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Vorwort
Frühling!
Endlich ist er da, hat uns ja lange warten lassen, wenn es der Sonne
auch hin und wieder gelang, unsere Vorfreude zu stimulieren. Aber nun:
Sonne satt, am Tag der Schlussredaktion Außentemperaturen von
ca. 17 Grad Celsius, die Vögel jubilieren und die ersten Magnolien
blühen. Nur in der Nacht ist es noch recht kühl, wie bei einer
kleinen Pause vor dem Medienbüro LogIn zu bemerken war. Die Druckvorlagen
sind fast fertig...
Das Vorwort gilt diesmal einer kleinen Neuerung, der lange Gespräche
vorausgegangen sind. Ab sofort ist auch die IG Barmbek Süd (Initiatorin
der Zeitschrift "Barmbeker Markt") in der BaSta
mit eigenen Seiten vertreten, das Quartiersbüro hat sich sehr dafür
eingesetzt und der Quartiersbeirat seinen Segen gegeben.
Die
bisherigen ZeitungsmacherInnen hatten sich ein wenig schwer getan, galt
ihnen BaSta doch bisher als ein Projekt mit dem
Schwerpunkt "Bewohnerinitiative", das als Forum allen im Stadtteil
engagierten Initiativen und Einrichtungen für Beiträge zur
Verfügung stehen sollte, ohne Hervorhebung bestimmter Interessensgruppen
- mit Ausnahme des Quartiersbüros, dessen Aufgabe es ist, im Rahmen
der Quartiersentwicklung regelmäßig über den Stand der
Dinge zu informieren.
Aber
auch unterschiedliche Weltanschauungen sind ein Feld, auf dem wir gemeinsam
lernen können. In diesem Sinne ein Willkommen und auf gute Zusammenarbeit!
Die BaSta-Redaktion
Kurzmeldungen
für Barmbek
Umwandlung
von Mietwohnungen -
Kündigungssperrfrist verlängert
Die Kündigungsbeschränkungen bei der Umwandlung von Mietwohnungen
in Eigentumswohnungen wurden im Januar vom Hamburger Senat verlängert
- betroffenen Mietern kommt eine zehnjährige Kündigungssperrfrist
zugute.
Der
Bundesgesetzgeber hat die Länder ermächtigt, in Regionen mit
unzureichender Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen die
Kündigungssperrfrist auf zehn Jahre festzulegen. Die bisherige
Sozialklauselverordnung mit zehnjähriger Kündigungssperrfrist
für das gesamte Hamburger Stadtgebiet war bis September 2004 begrenzt.
Entgegen den Wünschen des Grundeigentümerverbandes hat der
Senat nicht anerkannt, dass es in Hamburg genügend Mietwohnungen
gäbe und durch eine lange Kündigungssperrfrist die Schaffung
von Eigentum behindert würde.
Die Kündigungssperrfrist von zehn Jahren wurde bis zum Jahre 2014
verlängert.
Weitere
Auskünfte sind bei den Mietervereinen erhältlich, z.B.
Mieter helfen Mietern, Tel. 040 - 431 39 40,
email: info@mhmhamburg.de
Homepage: www.mhmhamburg.de

Prominente
BarmbekerInnen
Zweimal 85 Jahre - eine lange Zeit. Und die längste davon gemeinsam
als Ehepaar, schon auf der Schulbank lernten sie sich kennen: Helmuth
und Loki Schmidt.
Nun wurden Geburtstage gefeiert, Helmuth ist der Ältere und sammelte
Glückwünsche aus der ganzen Welt schon im Dezember ein, im
Januar folgte die offizielle Feier für den Ehrenbürger im
Hamburger Rathaus.
Im Frühjahr wurde dann Frau Hannelore geehrt, bekannter als Loki.
Die taz nannte sie liebevoll "die Orchideenfachfrau, die jahrzehntelang
mit der Kanzlerorchidee fertig geworden ist....", ihre Leidenschaft
für Pflanzen ist Legende, ihr Witz und ihre aufrichtige Natürlichkeit
"ohne Fisematenten" haben ihr sicher geholfen, viele anstrengende
Jahre zu überstehen und die nicht sehr einfache Parkinsonsche Krankheit,
mit der ihr Lebensabend belastet ist, in Schach zu halten.
Wussten Sie eigentlich, dass die beiden aus Barmbek stammen und sich
auf der damaligen Reformschule am Vossberg kennengelernt haben?
Ein guter Grund, ganz herzliche und völlig unpolitische Glückwünsche
von Barmbek nach Langenhorn zu senden, wo sie ihr zu Hause gefunden
haben. Als waschechte BarmbekerInnen können wir uns glatt ein wenig
darauf einbilden, dass "Barmbek basch" auf "Schmidtschnauze"
abgefärbt und die Weltpolitik entscheidend mitgeprägt hat!
;-)

Barmbeker
Gemeinden
Zur Drucklegung der letzten BaSta-Ausgabe war es noch ungewiss, nun
ist es "amtlich": die Kirchengemeinde Alt Barmbek, bisher
eine Gemeinschaft der Heiligengeist- und der Kreuzkirchengemeinde, wird
bald Zuwachs erhalten und auch die Mitglieder der Bugenhagengemeinde
in ihrem Kreis Willkommen heißen.

Arbeitslosen-Telefonhilfe
umgezogen
Die Berater der Arbeitslosen-Telefonhilfe mit bisherigem Standort in
der Bachstraße haben neue Räume. Sie sind jetzt zu finden
im Humboldt-Campus,
Humboldtstraße 58, 22083 Hamburg
Gebührenfreie
Tel.nr. für Hamburg: 0800 111 0 444
Für andere Bundesländer: 040 - 22 75 74 73
Fax. 040 - 22 75 74 777
email: arbeitslosen-telefonhilfe@t-online.de
Homepage: http://www.arbeitslosen-telefonhilfe.de
Die
Beratungen sind kostenlos und vertraulich.
Persönliche Beratung: Mo-Do 9.00-17.15 Uhr, Fr. 9.00-14.00 Uhr
Telefonische Beratung: Mo-Fr 9.00 bis 21.00 Uhr
Notiz:
Hamburgs Arbeitslosen-Telefonhilfe, seit 20 Jahren aktiv, hat im vergangenen
Jahr so viele Beratungen wie noch nie seit ihrer Gründung geleistet.
40 228 persönliche oder telefonische Gespräche sind geführt
worden, im Jahr zuvor waren es 38 129. Seit 1995 hat sich die Zahl der
Ratsuchenden nahezu verdoppelt.
Die
häufigsten Fragen betrafen das Thema Arbeitslosengeld, der zweite
Schwerpunkt lag beim Umgang mit den Behörden, der dritte bei der
Arbeitssuche. Fast zwei Drittel der Ratsuchenden waren zwischen 30 und
50 Jahre alt.

Selbstverteidigung
für Senioren
Das Deutsche Rote Kreuz bietet einen Selbstverteidigungskursus für
Senioren an. Einmal wöchentlich ist Training, achtmal insgesamt.
Es geht um richtiges Verhalten in Gefahrensituationen und Verteidigungstechniken.
Kosten: 38 Euro.
Veranstaltungsort ist das DRK-Gemeinschaftszentrum Barmbek, Steilshooper
Straße 2. Telefon: 29 80 39 50.

Nicht
Lesen können
ist für die meisten von uns kaum vorstellbar. Und doch gibt es
viele Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen keinen Zugang
zur Schrift gefunden haben und an einer Menge Informationen, die uns
selbstverständlich scheinen, nicht teilhaben können.
Das Leben ist in einer Informationsgesellschaft ohne Beherrschung der
Schriftzeichen schwierig, die Betroffenen merken es in allen Lebenslagen,
auch die Berufswahl ist sehr eingeengt.
In
den vergangenen Jahren wurden endlich einige Bildungseinrichtungen aufmerksam
und dann tauchten erstaunliche Zahlen in den Medien auf: bis zu 4 Millionen
Menschen, 5% der Bevölkerung sollen in Deutschland und annähernd
83 500 Männer und Frauen aller Altersstufen in Hamburg betroffen
sein.
Die meisten von ihnen sind so genannte funktionale Analphabeten. Sie
haben in der Regel zwar die Schule besucht und können auch ein
wenig lesen und schreiben, aber nicht genug, um privat oder am Arbeitsplatz
zurechtzukommen, heißt es auf Seiten des Bundesverbandes Alphabetisierung,
der zusammen mit anderen engagierten Einrichtungen und Gruppen um Aufklärung
bemüht ist.
(Der Künstler Benjamin Schubert aus Barmbek führt gerade eine
Kampagne durch, sh. Seite 22/23).
In
Barmbek gibt es die Anlaufstelle Gesellschaft für Berufsbildung
(gfb) an der Fuhlsbüttler Straße 113. Ansprechpartner ist
Dieter Herbst, Tel. 69 79 77 16.
Auch die Volkshochschule Hamburg bietet Kurse zur Förderung der
Lese- und Schreibkompetenz an. Infos unter Tel. 73 61 71 23
Lesende Angehörige und Freunde können die Informationen weitergeben.

Planetarium
- das größte "Sternentheater" in Norddeutschland
Seit der Wiedereröffnung des umgebauten und moder-nisiertenPlanetariums
im Stadtpark sind die Besucherzahlen gestiegen und haben sich im Vergleich
zu den Vorjahren verdoppelt.
Das Hamburger Planetarium ist das modernste weltweit. Ein neuer Sternenprojektor
bietet als "Kosmos-Simulator" beste Bildqualität, weitere
technische Verbesserungen lassen die Reisen durchs Planetensystem und
zu fernen Galaxien, aber auch literarisch-musikalische Ereignisse, zu
einem Erlebnis werden - bequem vom Liegesessel aus .
Der
Vortragsschwerpunkt liegt in diesen Monaten bei den erdnahen Planeten,
die sich zur Zeit wie aneinandergereiht am Himmel beobachten lassen.
Das Sommerprogramm bietet eine Reise durch unser Sonnensystem, sicher
wird zuvor noch ein Jahrhundertereignis gewürdigt: Die Venus schiebt
sich über die Sonne. Ab September wird das Herbstprogramm sich
mit einem sehr aktuellen Thema befassen - der Suche nach außerirdischem
Leben.
Karten im Vorverkauf sind telefonisch zu buchen oder über die Homepage
(mit Programminhalten für's ganze Jahr): www.planetarium-hamburg.de

