit viel Einfühlungsvermögen
unserer Lerngeschwindigkeit angepasst, so dass eigentlich keiner den
Anschluß und vor allem nicht den Mut verlor.
Einigen
von uns hat es sogar so viel Spaß gemacht, dass sie sich gleich
zu anderen Kursen und Workshops anmeldeten, wie z.B. zu BASIS (vermittelt
Grundkenntnisse rund um den Computer); WORD (ein Textverarbeitungsprogramm);
KREATIV (hier erlernt man z.B. die Erstellung von Visitenkarten, Gruß-
und Einladungskarten, etc.).
Seit
Mai diesen Jahres bis jetzt habe ich an einigen der o.g. Kurse teilgenommen.
Na ja, ein Profi bin ich bei weitem nicht geworden. Es macht aber viel
Spaß, hinter die Geheimnisse der Computerwelt zu steigen und das
Internet zu "erobern". Ich kann jetzt z. B. meine Freunde
in Australien und Japan mal kurz mit einem Wochenendgruß per E-Mail
überraschen. Ich habe mir für dieses Jahr meine Weihnachtskarten
individuell selbst gestaltet und ich habe mich auch (in einem Workshop)
über die "Sicherheit im Internet" aufklären lassen
und vieles mehr.
Ich kann jedem älteren Menschen nur Mut machen, einen dieser Kurse
zu besuchen, um Schritt für Schritt alles Wichtige über einen
PC, über das Betriebssystem WINDOWS und das Internet zu erfahren.
Sie sollten die riesigen Möglichkeiten, die diese Technik bietet,
kennen und vor allem nutzen lernen. Ihre Kinder und Enkel werden staunen,
was Sie in kurzer Zeit alles am PC und im Internet beherrschen!
Für
mich haben sich diese Kurse allemal gelohnt, habe ich doch wieder etwas
mehr an Lebensqualität durch meine erworbenen Kenntnisse erhalten.
Ich fühle mich jetzt wieder "dazugehörend", ich
habe nicht nur neue und nette Menschen kennen gelernt und verstehe nicht
mehr nur "Bahnhof", wenn über "E-Mail", "ebay",
"chatten", "surfen" etc. geredet wird. Ich kann
jetzt ohne weiteres "www. ......." aufrufen und bekomme im
Handumdrehen meine gewünschten Informationen. Ich freue mich riesig,
jetzt mit dem Rest der Welt per Internet verbunden zu sein.
Ach,
und übrigens: Alles über die Kurse, die im "LogIn"
- Medienbüro Barmbek, Vogelweide 36, 22081 Hamburg, stattfinden,
erfahren Sie unter www.medienbuero-barmbek.de,
Tel.: 040/200 48 00, Fax: 040/2000 48 01.
Soweit mir bekannt ist, steht das Kursprogramm für 2005 und man
kann sich anmelden.
Also, nur Mut!
Barbara H.
Dütt un
datt op Platt
Erbauliches von Helga Kelling
Advent
Wenn
de Lichters brennt
un de Nöten knackt,
denn hebbt wi Advent.
Ward över Wiehnacht snackt.
De
Lütt wünscht sick een Popp.
Een PC de Söhn.
"Door kann ick op"
de Vadder stöhn.
"Woher
kummt de Moneten
för son PC?"
Will Vadder weten.
De Jung: "O kay!
Ji
snackt doch jümmers
vun denn Wiehnachsmann,
de de braven Kinners
allens bringen kann!"
Jan
hett sien Vadder tofoten!
De süüht de Lütt eer Snuut.
(In us Tied ward so veel logen!)
Datt kümmt door nu bi ruut !!

Alle
Johrn wedder
Alle
johrn wedder....
so steiht in´n denn Kalenner
kümmt bi uns de Wiehnachsmann.
Jeden een sick watt wünschen kann.
He mööt sick aff. Kümmt op denn Sleden.
Will jed een siene Gaben gewen!
Jo,
he meent datt würklich good!
Un so truschüllig is he ook!
He hett in siene hele Welt
noch nicks vun de Raketen höört.
He kümmt noch jümmers mit sien Gespann
op de Melkstraat entlang!
Datt
he se nie nich hett dropen?
Meisttied deiht he jo slopen!
He is all old! Ook woll blind?
So, as veel Lüüd datt sünd!
Denn öftiens süht he bannig sleggt
un verdeelt de Gaben ungerecht.
