| Vorwort
Liebe Leserinnen
und Leser,
diese BaSta-Ausgabe wird möglicherweise die letzte sein, denn bisher
hat unser Aufruf nach weiteren Freizeitredakteuren und Mitarbeitern
an der Erstellung der Seiten künftiger Ausgaben keinen Erfolg gehabt.
Da nun auch das Quartiersmanagement zuende geht und auch die Druckkosten
nicht mehr wie bisher übernommen werden können, wird es ganz
sicher erst einmal eine längere Pause geben.
Gäbe es eines Tages eine neue BaSta, würde sie nicht mehr
in Hausbriefkästen liegen sondern überall dort, wo im Stadtteil
Publikumsverkehr stattfindet (in sozialen und kulturellen Einrichtungen,
öffentlichen Institutionen usw.).
Die bisherigen MitstreiterInnen verabschieden sich von Ihnen/von Euch
mit guten Wünschen für die Weihnachtszeit und das neue Jahr
2007!
Ihr BaSta-Redaktionsteam
Kurzmeldungen
für Barmbek
Bahnhof
Barmbek: Die Sanierungspläne
Die seit August von Stadtentwicklungssenator Michael Freytag eingesetzte
"Task Force", die möglichst schnell einen Zeit- und Finanzierungsplan
für den maroden Bahnhof Barmbek erarbeiten soll, hat im November
dem Stadtplanungs-ausschuss der Bezirksversammlung Nord erste Ergebnisse
präsentiert.
"Die Verkehrsführung rund um den Bahnhof wird neu geordnet,
damit die Busse von 2008 an sowohl an der südlichen als auch an
der nördlichen Seite halten können", sagt Peter Hansen,
Sprecher des Bezirksamts Nord. Der alte Busbahnhof an der nördlichen
Seite soll 2008 abgerissen und dort ein neuer öffentlicher Platz
geschaffen werden. "Ein neuer überdachter Abfahrtsbereich
wird dann an der Nordseite entstehen, dieser soll bis 2009 fertiggestellt
sein", so Sprecher Peter Hansen.
In einer weiteren Bauphase soll dann von 2010 an eine Passage entstehen,
die vom Wiesendamm durch den Bahnhof zur Fuhlsbüttler Straße
führt.
Senator
Freytag hatte die "Task Force" einberufen, weil seit fast
zehn Jahren die Grundsanierung des maroden Bahnhofs und der Abriss des
Busbahnhofs diskutiert werden (wir berichteten), aber bisher nichts
passiert ist.
Die hochkarätig besetzte Arbeitsgruppe unter Leitung von Oberbaudirektor
Jörn Walter, der Vertreter von Bahn, Hochbahn und dem Bezirk Nord
angehören, wird jedoch noch häufiger tagen müssen. Grund:
"Es besteht noch keine Einigkeit der Beteiligten über die
Finanzierung der Umgestaltung und Sanierung des Bahnhofs", sagt
Helma Krstanoski, Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde.
Quelle: Hamburger Abendblatt
Weitere
Informationen über Aktivitäten in Barmbek Nord und über
den Barmbeker Bahnhof finden Sie unter www.barmbek-nord.info

MOOK
WAT PC
In diesem Beschäftigungsprojekt am alten Teichweg in Dulsberg werden
gespendete Computer aufgearbeitet und neben Schulen und gemeinnützigen
Vereinen auch an Empfänger von Arbeitslosengeld II zu einem sehr
geringen Selbstkostenpreis abgegeben. Die gebrauchten, durchaus leistungsfähigen
Computer inklusive Tastatur, Maus, Monitor und Drucker kosten für
einen ALG II-Empfänger ca. 120 Euro, für eine soziale Einrichtung
etwas mehr.
Angeschlossen
ist gleichzeitig eine PC-Selbsthilfewerkstatt für Arbeitslose,
die sich in der Werkstatt bei der Reparatur ihres Computers helfen lassen
können.
Die gemeinnützig beschäftigten PC-Techniker des Projektes
helfen bei der Suche nach Hardwarefehlern und erstellen nach einer detaillierten,
schriftlichen Fehlerdiagnose und -beschreibung einen Kostenvoranschlag
über benötigte Ersatzteile.
Das Projekt stellt Werkzeuge und Prüfgeräte zur Verfügung.
Wer die Reparatur seines Computers nicht selbst durchführen kann,
bekommt selbstverständlich Hilfe.
Angeboten werden auch (je nach Bedarf, Verfügbarkeit und Wunsch)
gebrauchte und neue Ersatzteile, die gleich vor Ort eingebaut werden
können, zum niedrigen Selbstkostenpreis.
Für die schriftliche Fehlerdiagnose und den Kostenvoranschlag wird
eine Schutzgebühr von 5 Euro erhoben. Die Gebühr wird bei
einem Ersatzteilkauf ab 10 Euro wieder verrechnet.
Nutzung der PC-Selbsthilfewerkstatt nach telefonischer Terminabsprache
unter 69 79 69 25.
Öffnungszeiten: Mo - Do 8.30-12.00 h, 12.30-15.00 h und Fr 8.30
- 12.00 Uhr
Adresse: Alter Teichweg 55b (Seiteneingang, links am Gebäude entlang
in Richtung Autobetrieb)
22049 Hamburg-Dulsberg
Homepage: www.mookwat-pc.de

Traditionsfirma
Beese&Schmidt hat aufgegeben
"Für immer geschlossen" heißt es auf einem Schild
an der Tür. Nach 85 Jahren hat der 1921 als Eisenwarenhandlung
gegründete Familienbetrieb, weit über Barmbeks Grenzen bekannt,
nun nach einem Ausverkauf das Geschäft in der Wagnerstraße
am U-Bahnhof Hamburger Straße aufgegeben.
Die
Inhaber selbst haben sich aus Altersgründen für den Rückzug
entschieden, es wurden auch Nachfolger gesucht, doch vergeblich. Sich
dem Konkurrenzdruck der Baumärkte stellen zu müssen, war wohl
ein zu hohes Risiko. Zwar ist die kompetente Fachberatung immer ein
Markenzeichen von Beese&Schmidt gewesen, aber die hatte ihren Preis
und jüngere Unternehmer bringen eine andere Geschäftsphilosophie
mit.
40 MitarbeiterInnen haben ihre Arbeitsplätze verloren, für
die angesichts der konjunkturellen Lage in der Baubranche die Aussichten
schwierig sein werden.

Oh Tannenbaum,
oh Tannenbaum
Einer Forsa-Umfrage zufolge verzichten 37 Prozent der Befragten schon
immer auf einen Tannenbaum zur Weihnachtszeit, 13 Prozent wollen in
diesem Jahr verzichten wegen der angekündigten Preiserhöhungen.
Als weitere Gründe wären denkbar: es tut einem leid um die
vielen Bäume, die Jahr für Jahr für ein paar Tage herhalten
müssen, um dann bei der Müllabfuhr zu landen. Andere wieder
mögen keine Tannenadeln im Teppich, wieder andere feiern Weihnachten
gar nicht oder ganz anders...
Die BaSta-Redaktion
stellt eine Alternative vor: einen Weihnachtsbaum aus Lebkuchen! Sie
können ihn dekorieren, trocknen, anmalen oder einfach aufessen,
das wäre eine umweltfreundliche Entsorgung.
Frohes Fest!