Lange
Nacht der Museen
Am 15. Mai 2004 ist es wieder so weit: auf zur Langen Nacht! Alle Museen
haben von 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr geöffnet, mit einer einzigen Eintrittskarte
können Schnup-perbesuche stattfinden, so viele, wie in einer Nacht
möglich sind...
Das
Ticket kostet wie bisher 10,- Euro, bzw. 8,- Euro ermäßigt.
Die Eintrittskarte gilt auch für den Internationalen Museumstag
am Sonntag, 16. Mai 2004 von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr.
Die
Karte beinhaltet ein integriertes HVV-Ticket, mit dem Besucher die Hamburger
Verkehrsmittel von Sam-stag ab ca. 17:00 Uhr bis Sonntag um 10:00 Uhr
nutzen können. Auch mehrere Sonderbusrouten werden die Museen miteinander
verbinden.
Zur Langen Nacht der Museen erscheint ein ausführliches Programmheft
mit allen 365 Veranstaltungen, ab Ende April in allen teilnehmenden
Museen und den Vorverkaufsstellen erhältlich. Infos: Museumsdienst
Hamburg, Tel: 040/ 428131-0, Fax: 42824 324.
Ticket-Verkauf:
an allen Museumskassen
in den Geschäftsstellen des Hamburger Abendblatts in der Hamburger
Tourismuszentrale am Hauptbahnhof über die Ticket-Hotline 040-30
05 12 34
im Radio Hamburg Shop
sowie allen bekannten Vorverkaufsstellen und Reisebüros
http://www.langenachtdermuseen.hamburg.de
ed
Einfach mal zum
Nachdenken...
Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade und nahm ein in
Seidenpapier gehülltes Päckchen heraus. Er wickelte es aus
und betrachtete wunderschöne Wäschestücke aus Seide und
Spitze. "Dies kaufte ich ihr, als wir zusammen auf einer Reise
waren, das ist lange her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine
besondere Gelegenheit aufbewahren. Spätestens heute, glaube ich,
ist der richtige Moment gekommen!"
Er legte die Teile zu den anderen Dingen, die zum Bestattungsinstitut
gebracht werden sollten. Seine Frau war vor zwei Tagen bei einem Unfall
gestorben.
Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: "Bewahre nichts für
einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer
Anlass."
Ich
denke immer wieder an diese Worte... sie haben mein Leben verändert.
Heute lese ich viel mehr als früher und vertrödele meine Zeit
nicht mit Unwichtigem. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße
die Sonne, ohne auf die ungeputzten Fenster zu achten. Ich verbringe
mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei
Routinearbeiten, die niemandem etwas nützen. Ich habe begriffen,
dass das Leben eine Sammlung von wichtigen Erfahrungen ist, die es zu
schätzen gilt , und dass Menschen diese Erfahrungen mit anderen
Menschen und nicht mit Dingen machen.
Von
jetzt an bewahre und schiebe ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich
mein bestes Geschirr. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke,
um in den Supermarkt zu gehen, lade spontan meine Nachbarin zum Kaffee
ein und denke mit ihr zusammen darüber nach, wie wir für den
gehbehinderten alten Herrn ganz oben abwechselnd den Einkauf organisieren
können.
Sätze,
die mit "Sobald ich dazu komme..." oder "An einem der
nächsten Tage..." beginnen, werden nun aus meinem Vokabular
verbannt. Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen,
hören und tun.
Ich
bin mir nicht ganz sicher, wie die Frau meines Freundes reagiert hätte,
wenn ihr bewusst gewesen wäre, wie wenig Zeit sie noch hat. Ich
glaube, sie hätte noch ihre Familie getroffen und sich von engen
Freunde verabschiedet. Möglicherweise hätte sie auch ein paar
alte Bekannte angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für
zurückliegende Streitigkeiten zu entschuldigen. Mir gefällt
der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre,
das war ihre Lieblingsküche...
Es
sind diese kleinen, unerledigten Dinge, um die es mir leid täte,
wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Gewisse Freunde
nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich "in den nächsten
Wochen" in Verbindung hätte setzen wollen. Nicht die Briefe
geschrieben zu haben, die ich "sobald ich Zeit und Ruhe habe"
schreiben wollte. Meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben,
wie wichtig sie mir sind und zu selten mit ihnen zusammen etwas Schönes
unternommen zu haben...
Jetzt
verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was Freude und Lächeln
in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, dass jeder Tag etwas
Besonderes ist - jeder Tag, jede Stunde und jede Minute!
Dieser
Text erreichte uns als eMail-Rundbrief. Da der oder die Verfasserin
ihn somit der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat und
wir ihn lesenswert finden, findet er seinen Platz auch in der BaSta.
BARMBINI - die
Kinderseite
Bei
den Pfadfindern "Royal Rangers"
Kinderreporterin
Alina schreibt:
Hallo Kinder, wenn ihr Lust habt auf: Schnitzen, Feuer machen, Prüfungen
bestehen usw. dann kommt in die Gluckstraße 7 zur Christusgemeinde
und guckt euch das an. Es geht immer mittwochs los um 17: 00 Uhr bis
18:30 Uhr (in der Sommerzeit sogar bis 19:00 Uhr).
Wir
gehen auch auf Camps. Diese dauern manchmal ein Wochenende, es gibt
aber auch Wochencamps. Diese Jahr, in den Sommerferien, machen wir ein
ganz besonderes Camp: wir fahren nach Mallorca, das gehört zu Spanien.
Letztes Jahr haben wir ein Kanu-camp gemacht.
An einem See haben wir unsere Kothen, das sind unsere Zelte, aufgeschlagen
und sind tagsüber mit den Kanus gefahren. Beim Aufbauen der Kothen
hat es ganz doll geregnet. Am Abend haben wir ein großes Feuer
gemacht und in der Dämmerung Abendbrot gegessen. Es gab Kartoffelsalat
mit Würstchen. Das war lecker!
Bei Kerzenschein sind wir in unsere Schlafsäcke gekrochen. Mädchen
und Jungen schlafen bei uns getrennt. Mein erstes Camp hat mir sehr
gut gefallen.
In Hamburg, beim Stamm (wir haben die Nummer 174) in der Gluckstrasse
7, treffen wir uns zu Beginn in einem Raum in unserem Jugendkeller.
Dort beten und singen wir zusammen und dann gehen wir in unsere Teams.
Es gibt für die Jungen die Tiger und und für die Mädchen
die Elche.
Wir
freuen uns über jedes Kind ab 7 Jahre, was mitmacht.
Alle sind bei uns herzlich willkommen!!!
(Der
Name "Royal Rangers" bedeutet übrigens, da es sich um
christliche Pfadfinder handelt, "Kinder und Diener Gottes")