De,
de watt hett, de kricht noch mehr!
Bi denn nächsten is de Sack denn leer!
Wenn de lütte Mann meent, he is ook mol an?
Denn gleuft he würklich an denn
Wiehnachsmann!!!

Door
bitt sick doch de Katt in'n Steert!
Wenn
ick mi datt so överlegg, wo eenfach uns datt hüüt mookt
ward.
Wi fohrt mit 'n Auto. Wi goht nich mehr to Food. Höchstens, wenn
de Parkplatz to wiet wech is!
Wi hebbt een Waschmaschin und bruukt nich mehr ruffeln.
Plätten? Ick keup mi "bügelfreie" Klamotten un heff
Frottee-Betttüch. Datt kümmt in'n Tümmler un ward fein
week! Inkeupen? Gifft jo Versandhüüser. Bringt de Post oder
Hermes di direktdemang vorr de Huusdöör.
De
jungen Lüüd mookt sick datt ganz licht. Lött Pütt
un Pannen glieks bobenop stohn. In datt Schapp kümmt datt gornich
erst! Gardins hebbt se ok nich. Bloot Jallusetten. Een lütten Dreih
- Licht kümmt rin oder binnen ward datt duster. Gardins mutt man
jo waschen! Ick meen, datt is allens reine Fuulheit.
Kinner höden un mit jim speeln? Datt mookt de Kita (oder Oma!)
Lang
Tied an 'n PC sitten, is nich good föör datt Krüüz!
Aber datt Ding denkt sogor föör di! Bruuks di gornich mehr
anstrengen. Orthographie un Reknen? He mookt datt!
Termin vergeten? He erinnert di! Mutts bloot de richtigen Soken anklicken!
Foodball speelt de Annern. Wi kiekt to. Op 'n Platz oder in'n Sessel
vöör de Flimmerkist. Een Nohdeel hett datt man! Wi bewegt
uns veel to wenig un datt is nich gesund! Also - rin in'n Bodyfit -
center! Datt kost aber Geld!!
Tschä,
uns kommodig Lewen ward schöön düer! Datt schall ersmol
verdehnt sien! (Meistdeels ok wedder in'n Sitten!) Egentlich hebbt de
Murers un Timmerlüüd, de Stratenkehrers un Aschammer-Lüüd
datt würklich good !! De doot sick noch bewegen un kricht door
sogor Penunsen dorför!!!

Hilligabend
De
Wiehnachsmann steiht vör de Döör.
Mantel un Näs hebbt rode Klöör.
De Kinner höögt sick all dorop
un kiekt all luernd op de Klock.
Door!
Datt klabastert all door buten
un de Göörn kricht dicke Snuten.
Denn groten Sack. Datt güllen Book!
Watt door bin´n steiht, datt is son Sook...!
Nu
kümmt datt ruut! All de driesten Soken!
He bruukt bloot datt Book opmoken.
Woneem he datt woll allens weet ?
Egol! Nu is datt sowieso to spät!
Modder
hett datt inne Backen kettelt,
as de Lütten so dull bettelt.
Vadder? "De drinkt anne Eck noch `n Glas"
un hett doch glatt denn Kerl verpasst!
All
de schoinen Speelsoken
ward veel Spooß moken!!!
Wenn man bloot datt Gesabbel vorrher
över denn Kinnerdööskroom nich wär!!!

Wiehnacht
2004
Datt
nu Wiehnachen is, weet wi all lang!
Ward uns in´n Oktober all angst un bang!
Engels, Steern un Wiehnachsmänner!!!
Kieks gau op denn Kalenner ?
Wär noch nich so wiet.
Harrs noch Tied!
Man,
nu is he door, de "stille" Advent
un männig een hett datt liekers verpennt.
Ick meen datt Inkeupen föör all de lew Minschen,
de man will een schoines Fest wünschen!
Aber datt Gedudel!!
Datt kann een datt vergrulen!
"Ihr
Kinderlein kommet" un "Single bell"!
Wedder buten bünn ick op de Stell!
De armen Verköpers! Watt mööt de lieden!
Watt ward de froh sien, wenn vorbi de Tieden?
Eer Nerven liggt blank
bi denn "himmlisch" Gesang!
In
de Medien gifft datt Rock, Pop un Techno.
Tonoot gifft datt een Utschaltknopp dorto.