200
Jahre Franzosenzeit
Es hat nun doch jemand bemerkt, das Abendblatt berichtete und ein paar
Veranstaltungen hat es auch gegeben: vor 200 Jahren, im Herbst 1806,
geriet Hamburg unter napoleonische Besatzung.
Bis 1814 verweilten französische und spanische Soldaten in unserer
Stadt und waren teilweise in Privathaushalten untergebracht, weil die
Armee so nicht für Unterkunft und Verpflegung sorgen musste.
Auch Barmbek
trägt Spuren dieser Zeit. Während der Kampfhandlungen gegen
alliierte feindliche Truppen wurden umliegende Dörfer einfach niedergebrannt,
der besseren Sicht wegen. Ein Herr von Essen hatte guten Kontakt zu
einem der Generäle, wird gesagt, und das damalige Dorf Barmbeck
für 100 Goldtaler freigekauft. Geehrt wurde er durch die von-Essen-Straße.
Ein weiteres
Denkmal, das an diese Zeit erinnert, steht am Pfenningsbusch, südlich
vom Kinderspielplatz. Es zeugt für den bitter kalten Winter 1912-13,
als beschlossen wurde, alle Menschen aus der mit Toren und Wällen
umschlossenen Stadt Hamburg auszuweisen, die nicht in der Lage waren,
Vorräte für einen ganzen Winter vorzuweisen und eine Belagerung
zu überstehen.
Hunderte wurden einen Tag vor Weihnachten aus der Stadt verwiesen, viele
versuchten, in Hamm Notunterkünfte zu finden, viele andere wanderten
bis Barmbek und ein großer Teil von Ihnen kam um, geschwächt,
erfroren. Sie wurden in einem Massengrab bestattet.
Der Stein zeugt davon und mahnt: Kriegszeiten haben der Zivilbevölkerung
zu allen Zeiten hohe Opfer abverlangt.
ed
BARMBINI
- DIE KINDERSEITE
Basteleien aus Karton
Diesmal habe ich Bastelideen für die Winter- und Weihnachtszeit
mitgebracht - lauter schöne Sachen aus Karton oder farbigem Tonpapier!
Mond
und Sterne
 |
Zuerst
werden wir ein Mobilé herstellen, das Material sollte fester
gelber oder golden bzw. silbern beschichteter Karton sein.
Als Vorlage für die Sterne könnt ihr die auf Seite 3
nehmen (durchdrücken oder Kopierpapier verwenden), für
den Mond braucht ihr entweder einen Zirkel oder zwei verschieden
große Teller als Schablone.
Mund, Nase und Augen werdet ihr leicht hinzuzeichnen können.
Alle
Teile ausschneiden und mit einer dicken Nadel Löcher für
die Fäden stechen, nicht zu nah am Rand. Immer je 2 Sterne
mit sehr dünnen Fäden verbinden und diese verknoten,
den obersten Stern am Mond befestigen.
Der Mond selber erhält dann noch einen Extrafaden mit Schlaufe
zum Aufhängen.
|
Weihnachtskarten
Dünner
Karton oder Tonpapier eignen sich sehr gut dafür. Wollt ihr
die Karten auch verschicken, sollte die die Größe den
gängigen Briefumschlägen angepasst sein. Wir übernehmen
also die Maße einer DIN A4-Seite (zweimal zu je 1/3 falten
und ein Drittel abschneiden), oder eine halbe A4-Seite, die nur
einmal gefaltet wird.
Auf die Vorderseite zeichnet ihr mit Bleistift ein Motiv, um es
dann mit kleiner Schere vorsichtig auszuschneiden. |
 |
Nun ein
Stück Transparenttpapier auf die Rückseite kleben, auf die
Vorderseite mit einem Glimmerstift gute Weihnachtswünsche in Schönschrift
schreiben und die Konturen der ausgeschnittenen Figur mit dem Stift
freihändig nachzeichnen. Nach Geschmack noch zusätzlich dekorieren.
Bei dunklem Karton empfiehlt es sich, ein weißes, passendes Blatt
für die etwas ausführlicheren Weihnachtsgrüße hineinzulegen.
Lesezeichen
| Schmale
Kartonstreifen zuschneiden (ca. 5x15 cm) und mit Dekoration schmücken,
ganz nach Wahl, hier ist kreatives Gestalten gefragt. Es kann auch
ein schönes Monogramm sein, der Glimmerstift liegt ja noch
in der Nähe... Am oberen Rand mittig mit Bürolocher lochen
und Schleife oder Kordel hindurchziehen -fertig ist das kleine Kunstwerk! |
 |
Dreieckige
Geschenkschachtel
 |
Schnell
hergestellt, sehr individuell und für kleine Geschenke oder
Süßigkeiten geeignet. Links ein Vorschlag für die
Größe des Kartons. Die Faltlinien mit Lineal und spitzem
Gegenstand (kein Messer, das ist zu scharf) vorprägen/falzen,
damit es bei dickerem Material einen exakten Knick gibt. Auf den
schmalen Seiten genau mittig mit dem Bürolocher lochen und
den Karton erst einmal in der Mitte, dann an den vier Ecken entlang
den Linien nach innen knicken. Anschließend ineinanderstecken
und durch die Löcher eine schöne Kordel oder Schleife
ziehen. Natürlich könnt ihr den Karton vorher auch dekorieren!
Ich wünsche allen Kindern wunderschöne Weihnachts- und
Ferientage und ein frohes neues Jahr!!! |