Ein Puzzle für
die Kleinen
Vielleicht
habt Ihr kleine Geschwister oder möchtet einem anderen kleinen Kind
eine Freude machen? Dann ist der neue Basteltip genau richtig: wir stellen
heute ein Puzzle her!
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Benötigt
werden: ein Stück fester Karton, der sich gut schneiden lässt;
eine Schere; Buntstifte oder Tuschkasten.
Der
Fisch ist nicht schwer zu zeichnen, Ihr könnt für den
runden Körper einen Zirkel nehmen oder einen Teller auf den
Karton legen und mit dem Bleistift umfahren. Dann den Schwanz
und die Flossen dran zeichnen und die späteren Schnittlinien
nach Augenmaß markieren. Daraus ergeben sich einzelne Felder,
die in unterschiedlichen Farben bemalt werden. Anschließend
werden noch ein Auge und das Fischmaul dargestellt und die Teile
auseinander geschnitten.
Wer
Tuschfarben benutzt, sollte erst schneiden und die Teile einzeln
colorieren, damit die Farben nicht verlaufen!
Viel Spaß wünscht Euch Eure Bastelhexe.
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Mell-Dung!
Deutschland besucht den Supermarkt: fast täglich um Highnoon tummelt
sich die unterschiedlichste Klientel zwischen, vor, hinter und manchmal
auch unter den Regalen im hiesigen Einzelhandel. Für die unglaublich
günstige Leasingrate von nur einem Euro wird nahezu jeder Kunde
mobil und bis aufs Äußerste belastbar.
Die
älteren Semester fahren auch gerne mit ihrem gesamten Fuhrpark
inklusive exklusivem Hackenporsche, Modell "Raumwunder" und
sportlichem Deltarad vor. Der persönliche Chauffeur namens Zi(eh)vi
hat dabei jedes gummibereifte Gefährt vollstens im Griff und beeindruckt
mit gewagten Überholmanövern jenseits der Verkehrskaspervorschriften.
Und so jagen die EKW´s (=EinKaufsWagen) nach ausgetüfeltem
Navigationssystem (=Einholzettel) den kleinen Preisen hinterher.
Hier
betteln die Fruchtzwerge im 6er-Pack um Asyl im 5-Sterne Appartementkühlschrank,
dort schreit der weiße Riese nach dreckigster Wäsche und
stinkenden Socken. In der Büchsenabteilung wird angeregte Konservation
betrieben, ja, ist denn heut' schon Dosenmontag? Gleich um die Ecke
werben die Ulknudel und die 8-Minuten-Tortellini um die Gunst des leidenschaftlichen
Pastaisten.
Der
Preis ist Reis! Onkel Bens hat gut lachen, geBrandte Kinder auch: Die
Milchzähnchen des zwiebäckigen, weizenblonden Wonneproppens
haben selbst nach mindestens 30 Jahren noch keine Karies. Darauf einen
Toast! Die Prinzenrolle möchte übrigens keiner mehr übernehmen,
nachdem sie unglücklich aus der dritten Etage gestürzt ist.
Ob ein Kompott dahinter steckt ist noch zweifelhaft, bewiesen ist aber,
dass im Schatten der Morellen bisweilen kriminelle Energie freigesetzt
wird. Fragen Sie mal die geschlagene Sahne!
Während
der Curryking kühl und feucht gebettet zwischen den Bifiechern
thront, lasse ich mich von der wurstfingrigen Fleischereifachver-käuferin
weiter vollsülzen: darf´s noch etwas mehr sein? In diesem
Augenblick grinst mich diese mondkuchengesichtige Kinderwurst aus der
Theke freundlich an und ich sage wie automatisiert: ja, ich hätte
gern noch vier Scheiben von der Nettwurst dort.
Nebenan kümmert sich inzwischen die frau-antje-blonde TilSitterin
unauffällig schmatzend um die Drei-käse-hochs in ihrer Abteilung
und ich weiß
endlich, wie die faustgroßen Löcher in den Leeren Damer kommen!
Weiter
gehts zum nächsten Pizz-Stop, Mafiatortenschlacht zwischen schockgefrostetem
Junggemüse. Den aufgebretzelten Salzletten aus dem Knabberland
ist das alles relativ (R)egal, die krokettieren lieber vor den Chipsendales.
Ich entscheide mich schnell noch für´s Studentenfutter, vielleicht
langt´s ja zum Diplom.
An
der Kasse braucht man mittlerweile schon einen gut geschulten Stauberater,
Stop-and-go mit menschlichen Hindernissen und akustischen Schikanen:
ein noch nicht ganz vorschulreifer Knirps wälzt sich wild zappelnd
und mordsmäßig
brüllend vor meiner EKW-Stoßstange auf dem gekachelten Boden
und wechselt chameleongleich die Farben von tomatenrot zu (cordon)bleu
und umgekehrt, während seine kleinen Tentakeln gierig zitternd
in Richtung Lolliregal greifen. Offensichtlich
ist er schwer auf Lutscherentzug! Die im Stammbaum auf dem höheren
Ast sitzende, mutmaßliche Erzeugerin überlegt wahrscheinlich
in diesem Moment, sich kopfüber von selbigem zu stürzen. Vielleicht
gibt sie den Bengel ja noch vor Weihnachten einfach zur Adoption frei?
Dieser
talentierte, kleine Marktschreier könnte ja auch zu Promozwecken
engagiert worden sein, überlege ich, während ich die Kasse(ner
Berge) passiere, um meine Beute vom strapaziösen Laufband zu erlösen.
Ich nehme meinen Bon, wünsche dem querelenden Winzling einen riesigen
Bonbon (der ihm endlich das Maul stopfen möge) und verkaufe mein
Vehikel für den investierten Euro.
Super,
so ein Markt!
Eure Mellos
Arche Nora e.V.
- Frauenpower auch für Seniorinnen
Im April 1991 erschien in zwei Hamburger Tageszeitungen eine kleine
Anzeige: "Welche Frauen ab 40 machen sich auch Gedanken über
evtl. Lebensformen im Alter und haben Lust, an einem derartigen Projekt
mitzuarbeiten?"
Die Initiatorinnen waren überrascht von dem positiven Echo: beinahe
40 Zuschriften flatterten ihnen ins Haus! Eine der Neugierigen, die
wissen wollten, was sich dahinter verbirgt, war ich. Länger schon
hatte ich mich mit alternativen Wohnformen befasst, noch kurze Zeit
zuvor zusammen mit Architektinnen an einem Wettbewerb teilgenommen,
in dem viele kreative Ideen gefragt waren. Auf Treffen mit Freunden
und Freundinnen war bereits mehrfach - halb im Ernst, halb im Scherz
- geäußert worden: "...und als Senioren gründen
wir dann eines Tages eine Wohngemeinschaft und versorgen uns gegenseitig!"
Wer
steckt dahinter?
Das Inserat hatten drei Arbeitskolleginnen aufgegeben, die nach Trennung,
Tod des Partners oder langem Alleinleben einfach nicht glauben mochten,
dass "das Alter" mit Rückzug und passivem Erdulden der
üblichen Begleitumstände gleichzusetzen ist. Sie wurden nun
bestätigt von vielen anderen, die geschrieben hatten und ebenfalls
auf der Suche nach Alternativen waren. Bereits im Mai fand ein Treffen
statt, beinahe dreißig Frauen kamen und erlebten einen Abend voller
Ideen, Aufbruchstimmung, Freude an der Begegnung mit Gleichgesinnten.
Einige waren nur neugierig und meldeten sich später nicht mehr.
Eine Gruppe von ca. 20 Interessierten traf sich jedoch von nun an regelmäßig:
Frauen mit sehr verschiedenen Biografien, aus unterschiedlichsten Berufen
und mit viel Engagement trugen ihre Erfahrungen und Qualifikationen
zusammen, um ein erstes Projekt ins Leben zu rufen. Alle 14 Tage trafen
wir uns, es fanden Arbeitswochenenden in einem Freizeitheim am Stadtrand
und andere gemeinsame Unternehmungen zum Kennenlernen statt, wir sammelten
viele Informationen und nahmen Kontakte zu Gruppen auf, die bereits
neue Wohnformen erprobt hatten und von eigenen Eindrücken berichten
konnten. In diesen Gruppen lebten junge und alte Menschen, Alleinlebende,
Alleinerziehende, junge Familien und Paare in einer Gemeinschaft.
Warum
nur Frauen?
Wir wollen mit anderen Gruppen kooperieren, doch der Wunsch, ein Projekt
von und für Frauen zu realisieren, war eine besondere Motivation.
Die Bedürfnisse und Lebensumstände alleinlebender Frauen in
der Großstadt haben eine eigene Dynamik, für viele geht es
darum, sich endlich selbst behaupten zu lernen und z.B. nach teilweise
jahrzehntelanger Zurücknahme in Familienverbänden den dritten
Lebensabschnitt selbständig zu gestalten, ohne die alten Klischees
zu bedienen. In gemischten Wohnprojekten für Jung und Alt waren
z.B. ältere Frauen schnell ungefragt in die Rolle der Kinderfrau
oder Gruppengroßmutter geraten...
Hinzu kommt die Tatsache, dass der Anteil alleinstehender älterer
Frauen im Vergleich zu älteren Männern extrem hoch ist. In
der Altersstufe der 65-Jährigen und älteren haben wir in Hamburg
ein
Verhältnis von 77:23 Prozent.
Neben Ideen wie wohnen auf dem Lande, mit großem Garten oder mit
Werkstätten, stand im Vordergrund das Vorhaben, eine Hausgemeinschaft
nach dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe in der Stadt zu gründen,
mit jeweils eigenen Wohnungen und Gemeinschaftsflächen. Wir gründeten
einen Verein, weil schnell klar war, dass wir für so ein Vorhaben
Unterstützung bräuchten.
Unsere
Ziele
Viel Arbeit wartete auf uns, besonders wichtig waren Kontakte zu Wohnungsamt
und Baubehörde, einer Architektin, möglichen Unterstützern,
Öffentlichkeitsarbeit. Alles unentgeltlich und in der Freizeit,
weil wir der Meinung sind, dass ein Gemeinschaftsprojekt, wie wir es
uns vorstellen, nur auf freiwilliger Basis funktionieren und nicht 'verordnet'
werden kann. Mitglieder zahlen einen geringen Beitrag, von dem Porto-
und Kopierkosten o.ä. finanziert werden.
Das
Ziel war und ist, Frauen verschiedener Altersgruppen anzusprechen, ein
reines Seniorinnenprojekt hatten wir nie vor Augen. Für die Jüngeren
geht es darum, sich rechtzeitig zu kümmern, nicht zu warten, bis
wichtige Entscheidungen von anderen, gar von Fremden getroffen werden.
Für die Älteren ist es ein Wunsch, lange aktiv am Leben teilzuhaben
und Erfahrungen einzubringen. Eine Altersobergrenze gibt es nicht, doch
Bereitschaft, sich auf Gemeinschaftliches einzulassen und eigene Beiträge
einzubringen, muss vorhanden sein.
Alle verbindet das Ziel, nicht nur unter einem Dach zu wohnen und jederzeit
Menschen zum Ansprechen und für gemeinsame Aktivitäten in
der Nähe zu wissen, sondern miteinander rechnen zu können,
wenn Hilfe gebraucht wird.
Bisherige
Erfolge
Zwei spannende Projekte sind seither entstanden, ein drittes wird in
diesem Jahr verwirklicht. Ein Haus für 10 Frauen in Altona auf
den Zeisewiesen wurde vor drei Jahren bezogen, ein weiterer Neubau am
Hafenrand ist gerade im Bau und soll im Frühjahr 2005 bezugsfertig
sein. Und in einem alten Stift an der Max-Brauer-Allee haben vor acht
Jahren Frauen von inzwischen 50-75 eine Gruppe gegründet, deren
Mitglieder innerhalb einer Wohnanlage nach dem Prinzip der kurzen Wege
die Ideen des Vereins realisieren und weiterentwickeln.
Eine
große Hürde ist die Finanzierung solcher Projekte. Die Mehrzahl
der Frauen, die zu uns finden, hat eher geringe Ersparnisse, ein Arche-Nora-Wohnprojekt
kann also nicht mit Eigenmitteln, wie sonst üblich, sondern nur
mit Unterstützung von außen realisiert werden. Im ersten
Fall gibt es eine Investorin. Bauherr des gerade entstehenden Neubaus
ist der Altonaer Spar- und Bauverein, zu dem schon seit Jahren Kontakt
besteht und dessen Vorstand von unseren Ideen sehr angetan war.
Der
Verein Arche Nora als "juristische Person" und Projektentwicklerin
ist Ansprechpartner, aber die künftigen Bewohnerinnen entscheiden
selbst, wie sich das Leben in ihrer Hausgemeinschaft gestalten soll.
In Zusammenarbeit mit der Architektin sind sie an der Planung des Hauses
beteiligt, als künftige Miterinnen zahlen sie die üblichen
Genossenschaftsanteile und dürfen bei Freiwerden einer Wohnung
die Nachmieterin vorschlagen.
Ein
neues Projekt in Barmbek?
Vor fünf Jahren sollte ein Arche-Nora-Wohnprojekt in Barmbek entstehen,
die Liegenschaftsverwaltung hatte etwas voreilig ein Grundstück
an der Von-Essen-Straße freigegeben. Eine Bürgerinitiative
kämpfte 1999/2000 erfolgreich um den Erhalt der Freifläche
am Rande des Schulhofes der Adolph-Schönfelder-Grundschule und
der Verein Arche Nora e.V. konzentrierte sich auf das Projekt in Altona.
Damals waren nach einem Wochenblattartikel beinahe 20 Barmbekerinnen
zu den ersten Treffen gekommen!
Ob
wir in Barmbek Süd eine Chance für ein Bauvorhaben erhalten
und geeignete Unterstützer finden, ist sehr ungewiss, doch wir
wollen eine neue Arche-Nora-Gruppe in Barmbek gründen nach dem
Motto, mit dem alles anfing: "Welche Frauen ab 40 bis 100 machen
sich auch Gedanken....?"
Es kann ja auch eine ganz neue, eben eine Barmbeker Variante daraus
entstehen! Ein Nachbarschaftsprojekt mit kurzen Wegen wäre ein
guter Anfang und das Kulturhaus Dehnhaide ein schöner Ort zum Treffen...
Kontakt: Erika Draeger, Tel. 299 14 00
eMail: info@archenora.de, Homepage: www.archenora.de
ed
Noch mehr Power:
Die Frauenhand-Werkstatt geht neue Wege