Denn inne Werbung kümmt he noch jümmers
de Wiehnachsmann to de Kinners!
Ob he de Lütten datt verklort,
datt ditt Johr bannig ward spoort?

Datt
Lebkokenhart
Opa
wär op denn Jahrmarkt mit sien Enkel.
Vör de Zuckerbood güng datt los, datt Geprensel:
"Opa, son Lebkokenhart
harr ick ok geern hatt!"
Opa
kofft nu för denn Lütten
een Hart mit buntig Zuckerstücken.
Datt hung de Lütt sick ok glieks ümm.
Datt bummel emm teemlich ünnen rümm!
Watt
geef door all to kieken!
Op Stuss müss he Opa mal anpieken:
"Opa, ick mutt mal Lütt!"
Un Opa meent:"Denn kumm mal mit.
Datt
hett allens keen Not.
Wi goht achter disse Bood!"
Wär bannig koold, de Wind, de weiht
un Opa isern Wache steiht.
De
Lütt fummel an sien Büx;
ah, door wär he jo de Schlitz!
Datt wär nu ok all höchste Tied,
aber he wär noch nich sowiet!!
Datt
Kokenhart, datt wär in'n Wech!
Dorüm kööm he door nich mit trecht.
Datt Kokenhart wöör ers natt, dann week!
Dorüm de Enkel datt Huulen kreeg:
"Mien
Hart, datt geiht nu ganz in`n Dutt
un allens bloot, weil ick mal mutt!"
Watt mookt Opa? He kofft een niejet Hart
doormit de Lütte nich mehr blarrt!
Nu
harr he twee! Doch een wär natt
un Opa wär denn reinwech platt,
as sien Enkel meen:"Nu kunn he datt Weke good affbieten.
Wi köönt datt doch nich wechsmieten!!"
Un
Opa dacht: nu bruuk ick een Idee!
"Hess recht! Wechsmieten ? Nee, nee!
Weest watt, mien Jung, datt mookt wi so -
datt giffst du dien Oma, de stippt sowieso!
(Als
Witz gefunden und ins Plattdeutsche gebracht von Helga Kelling)
Glückwunsch:
seit einem Jahr läuft das "Flohbay"-Projekt
Flohbay
richtet sich an benachteiligte Jugendliche und Jungerwachsene aus Jugend-
und Straßenszenen. Die Jugendlichen kommen zum Verein Basis e.
V. über die Anlaufstelle KIDS am Hamburger Hauptbahnhof. Ziel von
Flohbay ist es, diese jungen Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen
und ihnen die Chance zu legalem Gelderwerb zu geben.
Der Name Flohbay' steht für das spezielle Tätigkeitsfeld
eines Second-Hand-Projekts: in einem Laden und über eine Webseite
sollen Artikel zum Verkauf angeboten werden, die Basis e. V. kostenlos
überlassen worden sind. Das Projekt soll sich aus dem Erlös
der Verkäufe soweit wie möglich selbst tragen.
Die
Jugendlichen werden ihren Fähigkeiten entsprechend an allen Arbeiten
beteiligt. Es können praktische handwerkliche Fähigkeiten
wie reparieren, sortieren, lagern und verpacken auch von denjenigen
erlernt werden, die nicht über derlei Erfahrungen verfügen.
Im Umgang mit dem Internet ist die Beteiligung und Schulung der jungen
Leute geplant.
BASIS
e. V. hat jahrelange Erfahrung und ein fundiertes Wissen über die
Zielgruppe und kann diese mit einem genau zugeschnittenen Angebot erreichen.
Die gängigen Schul- und Ausbildungsmaßnahmen sind dagegen
oft eine zu hohe Hürde. Die große Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt
bietet völlig unvorbereiteten Menschen ebenfalls kaum Chancen.
Um
hier überhaupt bestehen zu können, müssen die jungen
Leute zum einen Sozialkompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit,
Ausdauer und Teamfähigkeit erwerben und üben. Und sie müssen
oft erst (wieder) lernen, einen normalen Arbeitstag durchzuhalten. Zum
Beispiel, wenn ihr Alltag dominiert wird durch das Straßenleben,
den Erwerb und Konsum von Drogen und der damit oft einhergehenden Umkehr
des Tag-Nacht-Rhythmus.