Eure
kleine Bastelhexe
|
Schulreif?
Als der Schulbesuch noch blanke Theorie war, bewunderte Clara die Kinder,
die mit gigantischen Containern auf dem Rücken aus der Grundschule
in den Hortbereich ihrer KITA kamen und sich nach dem Essen über
Karohefte beugten.
"Das sind die Großen" sagte sie halb ehrfurchtsvoll,
wies aber nicht ohne Stolz auf ihr Etappenziel hin: "Aber ich bin
auch schon Vorschulkind und kann sogar Schleifen binden."
Endlich
stand auch für meine Fünfjährige der Schulreifetest an
- Dauerthema schon Wochen vorher. Als so genannte "Vorgezogene"
(früher: Kann-Kind") sollte er ohne die Eltern in einer Gruppe
mit acht anderen kleinen Kandidaten in der Schule stattfinden. Als der
Tag noch jung war, erschien Clara cool. Als wir aber gerade den Fuß
in das Schulgebäude setzen wollten, blieb sie störrisch stehen
und verkündete: "Nö, ich lass mich doch nicht testen."
Nun, da hatte ich die Quittung für meine Erziehung zu einem kritischen,
hinterfragenden Menschen.
Mit dem
uralten Ablenkungsmanöver "Guck mal da hinten, die schönen
Bilder" gelang es mir schließlich, sie in die Schulfalle,
äh, -halle zu locken und dem Lehrkörper zuzuführen.
Trottete sie noch mit dem Blick einer zum Schafott Geführten der
Lehrerin und den anderen Probanden hinterher, so kam sie nach einer
Stunde mit erhabenem Blick als Erste zurück. Bestanden!
"War ja eierleicht", kam es von oben herab. Was aber genau
hinter den verschlossenen Türen passiert war, blieb zunächst
ihr Geheimnis. Auffällig war nur ihr aufkeimendes Interesse an
Buchstaben. Das Wort-Erkennungsprogramm des Kindercomputers lief fast
heiß, und sie erfand immer Alphabet-Spiele: Mal erriet sie die
Buchstaben, die ich ihr mit dem Finger auf den Rücken "malen"
musste, dann knabberte sie sogar aus dem Schwarzbrot kunstvoll zunächst
ein L, beim nächsten Haps ein I.
Überhaupt
fühlte sie jetzt eigentlich schon fast erwachsen. Und konfrontierte
mich immer häufiger mit Aufmüpfigkeiten wie: "Ich geh
doch noch nicht nach dem Sandmännchen schlafen, du guckst doch
auch noch Nachrichten." Oder: "Ich will keine Erdbeer-Zahnpasta
mehr, sondern Deine scharfe", "ich will keinen Winnie Pooh-Teller
mehr sondern einen aus Porzellan."
Auch bestimmte Bücher, die noch vor wenigen Wochen in Wiederholungsschleife
vorgelesen werden mussten, waren plötzlich Baby-Bücher und
zum Verschenken gerade noch gut genug.
Als ich
allerdings ihre Aufmerksamkeit aufs Rechnen lenkte - zeitlebens meine
Schwäche - erkannte ich, dass der Apfel wirklich nicht weit vom
Stamm gefallen war: "Guck mal, auf diesem Teller liegen fünf
Smarties und auf dem anderen sechs. Wie viele sind das insgesamt? -
"Zu wenig".
Auch eine Annäherung. Vielleicht versuche ich die Übung demnächst
mal mit Buchstabenkeksen.
Claudia Falk
Wie
wohnen wir morgen?
Wohnungsbaugenossenschaften - bewährte Modelle und Konzepte aus
der Vergangenheit sind auch in Zukunft attraktiv
Geschichte
und Ziele
Bereits
1889 verabschiedete der damalige Reichstag das "Gesetz betreffend
die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften", kurz Genossenschaftsgesetz.
Grund war ein akuter Mangel an Wohnraumversorgung, als zur Blütezeit
der Industrialisierung immer mehr Menschen aus ländlichen Gebieten
in die Städte drängten.
Arbeiter und Handwerker erhielten bei geringen Einzahlungen die Möglichkeit,
ihre Häuser als Miteigentümer selbst zu bauen.In Barmbek entstanden
erste Genossenschaftsbauten ab 1903, erhalten geblieben sind z.B. die
"Hamburger Burgen" an Lohkoppel-/Bruckner-/Sentastraße
und in der Wohldorfer Straße.
Die Wohnungsnot
nach dem 1. Weltkrieg rief Geschäftemacher auf den Plan, deren
aggressives Profitstreben Mieten ins Unendliche steigen ließen
- der Ruf nach Alternativen zur Spekulation mit Wohnraum ließ
eine größere Zahl neuer Wohnungsbaugenossenschaften entstehen.
Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Menschen mit kleinen Einkommen
stand auf ihren Fahnen. Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung
und aktive demokratische Mitbestimmung waren Prinzip. Es hat sich seit
über acht Jahrzehnten bewährt und ermöglicht inzwischen
vielen Tausend Mitgliedern allein in Hamburg nicht nur erschwingliche
Wohnungsmieten, sondern auch Sicherheit in der Zukunft: nämlich
lebenslanges Wohnrecht.
Seit ihrer Gründungszeit haben die Bauvorhaben vieler Genossenschaften
das Bild unseres Stadtteils geprägt. In den 20er Jahren kam die
Bebauung in Barmbek Nord und Dulsberg mit großen Wohnblöcken
und den typischen Backsteinfassaden nach dem Konzept Kurt Schumachers
in Schwung. Zur Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg wurden
im nahezu vollkommen zerstörten Barmbeker Süden in wenigen
Jahren neue Wohnblöcke und Häuserzeilen errichtet, viele davon
unter der Regie von Genossenschaften, deren Förderung des Gemeinschaftsgedanken
sich wiederum auf gute Nachbarschaften auswirkte.
Gelebte
Demokratie
Basis jeder
Genossenschaft sind die Mitglieder, die auf entsprechenden Versammlungen
an wichtigen Entscheidungen beteiligt werden. Sie selbst wählen
einen Aufsichtsrat, der wiederum den Vorstand für die Geschäftsführung
bestellt.
Je
nach Größe der Genossenschaften werden entweder alle Mitglieder
oder von ihnen gewählte Mitgliedervertreter eingeladen zur aktiven
Wahrnehmung ihres Stimmrechts und Mitgestaltung künftiger Entwicklungen.
Der Verkauf einer Genossenschaft ohne Zustimmung der Basis ist nicht
möglich.
Mitglieder
tragen durch Übernahme von Anteilen - je nach Größe
und Ausstattung der Wohnungen - zum Vermögen ihrer Genossenschaft
bei, das wiederum in neue Projekte oder Instandhaltungen investiert
wird und in Form von Dividenden sogar für den Einzelnen Zinsen
abwirft. So können sich Mitglieder als Teileigentümer betrachten,
die nicht in der Lage wären, auf dem freien Markt Wohnungen zu
kaufen.
Der Wert der Anteile für eine Wohnung liegt, je nach Größe,
für Mitglieder großer Genossenschaften bei 1-3 durchschnittlichen
Monatsgehältern, oft sind Ratenzahlungen möglich. Sehr kleine
Genossenschaften mit geringeren Rücklagen sind auf höhere
Einlagen angewiesen. Bei Kündigung werden die Anteile nach verabredeter
Frist zurückgezahlt.
Guter Service
wird meist zusätzlich geboten von Beratungen bis zu eigenen Handwerkern
und sozialen Einrichtungen. Die ersten Wohnungsbaugenossenschaften zeigen
sich seit einigen Jahren auch aufgeschlossen gegenüber alternativen
Wohnformen, die immer beliebter werden.
Mieten oder Nutzungsgebühren orientieren sich in der Regel am Mittelwert
des amtlichen Mietenspiegels. Die meisten Genossenschaften haben ihr
Ursprungsziel, Wohnungen für Menschen auch mit kleinen Einkommen
zu schaffen, bisher im Auge behalten und in ihrem Bestand auch Angebote
für Interessenten mit Wohnberechtigungsschein.

Vier Genossenschaften
mit Wohnungsbestand in Barmbek werden hier vorgestellt. Sie alle haben
eine ähnliche Geschichte, unterscheiden sich aber auch ein wenig
voneinander und zeigen auf, welche Schwerpunkte im Laufe der Jahre ihren
engagierten Mitgliedern und Vorständen jeweils wichtig gewesen
sind.
Im
Anschluss finden Sie eine Adressliste, über die Sie zu diesen und
weiteren Genossenschaften Kontakt aufnehmen und Näheres erfragen
können.