Was im Jahre 1982 aus der Emanzipationsbewegung heraus gegründet
wurde, ist schnell zu einem beliebten Treffpunkt und einer Stätte
der Selbstverwirklichung für Frauen aus ganz Hamburg geworden:
Die Frauenhand-Werkstatt e.V., in welcher Frauen jeden Alters die Möglichkeit
haben, ihre handwerklich-gestalterischen Vorstellungen gemeinsam in
die Tat umzusetzen.
Der
Verein verfügt heute über eine Keramikwerkstatt und eine Tischlerei,
die beide semi-professionell ausgestattet sind und in denen in kreativer
Arbeitsatmosphäre und auf sehr hohem Schaffensniveau gefertigt
wird. eit 1994 wurde der Verein von der Sozialbehörde der Hansestadt
gefördert. Diese Förderung ermöglichte einen Umzug in
die 240 Quadratmter großen Räume in der Elsässer Straße
4 in Dulsberg und es konnten drei feste Mitarbeiterinnen eingestellt
werden, nämlich eine Tischlerin, eine Keramikerin und eine Sozialpädagogin.
Seitdem
finden hier bei offenen Anleitungszeiten und regelmäßigen
Kursangeboten viele Frauen Beratung und Unterstützung, auch und
besonders in beruflichen Umbruchsituationen.
Da ab diesem Jahr kein müder Cent mehr von Seiten der Stadt fließt,
muss der Verein nunmehr den beschwerlichen Marsch in Richtung Selbstfinanzierung
antreten. "Wir haben das große Glück, eine Mäzenin
gefunden zu haben, die einen sehr großzügigen Betrag gespendet
hat.
Sonst hätten wir schließen müssen" sagt Regine
Kränz, Vorsitzende des Vereins.
Somit ist die Existenz des Vereins zumindest vorerst gesichert.
Dennoch gibt es bis zum Ziel finanzieller Unabhängigkeit noch einiges
zu tun. Als erste Maßnahme hat die Frauenhand-Werkstatt ihr Kursangebot
erweitert. Für alle interessierten Frauen und Kinder (auch Jungen)
bietet der Verein fortan kostenpflichtige Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse
zu Töpferei und Tischlerei an. Den momentan etwa 80 Vereinsfrauen
stehen darüberhinaus natürlich die Werkstätten zu Verfügung,
in denen zu festen Nutzungszeiten auch eine Fachfrau beratend zur Seite
steht.
Wenn gerade nicht gewerkelt wird, kann man auch einfach gemütlich
bei Kaffee oder Tee beisammensitzen, wobei für die Betreuung der
Kinder und ausreichend Raum zum Toben ebenfalls gesorgt ist.
"Die Nutzung der Werkstätten ist mehr als ein Hobby",
sagt Regine Kränz. Man kann über die Arbeit Kontakte knüpfen
und Freundschaften schließen. Soziale Unterschiede gibt es hier
nicht."
Interessierte
Frauen können sich dienstags zwischen 10 und 13 Uhr unter der Rufnummer
696 19 49 über das Angebot der Werkstatt informieren.
ed
Tanzt Ihr Mann
auch (nicht)?
Mein Mann hat zwei linke Füße. Tanzfüße jedenfalls,
denn gehen, ja sogar joggen kann er schon.
O.K., das, wusste ich schon vor unserer Heirat; sogar auf unseren Hochzeitswalzer
hatte ich verzichtet. Ärgerlich ist es aber doch, dass mein Ronald
so ein takt-ignorierender Klumpfuß ist.
Dabei
habe ich vieles versucht: Suchte gezielt rhythmusintensive Stücke
heraus, die einem den Takt geradezu aufdrängen. Bat ihn, doch einmal
spielerisch mit zu klatschen. Mein Gatte schaffte es, die Hände
mit einer Synkope Verzögerung zusammenzuschlagen. Auch eine Leistung.
Aber leider keine, die fürs Tanzen hilfreich wäre.
Dann probierte ich es mit der Ganzkörper- Methode: drückte
ihn fest an mich und versuchte, ihn zu einem Max-Greger-Tanzorchester-Foxtrott
zu bewegen. Schon bald bildeten sich blaue Flecken an meinen Füßen,
aber wer jaulte auf! - Mein Mann: Bei so einer Musik fühle er sich
nicht inspiriert.
Klar,
verstand ich, legte also die peppigere Variante auf: Disco-Fox. Schritt,
Schritt, ran und zurück. Er nickte mutig. Und wirklich: vor, vor,
tap - rück, rück tap. Er schaffte es! Aber nur, wenn er sich
diese komplizierte Choreographie laut vorsagte und ich - noch lauter
- den Takt mitzählte.
Wir waren fast heiser und auf dem Wohnzimmer-Teppich tanzten bereits
Wollflocken vom Füßeschaben, als es schließlich zum
Ehekrach kam: "Was willst Du denn noch?" schrie Ronald aufgebracht,
als ich es gewagt hatte, vom sturen Vor- und Rückwärtslaufen
(tanzen mag ich es kaum nennen) abzuweichen, um eine Drehung einzuleiten.
"Aber das ist doch der selbe Schritt, nur eben leicht gedreht..."
Er brach ab, murmelte gereizt etwas von "kleiner Zeh - ganzer Fuß".
Fortan mieden wir das Thema Takt und Tanzen. Bis die Einladung zur goldenen
Hochzeit meiner Eltern kam. Sie wollten in großem Rahmen feiern,
mit Fünf-Gänge-Menü und anschließendem Ball. "Soll
ich absagen?" fragte ich Ronald spitz, "oder alleine hingehen?"
Er schwieg.
Noch war es einige Wochen hin bis zur Feier, und ich vertiefte die Frage
lieber nicht...
Dabei
konnte Ronald wirklich nett sein: brachte mir manchmal meinen Lieblingswein
mit oder Karten für einen gemeinsamen Theaterabend. Doch dafür
fehlte uns in den vergangenen Wochen die Zeit, denn Ronald musste plötzlich
viele Überstunden machen. Häufig
kam er erst nach 22 Uhr nach Hause. "Schwierige Kunden", antwortete
er knapp, wenn ich mehr wissen wollte.
Allmählich machte ich mir Sorgen. Misstrauisch wurde ich, als ich
an seinem Stofftaschentuch fremdes Damenparfum erschnupperte. Was ging
da vor?
Bevor ich tiefer in die Beweislage einsteigen konnte, mussten wir diese
goldene Hochzeit überstehen.
Natürlich
gingen wir da bin, schon meinen Eltern zuliebe. Mit aufgesetzter Fröhlichkeit
würgte ich die fünf Gänge hinunter, neben mir einen wirklich
gut aufgelegten Mann. Das Dessert war verspeist, die Reden gehalten,
und nun spielte die Musik auf- Deprimiert sank ich in mich zusammen.
"Darf ich bitten?"
Das konnte doch nicht... doch, Ronald bat mich um diesen Walzer. Verwirrt
stolperte ich auf die Tanzfläche.
Was
ich dann erlebte, war das pure Glück. Anmutig schwebten wir über
das Parkett - im korrekten Dreivierteltakt! Und meine Befürchtungen
wegen des Damenparfums verflüchtigten sich en dansant auch sofort:
Er hatte mit einer Kollegin einen Tanzkurs besucht und ihr dabei hin
und wieder den Schweiß von der Stirn getupft. "Es lernt sich
eben entspannter mit einem anderen Linksfüßler", erklärte
er schmunzelnd, "Ilka hat auch so einen ehrgeizigen Tänzer
zu Hause, der sie zu Höchstleistungen auf dem heimischen Teppich
antreiben wollte."
Finden Sie diese Bemerkung nicht auch irgendwie... taktlos?
Claudia Falk
Hilfen für
Schwerhörige und Ertaubte
Jeder Zweite über 60 ist schwerhörig!
In
Hamburg haben mehr als 320.000 Menschen Hörprobleme, betroffen
ist aber nahezu die doppelte Anzahl, denn Schwerhörigkeit als Kommunikationsbehinderung
wirkt sich auch auf das Umfeld aus.
Es sind die Kinder, die mit den Eltern nicht mehr telefonieren können
oder nicht mehr in die Wohnung gelassen werden, die dadurch das Problem
genauso spüren wie der Schwerhörige selbst. Oder Beziehungen
werden belastet, weil ein Partner nicht mehr ansprechbar ist oder sich
aus allem herauszieht. Es kann sehr einsam machen, in einer Familienfeier
zu sitzen und nichts zu verstehen...
Aber: für dieses Problem gibt es Lösungen.
Neben
anderem bietet die Hörberatungs- und Informationszentrum gGmbH
intensive Beratung zu technischen Hilfen, aber vor allem Betreuung bei
sozialen und psychosozialen Belastungen, die durch Schwerhörigkeit
und Ertaubung verursacht werden. Eine
gute Gelegenheit, die Leistungen des Zentrums kennenzulernen, sind die
Tage der offenen Tür
in der Wagnerstraße 42
am Freitag, 4. Juni, von 13-18 Uhr
und Sonnabend, 5. Jun, von 10-16 Uhr.
Beratung
zu allen Fragen, die bei Hörproblemen auftreten:
Notwendigkeit von Hörhilfen und Hilfsmitteln in allen Lebensbereichen,
Möglichkeiten finanzieller Entlastung bei der Anschaffung technischer
Hilfen, Vermittlung von Kontakten zu aktiven Gruppen des Bundes der
Schwerhörigen.
Rehabilitationsmaßnahmen, Weiterbildungskurse, sportliche Freizeitgestaltung
- in diesen Bereichen bieten oder vermitteln wir entlastende Gelegenheiten
für Betroffene, die wegen der Schwierigkeiten, sich mit dem hörenden
Umfeld zu verständigen, unter Stress leiden oder sogar resigniert
haben.
Viele
Betroffene kennen weder Lichtsignalanlagen (z.B. Leuchtzeichen in Wohnräumen,
wenn es an der Haustür klingelt), noch Verstärker beim Telefonieren,
Höranlagen beim Fernsehen oder Blitz-/Vibrationswecker, mit denen
viele Probleme des alltäglichen Lebens gemildert oder behoben werden
könnten. Diese Hilfen werden von Berater Heinz Behrens erklärt
und sie können ausprobiert werden. Ausgerichtet an der indivudell
ausgeprägten Schwerhörigkeit kann so die passende Lösung
für verschiedene Lebensbereiche gefunden werden.
Ein
sehr wichtiger Sektor der Betreuungsarbeit des Zentrums sind die nicht-technischen
Hilfen, z.B. Rehabilitationskurse für Sprach- und Sprechpflege,
Absehen und lautsprachbegleitende Gebärden sowie die Selbsthilfegruppe
und verschiedene Gesprächskreise. Diese Angebote ermöglichen
es Menschen mit Hörproblemen, auch und vor allem Hilfe für
die sozialen Folgen der Schwerhörigkeit zu erhalten.
Das
bekannteste Zeugnis dieser Folgen ist das "Heiligenstädter
Testament" Ludwig van Beethovens, in dem er sich ausführlich
über die schwerwiegenden und - aus seiner Sicht - falsch begründeten
Konsequenzen im Verhalten der Mitmenschen ihm gegenüber beklagt.
Wenn er nachfragte oder sich irgendwann resigniert abwandte, so wurde
das nicht mit den Hörproblemen in Verbindung gebracht, sondern
seinem "schwierigen Charakter" zugerechnet.
Diese
Problemlage existiert heute nach wie vor, sie ist die Ursache dafür,
dass viele Schwerhörige sich scheuen, offen darüber zu sprechen.
Dadurch aber vergrößert sich das Problem mehr und mehr und
wird irgendwann unkontrollierbar. Unsicherheit beim Verstehen wird zu
ständigem Misstrauen den Menschen gegenüber, das führt
zu Ausgrenzung, Isolation, Depression...
Die
Tage der offenen Tür im Hörberatungszentrum bieten Gelegenheit,
nicht nur alle Hilfen, sondern auch die Menschen kennenzulernen, die
für diese Unterstützung haupt- und ehrenamtlich arbeiten.
Zu
anderen Zeiten können Sie unter 29 16 05 einen individuellen Beratungstermin
vereinbaren. Die Beratungen sind kostenlos, doch da die Einrichtung
gemeinnützig tätig ist, sind kleine Spenden willkommen.
ed
Nachrichten aus dem Quartiersbüro Dehnhaide
Quartiersplatz Vogelweide: Baufertigstellung verzögert sich!
Der Umbau der Vogelweide zwischen Wohldorfer und Volksdorfer Straße
zum neuen Quartiersplatz ist Anfang Januar ins Stocken geraten. Viele
Bewohner fragten bei uns im QuartiersBüro nach,
warum die Bauarbeiten nicht weiter fortgeführt werden. Auf Nachfrage
unsererseits wurde von der zuständigen Tiefbauabteilung des Bezirksamtes
zunächst auf die widrigen Wetterbedingungen verwiesen, die die
Baufirma daran hindere, weiterzuarbeiten. Doch auch besseres Wetter
brachte keine Fortschritte bei der Bautätigkeit.
Ende
Februar war es dann klar: das beauftragte Bauunternehmen musste wegen
Zahlungsunfähigkeit die Arbeiten einstellen.
Nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfristen ging die Tiefbauabteilung
unverzüglich in Verhandlung mit Bauunternehmen, die bei der öffentlichen
Ausschreibung der Bauleistungen nicht zum Zuge gekommen waren und Bereitschaft
zur Übernahme der Baustelle signalisierten. Obwohl derartige Verhandlungen
aus Gründen der Abrechnung und Gewährleistung nicht ganz einfach
sind, soll kurzfristig ein neues Bauunternehmen beauftragt werden, das
voraussichtlich nach Ostern die Arbeit aufnehmen und in ca. vier Wochen
zum Abschluss bringen wird. Damit kann der Wochenmarkt nicht wie geplant
zu Ostern, sondern wenn alles gut geht kurz vor Pfingsten beginnen.
Als Markttag ist jeweils der Freitag vorgesehen.
Bei
der Suche nach einem privaten Betreiber für den Wochenmarkt auf
dem Quartiersplatz ist das Wirtschafts- und Ordnungsamt fündig
geworden. Als Marktbetreiber konnten die Eheleute Pape gewonnen werden,
die auch schon Wochenmärkte auf dem Winterhuder Marktplatz sowie
im Heubergredder durchführen. Dort sind sie selbst mit einem eigenen
Stand vertreten und verkaufen frisches Obst aus dem Alten Land. Viele
Marktbeschicker dieser Wochenmärkte werden zukünftig auch
auf dem Wochenmarkt in der Vogelweide vertreten sein. Es ist geplant,
die einzelnen Anbieter mit ihrem Sortiment in einem Faltblatt, das rechtzeitig
zu Marktbeginn erscheinen soll, näher vorzustellen.