Das Flohmarktkonzept orientiert sich deshalb an den Lebensumständen
der Jugendlichen: Es ist also genau umgekehrt: nicht der Jugendliche
muss seine Lebensumstände als Vorbedingung für eine Arbeitsaufnahme
ändern, sondern der "Arbeitgeber" richtet sein Angebot
auf die Möglichkeiten seiner "Arbeit-nehmer/innen" aus.
Konkret
heißt das: Arbeitsbeginn ist der späte Vormittag, gearbeitet
wird stundenweise. Die Entlohnung erfolgt nach dem Tagelöhnerprinzip
unmittelbar am Ende des Arbeitstages.
Durch kontinuierliche pädagogische Begleitung sollen Arbeitsrhythmus
und -dauer langsam gesteigert und dem "normalen" Alltag angepasst
werden.
Arbeitsrechtliche und verwaltungstechnische Hürden versuchen wir,
so gering wie möglich zu halten. Das Erleben von Arbeit und das
Gefühl "ich kann es schaffen" soll motivieren, sich um
die nötigen weiteren Schritte aktiv zu kümmern: Besorgung
von Arbeitspapieren etc.
Die
Ansprechpartner für das Flohbay-Projekt sind: Uta Lindner (Projektleitung),
Burkhard Czarnitzki, Sven Mohr, Anna Ehlers und Tillmann Seekamp.
Unsere
Öffnungszeiten:
Do und Fr 11-18 Uhr und Sa 10-16 Uhr
Während der Öffnungszeiten
erreichen Sie uns im Laden in der
Von-Essen-Straße 46, 22089 Hamburg
Tel.:
040 - 1888 65 27, Fax: 040 - 1888 65 28
e-Mail: flohbay@hamburg.de
Homepage: www.flohbay.de
ed
Melldung:
Als die Lettern laufen lernten
Ich
konnte weder schreiben noch lesen, noch war ich in der Lage mit meinem
Märchenlöffel jene Buchstaben aus der Suppe zu löffeln,
die mir besonders gefielen und die mir zum Essen zu schade schienen.
Diese verflixten kleinen Nudeldinger tauchten immer wieder ab ins rote
Meer, bevor ich sie auf die Schippe nehmen konnte, wie lästig.
Einige hatte ich allerdings schon überlistet. Die lagen jetzt fein
und weniger säuberlich unter meinem Tellerrand auf dem ehemals
blütenweißen Set angeordnet und bildeten eine Botschaft,
die meine Mutter offensichtlich nicht verstand. Es setzte was auf die
besagten vier und von da an wollte ich mir nicht mehr von einer dumpfen
Dosensuppe den Text diktieren lassen, ich wollte vom An- zum Alphabeten
werden, wollte in der Welt meiner Barbies und Kuscheltiere literarisches
Quartett spielen. Ja, her mit der Schultüte!
Als
frischgekürter ABC-Schütze hatte ich dann endlich, zumindest
theoretisch, die Lizenz zum Schreiben nebst einer sonnengelben Pudelmütze
aus Acryl, die einem die Haare zu Berge stehen ließ, riss man
sie sich abrupt vom Kopf, nun ja.
Ich fühlte mich privilegiert, endlich brauchte ich vor den Großen
nicht mehr nur so zu tun, als könnte ich meinen Namen schreiben.
Jetzt zog mein nigelnagelneuer Füller mein zartes Händchen
in abenteuerlichen Pirouetten und mit quietschgrüner Tinte übers
Papier und bisweilen auch über die Tischplatte, huch, und keiner
der Buchstaben guckte mehr verschämt in die verkehrte Richtung,
weil sie sich alle einträchtig an der Hand hielten. Man nannte
das Schreibschrift!
Und wenn einer aus der Reihe tanzte, wurde er einfach rigoros mittels
eines Tintenkiller-Kommandos eliminiert, prima.
*
* *
Einmal
jährlich in den großen Ferien stand der obligatorische Familienurlaub
an. Dies war die Hochzeit für den Inhalt meiner Federtasche, jetzt
wurde das Equipment sorgsam überprüft und selektiert, neue
Kollegen in innovativem Design und auffälliger Farbe kamen dazu
und alte gingen in Rente bzw. in den Papierkorb, weg mit dem Filz(stift).
Ich nannte das den Tinten-TÜV.
Ziel oder Hintergrund war, den Daheimgebliebenen möglichst anschaulich
und in den buntesten Farben auf postalischen Wege Urlaubsgrüße
aus der Ferne zu senden, die sie vor Fernweh Aua schreien ließen.