Baugenossenschaft Dennerstraße-Selbsthilfe e.G
Die Gründung
fand 1924 statt mit dem Ziel, eine Alternative zur privaten Bauwirtschaft
zu schaffen und bessere, billigere Wohnungen zu erstellen. Der heutige
Name leitet sich ab aus dem ersten damaligen Projekt in Barmbek im heutigen
Straßendreieck Dennerstraße-Bendixenweg-Mildestieg.
Fusionen
mit weiteren kleinen Genossenschaften und Bauvereinen ermöglichten
eine gegenseitige Stärkung und größere Beteiligung am
Wiederaufbau Barmbeks nach dem 2. Weltkrieg.
Durch den Zusammenschluss mit der Genossenschaft Selbsthilfe e.G. 1964
erweiterten sich der Name und die Möglichkeit zu gemeinsamem Engagement
im Bezirk Nord sowie angrenzenden Stadtteilen. Inzwischen kann die Baugenossenschaft
Dennerstraße-Selbsthilfe e.G. (BDS) auf einen Bestand von mehr
als 4.800 Wohnungen blicken.
Die Verbundenheit
mit unserem Stadtteil wird unterstrichen durch den Standort in der Barmbeker
Hufnerstraße, wo rechtzeitig zum 75-jährigen Jubiläum
1999 das neue Bürogebäude direkt am Osterbekkanal Ecke Flachsland
bezogen werden konnte.
Gute Kontakte untereinander und soziales Engagement hatten und haben
in der BDS einen hohen Stellenwert. Wie gut die Mitglieder sich aufgehoben
fühlen, bestätigt die durchschnittliche Wohndauer von 20 Jahren,
auch 50-jährige Wohnjubiläen wurden schon gefeiert.
Heute liegt
ein Schwerpunkt der Bautätigkeit in der Modernisierung und Instandhaltung
älterer Anlagen, wobei umsichtig und mit langer Vorplanung darauf
geachtet wird, größere erforderliche Baumaßnahmen für
die Bewohner/innen so erträglich wie möglich zu machen.
Die BDS
kann von sich behaupten, zu den Vorreitern des generationsübergreifenden
Wohnkonzepts zu gehören. Junge Familien, Paare und Singles bewerben
sich immer häufiger, woran sich die geplanten Neubauten orientierten,
u.a. in der Hafencity.
Seniorengerechte Wohnanlagen gibt es bereits seit 1992, ein weiteres
Vorhaben ist in Eilbek geplant.
Aktive Beteiligung an Gemeinschaftsprojekten findet besonders bei den
älteren Mitgliedern statt. Aus ihrer Initiative ist der Verein
Senioren-Selbsthilfe e.V. entstanden, der bereits seit über zehn
Jahren Freizeitaktivitäten organisiert.
Das Ziel,
eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversor-gung anzubieten,
wird gefördert durch einen genossenschaftseigenen Mietenspiegel
und das Bemühen, einen gerechten Ausgleich zwischen Neubau- und
Altbaumieten herzustellen. Geschultes und engagiertes Personal entwickelt
neue Wohnformen, unterstützt Nachbarschaftshilfe und bietet bedarfsgerechte
Dienstleistungen an bis hin zur individuellen Beratung auch in Notfällen.
Interessenten
bewerben sich um ein Wohnungsangebot und werden spätestens bei
Unterzeichnung des Mietvertrags Mitglieder. 15 Anteile á 52,-
Euro sind zum Eintritt zu übernehmen, die Gesmatanteile für
eine Wohnung richten sich nach Größe, Lage, Ausstattung.

Baugenossenschaft
HANSA
1925 gegründet
von Angehörige der Hamburger Hochbahn AG, um in eigener Regie etwas
gegen die Wohnungsnot zu tun. Arbeiter, Angestellte, Staatsbedienstete
mit geringen Einkommen waren angesprochen, die neben mühsamem angesparten
Genossen-schaftsanteilen auch Eigenleistungen beim Hausbau erbrachten.
Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges verfügte die "Gemeinnützige
Baugenossenschaft HANSA e.GmbH Hamburg" schon über einen Bestand
von über 800 Wohnungen, von denen jedoch nach dem Krieg nur noch
die Hälfte intakt war.
Mit viel Elan und Eigenhilfe wurden ab 1945 Wiederaufbau und Neubauten
im ganzen Stadtgebiet realisiert; bis heut stieg der Bestand auf mehr
als 9.300 Wohnungen, davon über 1.500 in Barmbek, Dulsberg und
Winterhude.
In hohem Maße wird auch in Modernisierung und Instandhaltung der
älteren Gebäude investiert und auf neue Herausforderungen
reagiert. So zählen auch rollstuhlgerechte Wohnungen, Kindertagesstätten,
Jugendwohnungen, Mütterberatungsstellen, Tagespflege-stätten,
Altenwohnun-gen und Altentagesstätten zu den Angeboten.
Drei Serviceteams stehen im Stadtgebiet für Fragen rund um Vermietung
und Verwaltung zur Verfügung, Hauswarte und Techniker für
technische Fragen.
Neue Projekte sollen vor allem die gestiegene Nachfrage nach größeren,
familiengerechten Wohnungen befriedigen. Auch höherer Komfort wird
oft gewünscht, ein Beispiel hierfür ist die Beteiligung am
"brau-quartier" in St.Pauli mit hochwertigen, freifinanzierten
Wohnungen.
Die HANSA gehört zu den größten Wohnungsbaugenossenschaften
in Hamburg und sieht sich gleichzeitig als ein straff geführtes,
gut organisiertes Wirtschaftsunternehmen, das am Markt konkurrenzfähig
bleiben muss.
In begrenztem
Maße werden Mitglieder aufgenommen. Interessenten können
sich nach einer persönlichen Beratung vormerken lassen und Wünsche
äußern zu Wohnungsgröße und -lage. Für Neumitglieder
beträgt das Eintrittsgeld 50,- Euro, erforderlich ist der Erwerb
von mindestens 15 Geschäftsanteilen á 50,- Euro. Kommt es
zu einem Nutzungsvertrag, wird die Anzahl der Geschäftsanteile
erhöht, je nach Größe, Lage und Ausstattung der entsprechenden
Wohnung.
Ein Zusatzangebot
für die Mitglieder der HANSA ist eine eigene Spareinrichtung. Die
Spareinlagen werden fast ausschließlich im eigenen Hausbesitz
angelegt und vor allem für die Finanzierung von Modernisierungen
verwendet.

Baugenossenschaft freier Gewerkschafter e.G
Bereits
1922 gegründet und eine der ersten im Barmbeker Raum aktiven Genossenschaften,
hat die BGFG von Beginn an besonders durch ihre gemeinschaftlich orientierten
Mitglieder gewonnen. Am Anfang gehörte zur Mitgliedschaft auch
die Gewerkschaftszugehörigkeit, es schlossen sich also Menschen
zusammen, denen das Solidaritätsprinzip bereits aus anderen Zusammenhängen
vertraut war.
So entstanden gut funktionierende Nachbarschaften in Wohnanlagen, die
durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Eigenhilfe zustande
kamen.
Auch Vorstands- und Verwaltungstätigkeiten wurden in den ersten
Jahren ausschließlich ehrenamtlich geleistet, das Prinzip der
Selbstverwaltung in den Wohnanlagen groß geschrieben.
Ihren Namen
verdankt die Genossenschaft der Tatsache, dass die Bewegung des damaligen
"Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes" (ADGB), der den
Gründungsanstoß gegeben hat, als "freie Gewerkschaft"
bezeichnet wurde. Ihr Ziel war, Wohnungen zu angemessenen Preisen für
minderbemittelte Familien in gesünderen Lebensbedingungen zu schaffen.
Geplante
Bauvorhaben der BGFG setzten neue Maßstäbe, schon früh
wurden die Wohnanlagen mit Bädern und Naragheizungen ausgestattet,
mit Spielangeboten für Kinder und oft eigenen Wäschereien.
Fortschrittlich waren auch die frühe Teilnahme von Frauen an Gremienarbeit
als gewählte Mitgliedervertreterinnen und die Organisation von
Kinderfreizeiten, für die die Genossenschaft einen größeren
Teil der Kosten übernahm.
Im Krieg
wurde über die Hälfte des Bestandes zerstört. Durch Fusionen
mit kleinen Bauvereinen konnte sich die BGFG gestärkt am großen
Wiederaufbau beteiligen.
Heute ist die BGFG mit rund 7.700 eigenen Wohnungen - davon ca. 900
im Barmbeker Raum - eine der größeren Wohnungsbaugenossenschaften
in Hamburg und bietet ihren Mitgliedern attraktiven Wohnraum zu weiterhin
angemessenen Preisen. Immer war wichtig, Meinungen und Bedürfnisse
der Mitglieder in zukünftige Planungen einzubeziehen, etwa in Form
von aufwendigen Befragungen mit anschließender Analyse.
Die Investition
in Modernisierungsmaßnahmen hat auch bei der BGFG heute hohen
Stellenwert. Dies geschieht u.a. durch Zusammenlegung kleiner Wohnungen,
Energiesparmaßnahmen, Wohnraumanpassung für Bedürfnisse
von Senioren.
Erneuerung durch Ersatz, so heißt das Motto für die nächsten
Jahre. Den betroffenen Mitgliedern steht dabei ein aktives Umzugs- und
Sozialmanagement helfend zur Seite.
Eine Stiftung, benannt nach der Namensgeberin und ersten Stifterin Elisabth
Kleber, nimmt sich weiterer sozialer Belange an wie Förderung von
Jugend- und Altenhilfe, von Völkerverständigung durch Kultur-veranstaltungen
und Hilfe in individuellen Notfällen.
Vorausetzung
zum Bezug einer Wohnung ist die BGFG-Mitgliedschaft. Sie wird durch
die Zahlung von mindestens vier Geschäftsanteilen von je 150,-
Euro und einem Eintrittsgeld in Höhe von 50,- Euro erworben. Die
Höhe der weiteren Anteile richtet sich nach der Wohnungsgröße
(je Quadratmeter Wohnfläche ca. 45 Euro).