Platzkunst
Die
geplante Skulptur für den Quartiersplatz wird zur Eröffnung
allerdings noch nicht stehen. Der
Antrag des QuartiersBüros an die Kunstkommission war teilweise
erfolgreich. Es wurde ein Betrag von 12.000,- Euro für einen Künstlerwettbewerb
und die eigentlichen Erstellungskosten in Aussicht gestellt, allerdings
mit der Maßgabe, dass der gleiche Betrag nochmals von Dritten
aufgebracht wird.
Diese
Auflage könnte sich noch als Stolperstein erweisen, da die Zahl
der potenziellen Sponsoren im Quartier begrenzt ist. Mit anderen Worten:
Bis die Skulptur tatsächlich auf dem Quartiersplatz aufgestellt
wird, kann es noch eine Weile dauern!

Die
Adolph-Schönfelder-Schule gestaltet ihren Schulhof neu.
Hintergrund
Die Adolph-Schönfelder-Grundschule hat sich im Herbst 2003 dazu
entschlossen, ihr Schulhofgelände umzugestalten. Gemeinsam mit
dem QuartiersBüro Dehnhaide wurde deshalb Kontakt zum Hamburger
Forum Spielräume aufgenommen.
Das Forum Spielräume ist ein Verein, der am Fachbereich Sportwissenschaft
der Universität arbeitet und bereits zahlreiche Schulen in Hamburg
dabei begleitet hat, ihr Außengelände unter Beteiligung von
Schülern, Lehrern, Eltern und Menschen aus dem Umfeld umzugestalten.
Auch das Verfahren an der Adolph-Schönfelder-Grundschule wird durch
das Forum begleitet.
Der
Schulhof der Schule stellt mit einer Größe von ca. 8000 m²
die größte Freifläche innerhalb des Quartiers dar. Durch
die hohe Bewohnerdichte und die fehlenden Alternativflächen im
näheren Umkreis kann er auch für Kinder aller Altersklassen,
die nicht dort zur Schule gehen, sehr attraktiv sein. Das nun angeschobene
Moderations- und Beteiligungsverfahren arbeitet vor dem Hintergrund,
die Interessen der Schule, als hauptnutzende Einrichtung, und die Interessen
der Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier in den Prozess der Ideenentwicklung
einfließen zu lassen.
Wer
macht mit?
Innerhalb der Schule werden alle Gruppen (Schüler, Lehrer, Eltern
und der Hausmeister) am Entwicklungsprozess beteiligt. Eine zentrale
Rolle spielt dabei die Mitte letzten Jahres gegründete AG Schulhofumgestaltung,
in der Vertreter der einzelnen Gruppen der Schule mitarbeiten und die
den Prozess als Schulgremium begleitet.
Die Interessen des Quartiers werden durch den Quartiersbeirat, bzw.
durch die AG Freiflächen vertreten, deren Mitglieder ebenfalls
am Entwicklungsprozess beteiligt werden.
Das
QuartiersBüro stellt sicher, dass alle Aspekte der Quartiersentwicklung
mit in das Verfahren eingebracht werden. Die Quartiersentwickler Arno
Siebert und Peter Lauenburg stehen als ständige Ansprechpartner
für Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung und stellen zugleich
eine Vermittlungsstelle zum Bezirksamt als zu-ständiger Verwaltungseinheit
dar. Schließlich werden auch weitere ggf. zukünftige Mitnutzer
des Geländes, etwa ein Sportverein bzw. ein nahegelegener Kindergarten
Gelegenheit bekommen, ihre Anregungen einzubringen.
Die
Verfahrensgrundsätze
Das Hamburger Forum Spielräume verfolgt in seinen Verfahren der
Moderation verschiedene Oberziele, deren Erreichung für ein erfolgreiches
und nachhaltig wirkendes Umgestaltungsverfahren von Bedeutung sind.
- Alle
Ebenen der Schulgemeinschaft (Leitung, Lehrer, Eltern und Hausmeister)
sollen das Prinzip der "Bewegten Schule" mittragen (Informationen
zur "Bewegten Schule" finden sich unter www.uni-hamburg.de/forum.)
- Die
Schulraumgestaltung muss von der Schule als pädagogisches Programm
verstanden werden.
- Um
ein nachhaltiges Ergebnis der Umgestaltung zu erlangen, ist es zwingend
notwendig, dass die gesamte Schulgemeinschaft am Umgestaltungsprozess
beteiligt wird.
- Die
Schulhofgestaltung muss auch nachfolgenden Schüler- und Lehrergenerationen
die Möglichkeit der Einflussnahme bieten.
- Alle
Schritte des moderierten Planungsverfahrens müssen durchlaufen
werden. Bei diesen Schritten handelt es sich um: Bestands- und Nutzungsanalyse,
die Erarbeitung von Entwicklungsperspektiven, die Darstellung und
Gewichtung der Wünsche, die gemeinsame Erarbeitung von Realisierungsschritten,
die Umsetzung der realisierbaren Umgestaltungsideen unter Federführung
eines Landschaftsarchitekturbüros und die Pflege des Geländes
nach der Umgestaltung.
- Zentral
ist schließlich das Ziel, das Schulgelände auch außerhalb
der Schulzeiten fü
Ziele
für die Schulhofumgestaltung:
Die Adolph-Schönfelder-Schule verfolgt mit dem Umgestaltungsprozess
verschiedene Ziele.
Zunächst
erhofft sie sich durch eine bewegungsfördernde Gestaltung des Außengeländes,
den Schülerinnen und Schülern einen attraktiven Ausgleich
zum meist unbewegten Unterrichtsgeschehen zu bieten. Die Umgestaltung
des Geländes soll darüber hinaus durch ihre angestrebte Differenzierung
in verschiedene Funktionsbereiche mögliches Konfliktpotenzial zwischen
den Schülerinnen und Schülern reduzieren. Der Prozess stellt
damit eine sinnvolle Ergänzung des Schulprogramms "Förderung
der sozialen Kompetenzen der SchülerInnen" dar, in dem die
Adolph-Schönfelder-Schule in den vergangenen Jahren zahlreiche
Projekte z.B.zur Gewaltprävention oder zur Streitschlichterausbildung
durchgeführt hat. Auch das Programm "Aktive Pause", das
in der Schule praktiziert wird, findet durch eine Umgestaltung des Außengeländes
eine sehr sinnvolle Ergänzung. Schließlich wird von der Schule
eine klare Regelung der Nutzungsbefugnisse des Geländes erwartet.
Das Quartier strebt durch die Neugestaltung einen attraktiven Treffpunkt
für die Menschen im Umfeld der Schule an und wünscht sich
eine stärkere Einbindung der Schule in das Stadtteilleben. Um eine
größere Präsenz der Quartiersbevölkerung zu erreichen,
sollen Übereinkünfte über die Nutzung außerhalb
der Schulzeit mit der Schule entwickelt werden.
Zentrales
Ziel des Moderationsverfahrens wird es sein, die mannigfaltigen Interessen
der verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer zu ermitteln und ggf. zu vermitteln.
Stand
des Verfahrens
Das
Verfahren befindet sich zurzeit in der Phase der Bestands- und Nutzungsanalyse.
Die Lehrerschaft hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des
Elternrates und dem Hausmeister ihre Eindrücke der derzeitigen
Nutzungssituation zusammengetragen. Zudem sind erste Analysen des Pausengeschehens
durchgeführt worden. Die Adolph-Schönfelder-Schule beabsichtigt,
die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler selbst durchzuführen.
Zu diesem Zweck wurde durch das Hamburger Forum Spielräume ein
Methodenworkshop durchgeführt, in dem verschiedene Beteiligungsinstrumente
vorstellt wurden.
Wie
es weiter geht
Die Schule wird ihr Schulfest am 18. Juni 2004 schwerpunktmäßig
zum Thema der Schulhofumgestaltung durchführen. Hier werden die
ersten Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bis
dahin wird auch eine gemeinsame Veranstaltung von Vertreterinnen und
Vertretern der Schule und des Quartiers stattgefunden haben, um gemeinsame
Perspektiven für das Gelände zu entwickeln.
Sehr erfreulich ist die zügige Auftragsvergabe an eine Landschaftsarchitektin,
die durch das frühzeitige Engagement den Beteiligungsprozess und
die wichtigsten Anliegen der Nutzerinnen und Nutzer des Geländes
unmittelbar erfahren kann.
Christoph Porschke, Hamburger Forum Spielräume

Verschönerung
des Hauses Dehnhaide
Das
Haus Dehnhaide in der Vogelweide 20b soll umfassend renoviert und verschönert
werden.
Neben den notwendigen Malerarbeiten soll vor allem die Beleuchtung des
großen Saals verbessert werden. Hier sind nicht nur neue Einbauleuchten,
sondern auch verbesserte Bühnenstrahler und Wandleuchten vorgesehen.
In
der Flurnische rechts neben dem Eingang zur Bücherhalle soll eine
gemütliche Leseecke entstehen. Hierfür wird, soweit der Vermieter
und das Bezirksamt Nord als Hauptmieter zustimmen, ein zusätzliches
Fenster eingebaut. So erhält dieser Raum nicht nur eine Sichtverbindung
nach außen, sondern vor allem auch Tageslicht zum Lesen. Da hierfür
jedoch ein Bauantrag gestellt werden muss, wird der Einbau erst nach
Abschluss der übrigen Renovierung möglich sein.
Auch im Außenbereich sind Verbesserungen vorgesehen: Die östlich
des Eingangs, neben den neuen Fahrradanschlussbügeln gelegene,
wenig ansprechenden Außenanlage soll durch eine Neueinfriedung
und Bepflanzung mit Stauden, Sträuchern und Bodendeckern aufgewertet
werden. Die Klinkerfassade soll im Zusammenhang mit dem Fenstereinbau
komplett gereinigt werden.
Durch die optische Aufwertung des Hauses Dehnhaide hoffen wir, die Attraktivität
der im Haus Dehnhaide ansässigen Einrichtungen Kulturhaus Dehnhaide,
Öffentliche Bücherhalle Dehnhaide und AWO-Begegnungsstätte
weiter zu erhöhen.
Die Planung und Bauleitung wird vom QuartiersBüro Dehnhaide durchgeführt,
die Finanzierung wurde durch Mittel des hamburgischen Programms Soziale
Stadtteilentwicklung, Quartiersentwicklung Dehnhaide, ermöglicht.