Sei es wegen der geschmacklosen Farbzusammenstellung des Geschriebenen
oder wegen der abenteuerlichen Schilderungen unserer entsetzlichen Erlebnisse.
Ich
sammelte Brieffreundschaften!
Wenn man auch in den paar Urlaubswochen nicht die Zeit hatte, sich wirklich
kennen zu lernen, so konnte man es doch später auf dem Brief-Weg
tun. Schnell trennte sich auch hier die Spreu vom Gelbem vom Ei und
es selektierten sich ein, zwei Kandidaten heraus, für die es sich
lohnte das Porto samt einigen privaten Details in den gelben Kasten
zu werfen. Je reger der Kontakt dann wurde und je mehr persönliche
Dinge man sich somit mitzuteilen hatte, desto mehr dachte man auch über
einen etwaigen Lausch- oder vielmehr Leseangriff nach. Denn wie komme
ich dazu jemandem zu trauen, den naturgesetzmäßig jeder Hund
beißen würde und von dem man schon die absonderlichsten Geschichten
gehört hat, sofern er dreimal klingelte!
Meine
Brieffreundin und ich klügelten nun also ein System aus, das eigentlich
ursprünglich im Inneren eines zweischichtigen Schokoladen-Ei´s
ausgebrütet wurde und irgendwann plötzlich in meiner Hand
schlüpfte: Zwei Reihen des Alphabets waren nebeneinander um den
Plastikkern der spannenden, spielspaßigen Überraschung gelegt
und einer der Ringe ließ sich drehen. So konnte man nun dem "A"
beispielsweise ein "G" zuordnen und dem "B" entsprach
dann ein "H" usw. So kommunizierten wir also von nun an via
Geheimschrift und waren uns unserer Sache ziemlich sicher.
*
* *
Aber
es gab ja auch noch andere potenzielle Spione, die in eigenem Interesse
handelten und es als Fürsorge vermarkteten. Sogenannte Mütter,
die einem mit geradezu beängstigender Neugier im Nacken saßen,
wenn man im Begriff war, seine - wohlgemerkt persönliche - Post
zu öffnen.
Vorher erstürmte sie wild mit dem Umschlag wedelnd meine Puppenstube.
Denn leider Gottes besaß nur sie die Schlüsselgewalt zum
gelben Tresor und hatte somit den Exklusivvertrag, den Inhalt zu verwalten.
Die Rechnungen landeten selbstredend ungeöffnet beim männlichen
Oberhaupt unseres Clans auf dem Schreibtisch und meine Briefe landeten,
gerade noch ungeöffnet, aber immer samt meiner Mum bei mir im Zimmer.
Da stand sie nun, scheinheilig irgendwelche nichtssagenden Dinge runterlamentierend,
in der Hoffnung, einen Blick in meine Privatsphäre wagen zu können,
um die Akte "Kind" um weitere wichtige Details aufzustocken.
Um das zu vermeiden legte ich, gelangweiltes Desinteresse heuchelnd,
den Brief erst mal ungeöffnet zur Seite und schob Hausaufgaben
vor. Eine Taktik, bei der ich wenig Gegenargumente erwartete. Die Rechnung
ging auf! So spielten wir "Ich lese was, was du nicht liest".
Denn
kaum hatte sie enttäuscht den Raum verlassen und die Tür hinter
sich geschlossen, riss ich den Umschlag auf und verschlang den Inhalt
mit Spannung. Doch meine Mutter wäre nicht meine Mutter, hätte
sie nicht längst schon Plan B statuiert. Als Putzkolonne getarnt
ging sie ihrer geheimdienstlichen Tätigkeit im Namen der Familie
nach und operierte während meiner Abwesenheit unbemerkt in meinem
Territorium. Dabei ging sie äußerst geschickt vor, denn lange
bemerkte ich nicht die eigentlichen Hintergründe ihrer akribischen
Säuberungsaktionen.
Eines
Tages plauderte sie dann dusseligerweise einige Internas aus dem Nähkästchen
und in meinem kleinen Oberstübchen dämmerte es langsam bis
Sonnenaufgang.