Baugenossenschaft FLUWOG - Nordmark
Der Name
FLUWOG entstand als Kürzel aus dem Wort "FLUg-hafen-WOhnungs-bau-Genossen-schaft",
die Gründung 1949 ist auf Mitarbeiter des Flughafens Hamburg zurückzuführen.
Nach der Fusion 1969 mit dem Bauverein Nordmark, dessen Geschichte bis
in das Jahr 1920 zurückreicht, kam es zu dem heutigen Namen.
Etwa zwei
Drittel des Bestandes von 4.300 Wohnungen sind im Norden der Stadt zu
finden, ein Teil in Wandsbek und anderen Bezirken, aber auch in Barmbek
hat sich die Genossenschaft engagiert und ca. 1.000 Wohnungen errichtet.
Seit jüngster Zeit gibt es einen Neubau an der Osterbek- und Sentastraße
und in 1-2 Jahren wird am Wiesendamm ein Projekt entstehen, in dem auch
neue Wohnformen, Wohnen für Behinderte und das Nachbarschaftsprojekt
einer Wohngruppengemein-schaft realisiert werden sollen.
Neue Wohnformen
sind zur Zeit ein Schwerpunkt der geplanten Neubauvorhaben. Ein spannendes
Projekt entsteht bald in Langenhorn in Zusammenarbeit mit zwei Baugemein-schaftsgruppen,
von denen eine sich seit langem mit dem Thema Seniorenwohnen in eigener
Regie befasst hat unter Einbeziehung optimaler Betreuung in Krankheitsfällen.
Die andere Gruppe favorisiert das generationsübergreifende Wohnen
und will Jung und Alt unter einem Dach integrieren. Die Gruppen sind
von Anfang an der Planung beteiligt und werden als Hausgemeinschaften
einziehen, die schon einen längeren Kennlernprozess durchlaufen
haben.
Das Thema
seniorenfreundliches Wohnen leitet sich von dem hohen Anteil der älteren
Mitglieder ab. Ihnen soll ein weiteres Neubauprojekt in Langenhorn zugute
kommen, in dem die Anpassung des Wohnungsbestandes an die Bedürfnisse
älterer Menschen im Vordergrund steht. Das Betreiberkonzept bezieht
auch die Möglichkeit des betreuten Wohnens mit ein.
Natürlich
wird der Altbaubestand ebenfalls nicht vernachlässigt; seit langem
investiert die Fluwog in Modernisierung und Instandhaltung. Soziale
Angebote für Mitglieder sind Standard.
Die Geschäftsstelle soll um 2010 übrigens nach Barmbek verlegt
werden.
Für
Mitgliedschaftsinteressenten: die Nachfrage ist groß, aber es
gibt keinen Aufnahmestopp.
Jedes Mitglied muss mindestens drei Anteile á 155 Euro halten,
später werden die ergänzt auf 50,- Euro pro m² Wohnfläche
(bei Altbauten deutlich darunter).
ed
Wohnungsbaugenossenschaften
mit Bestand in Barmbek/ im Bezirk Nord
Der
Arbeitskreis Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften
fördert die Kooperation untereinander.
Infos
zu freien Wohnungen gibt es unter
0180 - 22 44 66 0
und im Internet:
www.wohnungsbaugenossenschaften.de
Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer Genossenschaft eG
Fuhlsbüttler Str. 672, 22337 HH-Ohlsdorf,
Tel. 638 00 -0
www.schiffszimmerer.de
Altonaer Spar- und Bauverein
Max-Brauer-Allee 69, 22765 HH-Altona,
Tel. 38 90 10 -0
www.altoba.de
Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG
Bergedorfer Straße 122, 21029 HH-Bergedorf
Tel. 72 56 00 -0
www.bergedorf-bille.de
Baugenossenschaft
Dennerstrasse Selbsthilfe eG, Hufnerstraße 28, 22083 HH-Barmbek,
Tel. 20 200 -30
www.bds-hamburg.de
Baugenossenschaft der Buch-drucker eG, Pestalozzistraße
24, 22305 HH-Barmbek,
Tel. 69 70 81 -0
www.buchdrucker.de
Baugenossenschaft Deutsches Heim-Union e.G.
Buchsbaumweg 10a, 22299 HH-Winterhude
Tel. 69 70 81 -0
www.d-h-u.de
Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG
Tannenweg 62, 22415 HH-Langenh.,
Tel. 5 31 09 10
www.fluwog-nordmark.de
Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG, Süderstraße
324, 21129 HH-Hamm,
Tel. 21 11 00 -0
www.bgfg.de
Baugenossenschaft
Kolping eG
Eulenkamp 18, 22049 HH-Dulsberg
Tel. 652 40 52 /53
Eisenbahnbauverein
Harburg eG
Rosentreppe 1a, 21079 HH-Harburg,
Tel. 764 04 -0
www.ebv-harburg.de
|
Gemeinnützige
Baugenossenschaft Hamburg-Nordost eG
Rübenkamp 54, 22307 HH-Barmbek,
Tel. 69 70 94 -0
www.hamburg-nordost.de
Hamburger Lehrer-Baugenossenschaft eG
Lokstedter Steindamm 74a,
22529 HH-Lokstedt, Tel. 56 00 78 -0
www.lehrerbau.de
HANSA
Baugenossenschaft eG
Lämmersieth 49, 22305 HH-Barmbek,
Tel. 6 92 01 -0
www.hansa-baugenossenschaft.de
Hanseatische
Baugenossenschaft eG
Lämmersieth 9, 22305 HH-Barmbek,
Tel. 299 09 -0
www.hanseatische.de
Mietergenossenschaft
Falkenried-Terrassen eG, Falkenried 34G, 20251 HH-Eppendorf,
Tel. 420 54 21
Vereinigte
Hamburger Wohnungsbau-Genossenschaft e.G.
Hohenfelder Allee 2, 22087 HH-Hohenfelde,
Tel. 25 15 12 -0
www.vhw-hamburg.de
WGW
- Wohnungsbaugenossenschaft
Gartenstadt Wandsbek eG
Gartenstadtweg 81, 22049 HH-Wandsbek
Tel. 6 96 95 90
www.wgw-gartenstadt.de
Wohnungsbaugenossenschaft
Kaifu Nordland eG
Sophienallee 33, 20257 HH-Eimsbüttel,
Tel. 43 17 02
www.kaifu.de
Wohnungsgenossenschaft
Langenfelde eG
Försterweg 46, 22525 HH-Stellingen
Tel. 54 00 06 -0
www.langenfelde.com
Wohnungsbau-Genossenschaft
von 1904 eG, Landwehr 34, 22087 HH-Eilbek,
Tel. 42 30 08 -0
www.woge.com
Wohnungsverein
Hamburg von 1902 eG
Angerstraße 3, 22087 HH-Hohenfelde,
Tel. 25 19 27 -0, www.wv1902.de
Weitere
Genossenschaften finden Sie unter: Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen
www.vnw.de
|
Der Blinden-
und Sehbehindertenverein Hamburg e.V.
Der
BSVHH mit seinem Louis-Braille-Haus im Holsteinischen Kamp ist eine
Institution nicht nur für unseren Stadtteil, sondern für den
gesamten Hamburger Raum.
Bis zu 5000 Besucher jährlich zählt der Selbsthilfeverein,
der nicht nur als Anlaufstelle für fachlich kompetente Beratungen