Kanustützpunkt
Weil im kalten November keiner mehr Lust hatte Boot zu fahren, wurde
die Einweihungsfeier für den neuen Kanustützpunkt am Alten
Teichweg 43 (siehe BASTA Nr.4) auf Mai 2004 verlegt. Die feierliche
Eröffnung des Stützpunktes und des daran angeschlossenen neuen
Jugendcontainers des HDJ-Flachsland findet nun am 3. Mai um 15.00 Uhr
statt. Alle Kinder und Jugendlichen aus dem Quartier Dehnhaide sind
herzlich zum "Anpaddeln" eingeladen. Die weiteren Öffnungszeiten
des Kanustützpunktes und des Jugendcontainers können im HDJ-Flachsland
(Tel. 20 40 53) oder im KiFaZ (Tel. 298 213 11) abgefragt werden. Kanustützpunkt
und Erneuerung des Jugendcontainers wurden ermöglicht durch Kofinanzierung
durch das Programm Soziale Stadtteilentwicklung der Stadt Hamburg, Quartiersentwicklung
Barmbek-Süd.

Quartiersbeirat
Wie bereits im letzten Jahr stehen auch im Jahr 2004 dem Quartier Dehnhaide
Verfügungsfondsmittel von 10.000,- Euro zur Finanzierung kleinerer,
kurzfristig umsetzbarer Projekte zur Verfügung. Diese Projekte
sollen nachbarschaftliche Kontakte stärken, die Stadtteilkultur
beleben oder die Übernahme von Eigenverantwortung und Selbsthilfe
fördern.
Antragsberechtigt sind alle BewohnerInnen des Quartiers Dehnhaide, wie
auch alle vor Ort tätigen Personen oder Einrichtungen. Die Anträge
können formlos im Quar-tiersBüro gestellt und müssen
vom Quartiersbeirat Dehnhaide beschlossen werden. So können kleinere
Projekte oft schnell und unbürokratisch umgesetzt werden.
Sie erreichen uns im QuartiersBüro unter Tel. 68 00 41, Mo.-Fr.
von 9:00-17:00 Uhr, Di-Do. auch persönlich in der Hamburger Straße
180, 2.OG.
Die öffentlichen Beiratssitzungen finden an jedem 1. Mittwoch im
Monat statt, 19 Uhr im Haus Dehnhaide, Vogelweide 20b

Quartiersfest
In diesem Jahr findet, nach dem großen Erfolg des Quartiersfestes
in der Wohldorfer Straße im Jahr 2002, wieder ein Straßenfest
statt.
Am Samstag den 4. September 2004 soll in gemeinsamer Verantwortung der
Kreuzkirche zu Barmbek, des Kulturhauses Dehnhaide, des Kinder- und
Familienzentrums Barmbek-Süd und des QuartiersBüros Dehnhaide
das Straßenfest Vogelweide mit viel Musik, Essen, Trinken und
Kultur auf dem neuen Quartiersplatz steigen.
Umfrage bei den Einzelhändlern - die Ergebnisse liegen vor
Im
Oktober und November letzten Jahres führte Britha Krause für
die Interessensgemeinschaft (IG) der Gewerbetreibenden in Barmbek Süd,
eine Umfrage bei den Einzelhändlern entlang der Straßen Dehnhaide,
Hamburger Straße und Barmbeker Markt durch. Die spezifischen Probleme
der Gewerbetreibenden und die Standortvor- und Nachteile sollten erfasst
werden.
Entlang
der Straßen, die den Nahversorgungsstandort Dehnhaide bilden,
gibt es ca. 60 Ladengeschäfte. Insgesamt wurden 70% (42 Geschäfte)
befragt.
Der
seit Jahren andauernde Strukturwandel im Einzelhandel, also das Verschwinden
der kleinen Inhabergeführten Fachgeschäfte in der Nachbarschaft
ist auch an der Dehnhaide nicht vorbei gegangen. Der Grund ist unter
Anderem die starke Konkurrenz der Einkaufszentren und Discountläden
aber auch ein verändertes Kaufverhalten der Kundschaft.
An
dem Standort Dehnhaide konnte sich trotzdem bis jetzt eine relativ vielfältige
Ladenstruktur erhalten. Die Hälfte der befragten Läden sind
schon seit 20 Jahren oder länger an diesem Standort. Der Inhaber
oder die Familie bedient selber. 46% der Ladeninhaber wohnen auch im
Stadtteil Barmbek Süd.
Als
Vorteile des Standortes wurden von den Einzelhändlern die gute
Erreichbarkeit und die zentrale Lage genannt. Auch die Anliefermöglichkeiten
sind für die meisten Geschäfte gut.
Die in anderen Stadtteilen viel diskutierten Themen Sicherheit, Vandalismus
und Vermüllung sind für die Einzelhändler hier im Stadtteil
kaum relevant. Als sehr positiv wird auch die gute Nachbarschaft untereinander
gewertet. Das Gewerbe ist ein wichtiger Arbeitgeber im Stadtteil: In
den befragten Geschäften arbeiten insgesamt 129 Menschen 16% davon
wohnen im Stadtteil.
Die
Nachteile des Standortes aus Sicht der Geschäftsleute liegen deutlich
auf der Hand das Umfeld lädt nicht zum Einkaufsbummel ein, der
Straßenraum und die Hausfassaden wirken teilweise desolat und
renovierungsbedürftig, die großen Verkehrsachsen Hamburger
Straße und Barmbeker Markt können nur umständlich überwunden
werden und bilden Barrieren, die Angebotsvielfalt, das sogenannte Branchenmix
stimmt nicht mehr.
Hier
muss dringend etwas getan werden, denn ca. 1/3 der Ladeninhaber planen
den Betrieb aus Altersgründen oder wirtschaftlichen Gründen
zu schließen oder zu verlagern. Bereits in den letzten vier Jahren
gab es 50% Betriebsneugründungen oder Übernahmen.
Wichtig
ist es, den Standort Dehnheide wieder für Geschäfte interessant
zu machen und das Einkaufen in den Straßen um die Dehnhaide attraktiv
zu gestalten. Dazu gehört auch z.B. die sehr unterschiedlichen
Öffnungszeiten zu vereinheitlichen.
Die Handlungsschwerpunkte, die sich aus der Untersuchung ergaben, wurden
zu einem Konzept ausgearbeitet. Mit diesem Konzept möchte die IG
ihre zukünftige Arbeit besser koordinieren und den zuständigen
Gremien Handlungsempfehlungen geben. Aber ohne die Unterstützung
der Bewohner und Institutionen im Stadtteil geht es natürlich nicht.
Britha
Krause
Dütt un datt op Platt -
Erbauliches von Helga Kelling
Goarden
in'n Fröhjohr
Also,
ick weet nich; datt heet doch jümmers datt sick uns Eer ümmer
mehr "erwärmt"? Dorfun mark ick nicks! Ditt Fröhjohr
wär jed een Nacht jümmers ünner 0 Grad.
Stiefmütterchen all lang in'n Angebot, aber wie du de inne Eer
kregen tschast stünn door nich bi! Müsst mit 'n Hammer un
Meißel bi!
Wie hett de Nahber datt mookt ? Datt blöht bi emm an alle Ecken!
Kanns rein niedsch warrn! Mutt ick woll grote Pött opstellen un
Blomeneer keupen.
Heff
mien Hackenporsche ut denn Keller holt, denn drägen kann ick de
groten Büddels nich mehr.
Kumm an bi datt Center un quäl mi mit Inkeupwagen un mien "Träler"
dorch de Riegen. Keen Blomeneer door. Utverkofft!! (Datt wärn wiss
mien Nahbers!)
Door heff ick denn mien Blomenampeln ophangt mit Geranien un Fuchsien.
Ick wär richtig stolz op mien Trick!
Kloor, datt mien Nahbers door achter komen sind.
Hebbt mi ganz schöön dormit optrocken!
De Geranien un Fuchsien wärn nämlich ut Plastik!

Datt
wärn noch Tieden
Datt wärn noch Tieden, as Lokalitäten
"Zur Linde" oder "Zur Einkehr" hebbt heten!
De Linnen sünd nu lang all wech.
Jüst heff ick mol lest "Bernis Eck".
Heff ick dacht, door geihst mol rin.
Door weest glieks wokeen door binn´n.
Wull ringohn un seggen: "Hi, Berni! Goden Dag!"
Aber Berni hätt datt längst verpacht.
Twee
swatte Ogen kiekt di an
un de Wirt froogt, watt he för di dohn kann?
Egentlich wuss bloot son böten klön´n
bi son Halwen un 'n duppelten Kööm!
Huukst di ersmol op denn Hocker.
Is bi Ali jo ganz propper!
Ward över 'n Urlaub snackt.
Süh an, de Ali snackt sogor 'n böten Platt!
Kannst
di ok bi emm utkotzen
un mol över allens motzen!
Watt he denkt, marks emm nich an.
He hofft op niejen Kunnenstamm!
Du schimpst op allens bannig dull!
He schenkt datt nächste Glas di vull.

Fröhjohrsputz
Gifft
jo Lüüd, de hebbt een ganz fastes Programm föör
datt Reinmoken.Mondag sugen, Deensdag Badstuv gründli, Middewoch
de Finsters putzen un so wieder.
Datt klappt bi mi nu gornich!
Door kümmt jümmers watt doortwischen! Denn bünn ick richtig
froh, watt ick sowieso keen Lust ton Reinmoken heff!
Stoff
wischen do ick bloot bi Sünnschien. Denn is datt nämli to
sehn, datt ick door mol wedder lang mutt! Un vorr allens süht man
datt denn ok, datt ick doorbi west bünn!!
So geiht mi datt ok mit de Schieben vonne Finsters.
De mööt bannig dreckig sien, datt ick no datt Putzen een "Erfolgserlebnis"
heff! de Freid, de ick denn heff, datt ick door wedder dorchkieken kann!!
Sühstwoll Schütt! So mook ick mi jümmers sülben
een Freid!!
Putzen,
weil datt anne Reech is, datt's nix föör mi!
Heff ick gorkeen Tied föör!
Gifft doch veel watt Wichtigeres: Een Book lesen - Krützwordrätsel
moken - mit 'n Nahber klönen - inne Badwann liggen bitt de Huut
schrumpelig ward - Kaffee drinken mit mien Swiegerdochter oder een Fründin.
Tohörn, wenn een anner Sorgen hett! Doorför heff ick veel
Tied!! Un dascha ok veel nödiger! Finds nich ok?
Datt heet doch, man schall jeden Dag een godet Wark dohn!! Doormit is
wisslich nich datt Reinmoken meent!

Frietied
- Platz
Ick
wahn jo direktemang an datt Stück vonne Vogelweid, watt noch Bustell
is un in´n Tokunft son lütten Frietied - Platz för grote
Lüüd warrn schall.
Een Wochenmarkt schall door ok henn.
Uns
hebbt se to Tied bannig affschott! Wi mööt över "Bagdad",
wenn wi no Sky wüllt! Na jo - hett jo allens mol een Enn´n!
Schull egendlich in´n Januoor ferdig
sien. Aber datt ward woll nicks?
Wenn
datt kloor is, ward datt schoin sinnig för uns!
Tschä, de een sien Freid, is denn annern sien Leid...
Ick loot mi överraschen!