Sie war überdurchschnittlich informiert und dass nicht, weil sie
hellsehen konnte! So flog ihre Deckung auf, ohne dass ich es sie wissen
ließ, und die Geheimschrift wurde konzipiert, entwickelt wohlgemerkt
vom FB-Ei und angewendet von meiner Wenigkeit und meiner in weiter Ferne
agierenden Adressatin. Von nun an ließ ich meine Briefe offen
herumliegen, denn die Botschaften waren ja codiert und meine Mutter
hatte was gegen Logik, und der Tüftler unter unserem Dach schmökte
lieber eine Pfeife, als in meinen Schriftstücken zu schmökern,
geschweige denn sie zu entschlüsseln.
*
* *
Mittlerweile
cruise ich mehr und mehr auf dem Datenhighway herum und trage meine
Korrespondenzen dort aus. So eine Maildung ist halt fixer und flexibler
als die Post und auf die Briefträger haben es Hunde auch heute
noch abgesehen wie zu Kindheitstagen, was meine Vorurteile schlichtweg
untermauert.
Der knöchelhohe Dackel unseres Nachbarn beispielsweise mutiert
regelrecht zur Kampfmaschine, sobald sich das besagte Subjekt samt Bebriefung
nähert; und so ein sensibles Hundenäschen muss doch instinktiv
den richtigen Riecher haben, oder?
Ein
schreibfreudiges 2005 wünscht Euch
Mellos
Aus dem Kulturhaus:
Durch den Atem
zu mehr Vitalität
Manchmal
hat man wirklich Glück! Schon lange war ich auf der Suche nach
einer Möglichkeit, meine Erfahrungen mit Atemarbeit fortsetzen
zu können.
Kennen gelernt habe ich diese Methode des Erfahrbaren Atems nach Ilse
Middendorf vor ein paar Jahren. Damals hatte ich starke Rückenschmerzen,
litt unter Verspannungen und fühlte mich energielos. Ein kontinuierlicher
Kurs hat mir richtig gut getan. Atemarbeit lässt mehr Vitalität,
Freude und Lebenskraft wach werden und wirkt sich wohltuend auf die
Gesundheit aus.
Eigentlich ist das gar kein Wunder - schließlich ist der Atem
etwas, was uns vom ersten bis zum letzten Atemzug im wahrsten Sinne
des Wortes bewegt. Wenn wir uns den Atem also einmal ganz bewusst erfahrbar
machen, können wir beweglicher, aufrechter und selbstbewusster
werden.
Am
meisten Spaß bringt es, diese Erfahrungen in einer Gruppe zu machen,
in der ein unmittelbarer Austausch möglich ist. Aber wer möchte,
kann die Erfahrungen in Einzelarbeit intensivieren und daraus eine richtige
Atemtherapie werden lassen. Schon mit ganz kleinen Atemübungen
lässt sich im Alltag sofort für Entspannung oder Anregung
zu sorgen.
Ich freue mich jedenfalls schon auf den Januar und auf den Kurs Atem
und Bewegung von Monika Wacker in unserem Kulturhaus Dehnhaide. Im Programmflyer
des Kulturhauses ist der genaue Termin zu erfahren. Vielleicht sehen
wir uns ja? Ihre Heike Schoof

Job
Offensive Barmbek
Von Arbeitslosigkeit bedrohte oder schon betroffene Stadtteilbewohnerinnen
und -bewohner wollen sich mit dieser Situation nicht abfinden, sich
nicht verwalten oder mit 1-Euro-Jobs abstrafen lassen, sondern Eigeninitiative
entwickeln nach dem Motto: gemeinsam sind wir kreativer als allein.
Wir
wollen uns intensiv mit dem vorhandenen Arbeitsmarkt im Stadtteil und
der Umgebung befassen, uns mit dem Thema "Selbstvermarktung"
auseinandersetzen, kreative Techniken und Strategien in Workshops erproben
und offensiv, durch Werbung und in Form von Stadtteilexkursionen, auf
potentielle Arbeitgeber zugehen.
Ein
Antrag auf Förderung für dieses Projekt ist leider gerade
abgelehnt worden, doch wir finden es wichtig und ausbaufähig, darum
soll nun in Eigeninitiative, in Kooperation mit der "Initiative
Stadtteilnetz" und mit beratenden sowie qualifizierenden Einrichtungen
vor Ort ein Netzwerk zur gegenseitigen Stärkung und zur Schaffung
von wohnortnahen Arbeitsplätzen entstehen. Wir suchen Mitstreiter/innen!
Kosten:
Eigeninitiative und verbindliche Teilnahme,
Treffen: nach Absprache
Info: E. Draeger 299 14 00
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