zu allen Formen der Sehbehinderung einschließlich Behördenformalitäten
leistet, sondern seinen Mitgliedern auch langfristig Unterstützung
bietet bis hin zu vielen Freizeitangeboten. Einige BeraterInnen sind
selbst blind und können darum authentisch berichten.
Das Louis-Braille-Center
hat in diesem Jahr nach aufwendigen Umbauarbeiten wieder vollen Betrieb
aufgenommen und seine Angebote erheblich erweitert. Im neu gestalteten
Eingangsbereich am Holsteinischen Kamp werden Interessierte freundlich
empfangen und nach ihren Wünschen gefragt. Gleich hier im Erdgeschoss
befindet sich auch der neue, übersichtliche Ausstellungsraum mit
vielen Hilfsmitteln, die das Leben im Alltag und zu Hause für Blinde
und sehbehinderte Menschen sehr erleichtern können.
Dienstags ist die Ausstellung von 9-17 Uhr geöffnet, eine Beraterin
erklärt und führt vor. Andere Termine sollten zuvor abgesprochen
werden.
Ebenfalls
im Erdgeschoss hat das Restaurant "Living" seinen Betrieb
aufgenommen. Es ist für Besucher und MitarbeiterInnen des Hauses
wie für Stadtteilbewohner geöffnet und bietet einen guten
Mittagstisch und manche Extras zu moderaten Preisen an. Im Sommer sollen
die Tische auch auf der Terrasse im Innenhof gedeckt werden.
In diesem Hof ist außerdem ein interessanter Garten angelegt worden:
Pflanzen und Kräuter zum Tasten und Riechen sollen auch noch Schilder
mit Blindenschrift erhalten und Besucher informieren.
Die Obergeschosse
sind in angenehmen Farben und Formen gestaltet, die klare Gliederung
der Grundrisse ist natürlich auf Blinde Nutzer ausgerichtet. Für
Sehende unauffälige Tastschrifthinweise, wechselnde Bodenbeläge,
formschöne Geländer und Handläufe und die Auswahl von
mehrfach funktionalen Materialien und Farben beweisen ein gut durchdachtes
Design und hohe Sensibilität der Planer.
Alle Planungsgespräche haben natürlich zusammen mit Betroffenen
stattgefunden; das neue Braillehaus biette Modellcharakter für
Architekten, die sich ebenfalls mit Fragen der Barrierefreiheit in Räumen
befassen.
Die
Gruppenräume stehen Mitgliedern für Freizeit- und Arbeitstreffs,
aber auch anderen Gruppen für geringe Nut-zungsgebühren zur
Verfügung. So treffen sich hier regelmäßig Angehörige
und Betroffene der Alzheimer-Gesellschaft Hamburg e.V. zum Austausch
in gemütlichen Runden.
Der BSVHH
bietet in den großen Veranstaltungsräumen auch Informationsabende
an, insbesondere zu der sehr häufig bei Senioren auftretenden Makuladegeneration,
einer Erkrankung des Augenhintergrundes, an der bis zu 25% älterer
Menschen in starker oder schwacher Form leiden.
Im Braille-Haus findet Austausch zwischen Betroffenen statt, auch gemeinsame
Freizeitaktivitäten werden geplant. Hierzu gehören übrigens
auch ein Studio zur Erstellung eigener Radiosendungen und ein Hotel
an der Ostsee, das u.a. für Gruppenreisen genutzt wird.
Neben Informationen
zur Blindenschrift und Demonstrationen von elektronischen Geräten,
die das Lesen bei Restsehvermögen immer noch zulassen, verfügt
das Haus auch über eine Blindenbibliothek mit einer großen
Anzahl von Schriften und Büchern. Die hauseigene Blindenschriftdruckerei
versetzt den Verein in die Lage, aktuelle Nachrichten und Informationen
per Post an Mitglieder zu versenden.
Ausführliches
Informationsmaterial über die reichhaltigen Angebote und Veranstaltungen,
Kurse und Beratungsmöglichkeiten, mobile und soziale Dienste und
Vorteile einer Mitgliedschaft erhalten Sie direkt im
Louis-Braille-Center
Holsteinischer Kamp 26
22081 Hamburg
Telefon 206 404 -0
eMail:
info@bsvh.org
Homepage: www.bsvh.org ed
Neues
von Kellalien
Hi
ihr lieben Erdies!
Neulich hörte ich wie einer sagte:
"Wie soll man denn heutzutage noch auffallen?"
Hm, das
ist ganz leicht.
Fahr Fahrrad mit Licht vorn und hinten und Du wirst sehr auffallen,
das macht nämlich sonst kaum einer.
Wenn Du dann auch noch auf der richtigen Seite fährst, dann bist
Du wirklich positiv auffällig.
Als Fußgänger
fällst Du auf, wenn Du den Fahrradweg überhaupt beachtest.
Das macht ...
Blink, wenn Du einen Mercedes oder einen Bmw fährst, das macht
nämlich sonst kaum einer.
Grüß
auch die anderen Kunden und nicht n u r die Verkäuferin beim Bäcker,
das macht ...
Entscheidet
Euch, bevor die Bedienung an den Tisch kommt, was Ihr zu Essen und zu
Trinken bestellen wollt, wenn die Karte schon lange auf dem Tisch liegt.
Aber wer ist schon so scharf darauf, aufzufallen - oder?
Liebe Grüße
und ein frohes Fest mit einem saftigen guten Rutsch !
Euer Alien
Dütt un
datt op Platt
Erbauliches von Helga
Kelling, zu Gast: H. Claudius
De Technik överholt uns ole Lüüd
Also, ick heff jo dacht, as ick mi vorr son poor Johrn een PC anschafft
hefft, datt ick doormit in wär? Aber datt wär woll nix!!
Nu heff ick een "niejen" (gebrukten) Laptop, aber de hett
all keen Schlitz föör een Discette. Harr mi dormit mol indeckt!
Kann ick nu nich mehr bruken! Twee Johrn jünger as mien olen, un
ick kann mien
Discetten wechsmieten.
Datt is jo slimmer, as mit de Mode! Is out, aber ick treck datt liekers
an.
Allens
ward anners un vorr allens lütter! Ton Bispill de Brillen un de
Etuis!
Wenn de Mannslüüd eer Kiekgläser ut de Tasch holt, denkst
de wüllt sick ´n Zigarr ansteken.
Ick gläuf mien Brägen is ok lütter worrn!
Mien PC mookt jümmers noch Fisematenten un mookt datt, watt ick
gornich will! Gifft Dag, door klappt gornix! Geiht Juch datt ok so ?
Jichtenswann klappt datt un wenn datt man bloot de Kökendöör
is, de ick achter mi tohau un mi ersmol een "schoin" Tass
Koffi kook.