Datt
Casting!
Uns
Hook- un Plattdüütsch ward jo dorch de velen utländschen
Wöör toschannen mookt. Tomeist dorch de inglischen. Nich bloot
inne Werbung - ok in uns Alldag treckt datt in!
Ick heff mol ´n Geschicht door ut mookt:
Mien Fründin Anke harr sick bi sonne Casting-Show anmeld. (Se müch
woll ook geern mal een Superstar sien?) Vördem hett se sick noch
son böten in eer Jeans op de Couch leggt ton relaxen! Dorno hett
se sick vörn Spegel stellt un no son Peeling un mit ´n vullkamen
Make-up een Beauty-girl ut sick mookt. Denn karjolte se los mit eern
Mini.Op de Straten wär grood Rushhour un se stunn meistdels in´n
Stau.Se wär aber clever un swutschte op denn nächsten Park-and-ride
Platz, jump inne U-Bahn, pett son Bodybuilder op de Fööd un
wisper: "sorry!"
De müch de lütte Deern glieks lieden, hett mit sien Insider-Weten
prohlt un eer ton Cappuccino inlod. Se hett antert, datt se to een Event
müss.
Son
poor Kids klabasterten rin un hebbt nu mien Anke op de Fööd
pett. Datt hett eer bannig weh doon, denn se hett een Fulltime-job un
se harr all Wehdag inne Fööd eh se eer pedd hebbt. De Bahn
suust an Sky un annere Centers vörbi, aber Anke harr door keen
Viduutz to. Se mookt homeshopping!
Datt
Casting wär de reinste thriller! Door wär action!! No time
to dream! Wo wär se bloot lann´d? Ob datt föör
son Soap wär? Se wüss vun nix!! Wieldatt se keen connection
harr, hebbt se eer ook glieks affiedelt! Se föhr trurig trüch.
Aber se hett datt mal live belewt, watt datt door so togeiht!
Inne
U-Bahn stünn wedder de Bodybuilder. He griente in eer wittnäsig
Snuut un wisper: "cool blieben, lütte Lady! Un jümmers
keep smiling!" He harr een godet feeling för eern Kummer!
Se hebbt denn doch noch denn Cappuccino drunken! Bi eer to Huus!! Is
´n schoinen Obend worrn!
Wär datt een One-night-stand??
Nee, nee! Morgen hebbt se wedder een date!!!

Datt
wunnerbare Fröhjohr
Wenn
de ersten Blomen blöht
un du büst sülben duernd mööd,
wenn de Snecken freet dien Tagetes,
denn is datt gewiss,
denn ward di kloor;
nu is datt Fröhjohr door!
Datt
erste helle Gröön
wär all to sehn.
Nächsten Dag
wär allens aff!
Geihst jed een Dag denn sammeln,
datt dien Planten nich vergammeln.
Jümmers sünd de nächsten Opfreters door!
So geiht datt datt ganze Johr!
De
koole Sophie
is ton Glück vorbi.
Dien Snuppen duert länger!
Buten piept de lütten Sänger!
Denn kümmt ok mol de Sünn.
Denn wedder Regen! Du mutts no binnen!
Datt Unkruut is as erstes door!
Arbeit noog in datt schöne Fröhjohr!
Aff
un an kanns buten sitten.
Doch in'n Goarden mutts di bücken.
Föör de Knee is de Bodden to natt.
Letzt Johr hess noog Rheuma hatt!
Irgendeen Wehdag is jümmers door!
Tja, datt is datt wunnerschöne Fröhjohr!!
De
ole Lyriker Mörike hett datt Fröhjohr anners beschreben!
De müss jo ok nich mit datt Unkruut lewen !!
Nachbarn:
Der Künstler
Wer an der Von-Essen-Straße 72 schon mal einen Blick gewagt hat
durch den teilweise offenen, begrünten Zaun, wird sich gefragt
haben, was hier wohl eigentlich passiert und wer dahintersteckt. Skulpturen
aus Stahl stehen unter einem alten Tankstellendach im Vorgarten und
haben die natürliche Farbe von dem Wetter ausgesetzten Metall angenommen.
Unterschiedlichste Materialien liegen daneben und warten auf die Verarbeitung.
Die
BaSta-Redaktion war ebenfalls neugierig und fragte nach, ob der Hausherr
Zeit für ein Interview haben würde. Hatte er, darum können
wir ihn heute als umtriebigen und interessanten Nachbarn aus dem Stadtteil
vorstellen.
Bei
Betreten des geheimnisvollen Grundstücks wissen die Augen gar nicht,
wo sie zuerst hinschauen sollen. Herr Schubert ist sehr aktiv, das Tor
zur Werkstatt weit offen, ein neues Werk entsteht gerade. Sind da nicht
Schriftzüge aus farbigen Neonröhren zu erkennen? Schon kommt
er fröhlich zur Begrüßung heraus und fordert auf, mal
alles in Ruhe anzuschauen. Der Blick fällt auf weitere Skulpturen,
aus denen sich einzelne Buchstaben herauslesen lassen. Er wandert zu
zwei mehrere Meter hohen Figuren aus Stahlteilen, die irgendwie vertraut
und doch ganz anders wirken... wo habe ich so etwas schon gesehen?
Im Hintergrund ein kleiner Skulpturenpark: in einer hellen Kiesfläche
stehen auf weißen, gemauerten Sockeln kleine Figuren unterschiedlichster
Art, auch wieder zusammengefügt aus Einzelteilen, die bekannt vorkommen
und in ihrer Anordnung etwas völlig Neues darstellen.
Die
Sonne scheint, wir setzen uns zu einer Tasse Tee auf die Terrasse vors
Haus und der Gastgeber beantwortet geduldig neugierige Fragen.
Benjamin Schubert, geboren 1961 in Hamburg, hat in Hannover Maschinenbau
und Kunst studiert. 1988 eröffnete er ein Atelier in Hamburg, führte
Aufträge und freie Arbeiten als Bildhauer durch und war bis 1999
zusätzlich als Ingenieur tätig. Seither konzentriert er sich
auf freie Arbeiten und verschiedene sehr spannende Projekte.
Er lebt nun seit mehr als 10 Jahren im Stadtteil. Das Grundstück,
eine ehemalige Tankstelle mit großzügigen Werkstatt- und
Büroräumen, in denen es sich auch gut wohnen lässt, eignet
sich ideal für einen Künstler und Bildhauer, dessen Werke
viel Platz brauchen und die auch aufgestellt werden sollen.
Die Kunstwerke
Zu den Stahlarbeiten befragt, sagt er: "Geschichten stehen im Vordergrund.
Was sagt das Fundstück, wo kommt es her, was bedeutet seine Vergangenheit,
welche zukünftige Form möchte ich Ihm geben
. Das ist
mein Ansatzpunkt.
Der geübte Betrachter verlässt sofort die offensichtlich sichtbare
Ebene. Er fragt gleich nach den Bezügen. Diese in der Skulptur
"sichtbar" zu machen, ist meine Aufgabe."
Dem vorübergehenden Betrachter soll das Werk einen Anstoß
geben: schaut mich an, woraus bestehe ich, was kommt euch vertraut vor,
welche Zusammenhänge könnten bestehen zwischen dem Ort, auf
dem ich stehe und den Materialien, die mich ausmachen?
Wir kommen auf die Wortskulpturen zu sprechen. Ja, tatsächlich:
es handelt sich um ehemalige Neon-Schriftzüge, wie sie früher
über Geschäften zu finden waren. Auch hinter diesen Namen
verbergen sich Geschichten, Benjamin Schubert kennt sie, sie sollen
nicht verloren gehen.
Als Lichtobjekte setzen die neu montierten Einzelteile der alten Namen
ein Zeichen: kommt näher, wir haben etwas zu erzählen, unsere
Geschichte hat auch etwas mit der Vergangenheit und den Erinnerungen
der Betrachter zu tun - schaut mal genau hin!
Corso der Lichtgestalten
Dem Künstler Benjamin Schubert geht es um den Einsatz der Kunst
für gesellschaftsrelevante Themen. Im Zusammenhang mit der UNESCO
Alfabetisierungs-dekade hat er ein Projekt initiiert, auf das sich im
Augenblick alle Arbeit konzentriert: der Corso der Lichtgestalten. Im
August 2004 geht es los.
Das
non-Profit-Projekt ist ein bundesweites Kunstkonzept und eine sozial
ambitionierte Bildungsver-anstaltung. Beginnend am 1. August im Norden,
fährt der Corso durch alle Bundesländer und endet Anfang September
in Berlin (am 5./6. August wird er durch Hamburg kommen). An allen 36
Standorten wird der Aufenthalt genutzt für Informationsveran-staltungen,
um zusammen mit den Partnern, dem Bundesverband Alphabetisierung und
anderen, die sich für dieses Thema einsetzen (z.B. die Stiftung
Lesen, die örtlichen VHS, Vorlesegruppen, Bookcrosser, die örtlichen
Büchereien), auf Hilfen hinzuweisen, die betroffenen Menschen in
diesem Land geboten werden. Jeder Lesende kann beim Versuch, die Objekte
zu buchstabieren, selbst erfahren, wie ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland
täglich zumute ist, wenn sie vor Texten stehen, die sie nicht oder
nur mühsam entziffern können...
Mit
den Erlösen von Tombola, Essen und Trinken und auf den abendlichen
Feiern soll ein Projekt unterstützt werden, für das sich bisher
weder Bund noch Länder zuständig fühlten: das Alfa-Telefon:
Betroffene sollen rund um die Uhr die Sammeltelefonnummer 0251 - 53
33 44 anonym anrufen können, Rat und Hilfe finden und erfahren,
an wen sie sich in ihrer Wohnumgebung wenden können.
Benjamin
Schubert: "Ich möchte mit meinem Projekt Stellung beziehen.
Wir weisen auf die unglaubliche Tendenz hin, dass wir im Land der Dichter
und Denker das Lesen und Schreiben verlernen und durchleben die Erfahrung,
wie schwer sich unsere Gesellschaft damit tut, als richtig Erkanntes
auch umzusetzen."
Das ganze Projekt ist ausführlich unter
www.corsoderlichtgestalten.de dargestellt
Standpunkte
Am Ende des Gesprächs bitten wir Benjamin Schubert um eine Zusammenfassung
seines Wirkens. Seine Kernaussagen:
"Kommunikation
ist der Baustein zur Entwicklung und Konfliktlösung in Menschengruppen.
Meine Skulpturen wollen einen Beitrag leisten, Menschen an die Kunst
heran zu ziehen und sie zum Sprechen zu bringen. Sie erzählen von
ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung. Sie wollen den Betrachter anziehen
und damit zu einer Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt bringen.
Mir bringt es Spaß, Menschen dazu zu verführen, miteinander
zu kommunizieren. Ich meine nicht allein Reden, sondern Hören,
Durchdenken und Verstehen.
Mir bringen meine Skulpturen ausgesprochenen Spaß, nicht nur visuell,
sondern die Geschichte, die mir das Material und die "Erlebnisse"
der Schrift erzählen.
Diese Geschichten machen das Leben für mich reizvoll - dafür
stehen meine Arbeiten."
Menschen,
die sich für Kunst interessieren oder die ausgestellten Objekte
in der Von-Essen-Straße selbst ansehen möchte, können
übrigens zu Herrn Schubert Kontakt aufnehmen und einen Termin mit
ihm absprechen. Der Quartiersbeirat Dehnhaide hat Benjamin Schubert
als Künstler empfohlen, der zusammen mit anderen aufgefordert werden
soll, an einem Wettbewerb für eine Skulptur auf dem neuen Quartiersplatz
an der Vogelweide teilzunehmen. Eine Anregung aus dem Beirat war, es
möge ein Bezug zur Geschichte des Platzes und zu seinem Namen hergestellt
werden.
Auf diesem Platz sollen Begegnungen und Kommunikation stattfinden und
ein Beitrag zur Stadtteilidentität geleistet werden, die letztlich
ja auch etwas mit Geschichtsbewusstsein zu tun hat.
Ich meine, dass Benjamin Schubert mit seinen Ansprüchen an die
Aussagen seiner Kunst die besten Voraussetzungen mitbringt.
ed
Hi, liebe Erdlinge!
Heute muss ich mal eine Geschichte von einem Freund berichten, wie
er sie mir kürzlich bei einem gepflegten Gläschen Bier erzählt
hat:
"29.
Februar, müde & abgespannt von der Arbeit fuhr ich in die Wohnung
meiner Freundin, die selbst noch nicht zu Hause war. Im Kühlschrank
wartete etwas zu essen. Nachdem ich mir den Magen vollgeschlagen hatte,
machte ich es mir auf dem Sofa bequem.
In diesem Moment klingelte es an der Wohnungstür. Ich ging zur
Tür und blickte durch den Spion. Draußen stand ein etwa 40
Jahre alter, gut gekleideter Mann. Kaum hatte ich die Tür geöffnet,
entspann sich folgender Dialog:
Besucher:
"Guten Tag, mein Name ist Lars Lästig, ich bin ihr Rundfunkgebühren-Beauftragter...
blabla... blabla......sind sie Frau Sabine R.?"
Hat
der wirklich gefragt, ob ich Sabine R. (meine Freundin) bin? (Ich sehe
wirklich nicht wie meine Freundin aus, zudem trug ich einen deutlich
sichtbaren 3-Tagebart.) Das verschlug selbst mir die Sprache. Stille
machte sich im Hausflur breit. Plötzlich traf mich der Hammer der
Erkenntnis. Es gibt ein Leben nach dem Gehirntod, der Beweis steht vor
dir. Pack den Typen ein und der nächste Nobelpreis ist dir sicher.
Ich entschied mich dagegen, denn der gute Mann war irgendwie etwas unhandlich,
und ich antwortete ihm stattdessen, dass ich Gina W. sei, die uneheliche
Tochter von Sabine R..
Besucher:
"Na gut , lassen wir das, sie wissen sicher..... blabla...... blabla........
verpflichtet....... blabla....... anzumelden......."
Ich
unterbrach seinen Redestrom nur ungern, aber ich teilte ihm mit, dass
ich mal auf Toilette müsste, versprach jedoch, gleich wieder da
zu sein und schloss die Tür hinter mir.
Nach 5 Minuten gab es die ersten zarten Klingelversuche. Nach weiteren
3 Minuten klingelte es Sturm und ich öffnete wieder die Tür.
Besucher:
"Was haben sie denn solange gemacht?"
Wahrheitsgemäß
antwortete ich ihm, dass ich ein lauwarmes Bier getrunken habe. Außerdem
mussten mal wieder meine Fußnägel geschnitten werden.
Besucher:
"So eine Frechheit, so was habe ich noch nie erlebt..."
Ich
musste dem guten Mann leider recht geben und versprach, meine Freundin
noch heute Abend darauf anzusprechen, warum sie das Bier nicht in den
Kühlschrank gestellt hatte. Wirklich eine Frechheit.
Nun lief dieser geistige Tiefflieger rot an und rastete aus.
Besucher: "Wenn sie noch weiter so ein Kasperltheater veranstalten,
kann ich auch Ihre Wohnung... blabla..... das wird sehr teuer für
Sie.... blabla".
Logisch,
mit Bundesgrenzschutz und Sondereinsatzkommando. Sichtbar eingeschüchtert
versprach ich nun, effektiv mitzuarbeiten und mein Kasperltheater bleiben
zu lassen.
Besucher:
"Haben sie einen Fernseher oder ein Radio?"
Freundlich
gab ich dem Mann Auskunft: "Ja klar, ich besitze 4 Fernseher, 3
Radios, noch ein Radio in meinem Büro und zwei in meinen Autos."
Besucher:
"Haben sie diese angemeldet?"
"Nein."
Besucher:
"Wie alt sind die Geräte?"
"Ca.
40-60 Jahre."
Uiiiiii...
jetzt schien mir, dass er seine Provision in Gedanken überschlug.
Nun ja, um es kurz zu machen, er hielt mir nach 1-2 Minuten zwei Zettel
zur Unterschrift unter die Nase: Eine Anmeldung bei der GEZ und einen
Schrieb, dass ich schon seit mindestens 5 Jahren die Geräte besitze.
Beides auf den Namen und die Adresse meiner Freundin ausgestellt. Freundlich,
wie ich nun mal bin, teilte ich ihm noch einmal mit, dass ich weder
Sabine R. bin, noch hier wohne.
Besucher:
"Wo wohnen sie denn?"
Ich: "Wissen sie das nicht?"
Besucher: "Nee"
Ich: "Super, schönen guten Abend."
Ich
schloss die Tür, schaltete die Klingel ab und den Fernseher ein.
Das Bier war auch schon etwas kühler und während der Tagesschau
beschäftigte mich die Frage: Was verdienen solche Leute eigentlich?
Wer meldet sich freiwillig für so einen Job? Falls demnächst
mal die Zeugen Jehovas vorbeikommen - ob die mich auch für meine
Freundin halten?
Als
Sabine nach Hause kam, erfuhr ich: Rundfunk- und Fernsehgebühren
werden - sie ist ein braves Mädchen - regelmäßig von
ihrem Konto abgebucht. Sie ist nur noch nicht lange in dieser Wohnung
und hat versäumt, der GEZ den Adresswechsel mitzuteilen..."
Nun
ja, mein Freund (der übrigens Hobbybastler ist und die genannten,
defekten und antiken Geräte im Keller stehen hat,) hat sich als
tapferer Ritter schlagen und seine Holde vor Ungemach bewahren wollen,
vielleicht auf eine etwas eigenwillige Art. Aber wer rechnet schon damit,
von einem fremden Besucher mal eben einer Geschlechtsumwandlung bezichtigt
zu werden?
Ihr Erdlinge seid sonderbar, aber... irgend-
wie so... so menschlich...J Bis bald!
Euer
Kellalien
(heute aus dem neuen Raumschiff!)
Aus dem Kulturhaus:
Kinder-Hörclub
Der Kinder-Hörclub Dehnhaide startete am Mittwoch, den 24. März
2004, um 10 Uhr. Das gemeinsame Pilotprojekt von Bücherhalle und
Kulturhaus Dehn-haide sowie der Grundschule Richardstraße orientiert
sich am erfolgreichen Modell der "Stiftung Zuhören"des
Hessischen Rundfunks.
Gemeinsames
Hören stärkt Kinder.
In unserem Hörclub treffen sich Kinder regelmäßig zu
gemeinsamen Hörerlebnissen. Die Pädagogin Carola Liebig begleitet
sie dabei. Kinder der 3. Grundschulklasse Richardstraße sind die
ersten Hörclub-Mitglieder. Nach den Sommerferien öffnet sich
der Hörclub Dehnhaide für alle Kinder zwischen acht und zwölf
Jahren.
Wenn
Kinder spannenden Detektivgeschichten lauschen, Geräusche identifizieren,
sich über Spuren und Verdächtige miteinander austauschen,
wenn das Gehörte zum Spielen einlädt oder zum Lesen und die
Phantasie Purzelbäume schlägt, stärkt das wie von selbst
Konzentration und Lesekompetenz.
Über 100 Hörclubs, betreut von der "Stiftung Zuhören",
gibt es bereits deutschlandweit. Sie arbeiten mit großem Erfolg:
Hörclub-Kinder sind aufmerksamer, kreativer, stärken ihre
sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten und das soziale Miteinander.
Kontakt:
Kulturhaus Dehnhaide
Anke Amsink, Tel: 040 - 299 50 10
kulturhaus-dehnhaide@t-online.de