Düür
Wiehnacht?
Wedder
mol is datt so wiet.
Wi hebbt Wiehnachstied!
Watt föör een Manöver!
De Breefkastens löppt över!
Massenwies
kricht wi Bericht;
ohn Präsente geiht datt nich!
Jed een kiekt in d´ Pottjeneè,
op datt langt föör de Schenkeree?
Appels,
Nööt un Mandelkern
Harrn de Kinners fröher geern.
Hüüt sünd eer Wünsch bannig groot -
Un Oma kümmt in grote Not!
Knappt
sick datt aff vun eer lütt Rent.
Jed een kricht noch watt an´n End!
Opa steiht jo trüch jümmers.
Hett so leev sien Enkelkinners!
De
wedder hebbt datt bannig hild!
Ward Tied föör een sülben malted Bild!!

Nahberslüüd
Narms
is datt inn' Sommer so sinnig un nett,
as inne Stadt, wenn de Nahber Musik an hett.
Bi dien Flimmerkasten bruuks gorkeen Ton,
denn hüürst vun annern Balkon!
Ünnen
steiht een Caprio.
De hett ok ´n Radio!
He teuft op sien Bruut.
De klöört noch eer Snuut!
Treckt eer Lipp no
Un jumpt denn in datt Caprio!
Wenn
d´ schoin warm is, kanns di op verloten
hebbt se all de Finsters open!
Ünner di fangt se an to grillen
Un di traant de Pupillen!
Swatten Rook tröckt no dien Balkon.
So hess ok watt dorvon!
Du
geihst no binnen ton Pennen,
doch de Nahber find keen Enn´n!
Datt Steak ward mit Beer begoten
un ok sülben dorvun sopen.
Luuthals bölkt door een Quartett
Un du steihst oprecht in dien Bett!
Mookt
nix, de Sommer is so kott!
Morgen hebbt de Jolers ´n dicken Kopp.
De anner Nahber fangt datt plietscher an!
De holt di glieks ton Fiern mit ran.
No tein Buddel Beer un twee grote Steak
is ok föör di allens to spät!
Trudelst
lallend no Huus,
fallst benusselt to Bett,
resümerst, datt man doch
lewe Nahberslüüd hett!

Kinnerschnack
In´n Kinnergorden heff ick mal mit de Görn över
Berufe schnackt un jim vorrslogen, se schulln eer Öllern mal frogen,
watt de so op eer Arbeitstell mookt.
Datt wär woll nix! De mersten schnackt woll nich geern över
eer Arbeit.
Een Vadder harr meent, he dreegt de Aktenordners hen un her. Door kunn
nu keen een watt mit anfangen! Wär jo ok swoor, de Kinner son Büroposten
to verkloorn.
Kinner hebbt eer egen Menung dorto.
So kreeg ick son Schnack twischen twee Fievjährige mit un datt
güng so:
"Watt mookt dien Vadder?"
"De is Klempner."
"Watt mookt de door denn?"
"Na, weest doch. De klemmt sick denn Finger!"

Schiet
anne Technik
Ick
sitt so door un denk
Watt hett sick doch de Welt verännert!
De nieje Technik - een Geschenk??
Worüm föhl ick mi so belämmert?
De
Kinner speelt an denn PC.
De Hann´n klickt jüst behend.
Wenn ick datt mook - oh, jemine!
Bün ick mit mien Latein an´n End!
Bi
de U-Bahn - Euro in´n Atomot
Kümmt de Toch all anfohrt!
Bitt de Kasten mien Knete wesselt hett
is de Bahn allwedder wech!
Op
son Parkplatz kümms ropp,
wenn de Schrank opgeiht,
aber wedder ruut? Door is denn STOPP!
Weil sick ohn Koart gornix deiht!
De
best Erfinnung is datt Handy.
(Datt heff ick jümmers bi mi)
So kricht mien Kinner mi all Tied tofoten.
Meist geiht datt üm Geld! Kann ick mi op verloten.
Datt finn ick wedder gornich good
Un ick vermoot: segg ick denn jo,
mookt se datt mit Vadder ebenso.
In´n
Fernkieker is datt jo ganz schöön,
watt man kann över fofftig Programme sehn.
Kanns de Senders verglieken.
Aber een to Tied kanns jo man bloot kieken!!