Initiative
Stadtteilnetz - wer macht mit?
Am Donnerstag d. 27. Mai ab 18 Uhr möchte ich im oberen Raum des
Kulturhauses zu einem Treffen einladen, aus dem eine Ideenbörse
entstehen kann.
Willkommen sind alle Menschen, die sich mit unserem Stadtteil auseinandersetzen,
die Barmbek Süd und seine Angebote besser kennenlernen wollen,
sich Veränderungen wünschen und sich vorstellen können,
selbst ein wenig dazu beizutragen - wenn andere mitmachen!
Als eine der BewohnerInnen, die seit 4 Jahren aktiv die Interessen von
Bewohnern im Quartiersbeirat Dehnhaide zu vertreten versuchen, weiß
ich, dass jedem offiziellen Gremium Grenzen gesetzt sind und für
sozial- und gesellschaftspolitische Fragen wenig Raum bleibt.
Als eines der neuen Vorstandsmitglieder des Vereins Kulturhaus Dehnhaide
möchte ich zum Gelingen eines Netzwerks zwischen allen sozialen/kulturellen
und anderen aktiven Gruppen und Einrichtungen in Barmbek Süd beitragen.
Wer sich im Stadtteil ein wenig auskennt, weiß, dass nicht nur
Gewerbetreibende ihre Sorgen haben. In schwierigen Zeiten, wie wir sie
erleben, sind auch hinter manchen verschlossenen Wohnungstüren
Existenznöte und soziale Probleme vorhanden. Der als "Reform"
bezeichnete Sozialabbau wird uns künftig stärker auffordern,
nicht nur über Ursachen, sondern auch über Eigeninitiative,
Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe nachzudenken:
> Was können wir selbst, was können wir gemeinsam tun?
> Wo ist Beratung und Hilfe zu finden?
> Wie lässt sich das Leben trotzdem lebenswert gestalten?
> Wie lassen sich die vorhandenen Angebote im Stadtteil nutzen?
Auf
einer weiteren Veranstaltung sollen Sie Vetreter/innen der verschiedenen
Einrichtungen kennenlernen, die von ihrer Arbeit erzählen.
Kontakt: Erika Draeger, Tel. 299 14 00

Ideen
- Frühstück
Am Sonntag, den 9. Mai von 11.30 - 14.00 Uhr
Eine
interessante Alternative für ein sonntägliches 2. Frühstück,
für alle, die gerne beim Essen über ein Thema diskutieren,
Kontakte knüpfen und vor allem: Mit anderen Leuten Ideen entwickeln
möchten.
Thema
heute:
Was würde ich wirklich gerne tun? Wie komme ich vom Berufs - Traum
zum Traumberuf???
Bringt
bitte mit:
für unser Büffet etwas Frühstückgeeignetes
Lust auf Gepräche
Ihr
bekommt:
Kaffee und Tee
Austausch von Informationen
Die Möglichkeit, mit anderen neue berufliche
Perspektiven zu entdecken
Mitnehmen
werdet ihr:
neue Kontakte
Neue Ideen und Perspektiven
Mehr Energie
Bitte
melden bei:
Heike Schoof (Dipl. Psych),
Kreativ Service
Moderation und Organisation
Tel.: 040 - 2999 1257 oder
e-mail: heike_schoof@web.de
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