Vun´
Wiehnachtsmann
Hermann Claudius (Enkel von Matthias Claudius)
Mien grote Deern, mien lüttje Deern,
de möögt so geern Geschichten höörn.
Un kümmt de Wiehnachtstiet nu ´ran,
vertell ik jem vun´ Wiehnachtsmann.
Denn kiekt se Beid´ mit Ogen groot,
as in so´n blanken, depen Soot.
Un in ehr Ogen deep dor ünn´
ståht all mien Geschichten binn´.
De Wiehnachtsmann, mien söte Muus,
de hett dor buten ´rut sien Huus,
dor buten, wo de Dannen ståht.
Dor sitt he in sien lüttje Kååt
un kiekt. Un fangt dat an to sneen,
denn fleit he. Un denn - - hest´ nich sehn!
denn kååmt de Kreihn un jümmer mehr
mit Wark un Wark em vör de Döör,
mit Wark un Wark, segg an, segg an,
wat schüllt wi denn, ool Wiehnachtsmann!
Denn sett de Ool sien Piep bisiet
un seggt: Dat warrt nu Wiehnachtstiet!
Denn stickt he an dree lange Lichten
un mååkt en fierlich Gesichten
un schüfft tohööcht sien grote Brill - -
un all de swarten Kreihn sitt´ still.
Mien leve Kreihn, so seggt he denn,
ji mööt nu nå de Stadt mål hen,
´naem achter Wall un Steen vermuurt
de leven Kinner lang al luurt.
Tellt se mi all ! Vergaet mi keen!
Dor sünd so vael mang Muur un Steen.
Un nu man gau, mien leve Kreihn!
Ik mutt de´n groten Sack noch neihn!
Wark! Wark!
Nu waes mål still, mien Deern!
Kannst nich de Kreihn al tell´n höörn?
Unsere Schule - das fruchtbare Wesen
Zu Zeiten, in denen ehrbare Bürger unserer Hansestadt Kindergärten
auf dem Klageweg den Garaus machen dürfen, ist es nur wenig verwunderlich,
dass die Geburtenrate steil nach unten zeigt. Da ist es umso erfreulicher,
dass eine kleine tapfere Schar von weiblichen Lehrkräften an unserer
Adolph-Schönfelder-Schule dem Trend trotzt und sich der hemmungslosen
Kinderproduktion hingibt.
Ein besonders
fruchtbares Terrain ist hierbei die vierte Klasse an der Zweigstelle
Käthnerkamp. So können diese neun- und zehnjährigen Schüler
bereits auf ungezählte schwangerschaftsbedingte Ex-Klassenlehrerinnen
zurückblicken.
Bereits
anlässlich der Einschulung war dem nüchternen Beobachter klar,
dass die junge Klassenlehrerin kaum die vier Grundschuljahre unter Umgehung
der Familienplanung absolvieren würde. Schließlich hatte
sich die Dame aus liebesbedingten Gründen nach Hamburg versetzen
lassen.
Ihre Liaison zu einem knackigen Hamburger Jung führte denn auch
sehr bald zu einem zählbaren Ergebnis. Die Freizeit-Mathematiker
und Hobby-Gynäkologen unter der Elternschaft vermochten mühelos
nachzuvollziehen, dass offenbar aus Anlass der freudigen Einschulung
dieses ganz andere freudige Ereignis eingeleitet wurde. So kam es nach
etwas mehr als einem halben Jahr zu einem ersten tränenreichen
Abschied.
Glücklicherweise
ließ jedoch die neue Lehrerin den Abschiedsschmerz schnell vergessen,
war sie doch jung und voller Elan. Und es dauerte. Es dauerte immerhin
knapp zwei Jahre, bis sich die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage
häuften. In der Elternschaft keimte natürlich ein vager Verdacht.
Und dieser sollte sich bestätigen.
Ein wahres Tränenmeer ergoss sich eines Tages über den Schulhof
an der Brucknerstraße. Jungs wie Mädchen lagen sich Rotz
und Wasser heulend in den Armen. Ein ziemlich blöder Moment für
die sympathische Lehrerin. Sie erzählt freudestrahlend von ihrer
Empfängnis und alles fängt bitterlich zu weinen an.
Auf der
Suche nach der Nachfolgerin von der Nachfolgerin bockte die Schulbehörde
zunächst, schreiben ihr doch die Finanzen vor, die Kinder dumm
und dusselig zu sparen. Aber es gelang, erneut eine weibliche und junge
Kandidatin zu verpflichten, diesmal - sicher ist sicher - nur mit einem
Zeitvertrag bis zu den Sommerferien ausgestattet.
Das reichte nicht. Sie blieb nach aktuellem Kenntnisstand die einzige
Lehrerin, die diese Klasse jemals unschwanger verlassen hat.
Die bedauernswerte
Schuldirektorin hatte also in den Sommerferien erneut das zweifelhafte
Vergnügen, eine Lehrkraft zu engagieren. Ob in Ermangelung von
Alternativen oder schlicht aus Überzeugung: die Wahl fiel wieder
auf eine junge Dame. Instinktiv wurde ihre Vorstellung am Elternabend
nur noch halbherzig registriert, allzu verdächtig erschien ihr
Alter. Und so wurde die Nachricht ihrer Schwangerschaft keine vier Wochen
später auch nur mit einem lakonischen Achselzucken hingenommen.
In Erinnerung bleibt sie eigentlich nur wegen ihres beeindruckenden
Rekordes der schnellsten Schwangerschaft in dieser Klasse, zumal sie
auf ärztliches Anraten auch umgehend aus dem (Schul-) Verkehr gezogen
wurde.
Inzwischen
waren beide Lerngruppen der vierten Klasse zusammengelegt worden, der
Unterricht so durch eine weitere weibliche Lehrkraft gesichert, die
sich in einem gänzlich unverdächtigen Alter befindet. Aber
zwecks Gewährleistung der Teilungsstunden begab sich die vermutlich
inzwischen geringfügig genervte Schulleitung erneut auf Suche.
Und das
Ergebnis? Tja, es muss wohl nicht erwähnt werden, in welchem Alter
sich die Neue befindet. Und dass sie noch kinderlos ist. Dafür
wurden aber schon Eltern gesichtet, wie sie im gut sortierten Wettbüro
ihr Geld in quotenträchtige Tipps investierten. Ach, sagte ich
schon, dass sich das krankheitsbedingte Fehlen der Dame zuletzt verdächtig
häufte
Eingesandt
von einem Vater, dessen Kind die Schule besucht. Name ist der Redaktion
bekannt.
20 Jahre Geschichtswerkstatt
 |
Die
Geschichtswerkstatt Barmbek wollt sich zum Jubiläum nicht
selbst feiern, sondern etwas Dauerhafteres zu diesem Anlass entstehen
lassen.
Herausgekommen ist ein Buch, das allen geschichtsinteressierten,
historisch neugierigen, selbst aus dem alten Barmbek kommenden
Stadtteilbewohnern Freude machen wird: die Reproduktionen einer
Sammlung von Aquarellen des 1983 verstorbenen Lehrers und Hobbykünstlers
Herrmann Funke.
Liebevoll
zusammengestellt sind die Bilder aus der Vergangenheit, ihnen
gegenüber jeweils ein Foto des Standortes von damals oder
heute, damit der Betrachter sich an den Platz versetzen und evtl.
wiedererkennen kann. Die teils farbenfrohen Aquarelle strahlen
eine Liebe zu den Objekten aus, Herrmann Funke, erst beruflich
nach Barmbek gekommen, muss unseren Stadtteil damals sehr gemocht
haben.
|
Im Anschluss
an die Bilderreihe erfahren wir auch Biografisches über den Künstler.
Das Buch ist gebunden und seinem Anlass entsprechend gestaltet.
Eine kleine Rarität, wie Dieter Thiele von der Geschichtswerkstatt
zu Recht sagt.
Die Grußworte von Ralf Giordano, ebenfalls in Barmbek aufgewachsen
und dem Team an der Hufnerstraße verbunden, sprechen für
sich: "Bravo! Ich hätte nicht gedacht, dass der Stadtteil,
der meine eigentliche Heimat war, ist und bleiben wird, einmal eine
solche Erhöhung finden wird. Dafür Dank an alle, die dabei
mitgewirkt haben."
Da kann die BaSta-Redaktion sich nur anschließen!
Buchempfehlungen
für die Weihnachtswunschliste:
Barmbek-Bilder
von Herrman Funke, 116 Seiten
Herausgeber: Geschichtswerkstatt,
Kaufpreis 21,80 E, Versand 4,- Euro
gebunden, Format 29x21,5 cm,
erhältlich in der Geschichtswerkstatt Barmbek,
Wiesendamm 25, 22305 HH,
Tel. 293 107, Fax 295 216
Die
Bertinis
von Ralf Giordano, 784 Seiten
Fischer-Tschenbuch, 12,95 Euro
ISBN 3-596-25961-4
Neger,
Neger, Schornsteinfeger
von Hans J. Massaquoi, 512 Seiten
Knaur-Taschenbuch, 9,95 Euro
ISBN 3-426-61-854-0
In zwölf
Liedern um die Welt:
"Fernwehlieder" - ein Musik-Hörspiel für Kinder
ab fünf
Da hieß
es dann üben, üben, üben
Thomas Harder ist nicht nur Gründer des Saxofon-Trios, das regelmäßig
im Kulturhaus Dehnhaide probt, er ist auch Vater. Auf langen Autofahrten
wurden er und seine Frau Beate von ihren Kindern oft bedrängt,
Kinderlieder-Kassetten einzulegen. Das war zwar vergnüglich für
die Kleinen, aber mit der Zeit reichlich eintönig für die
Eltern.
"Kann man nicht auch Kindermusik kreieren, die auch für Erwachsene
einigermaßen attraktiv klingt?", fragten sich die beiden
und hatten bald die Idee, eine multikulturelle Kinderlieder-CD zu gestalten.
Schließlich tanzte schon ihr Zweijähriger gern zu Son- oder
Reggaemusik - kein Wunder in einem Haushalt, in dem Musik aus fast allen
Teilen der Erde gespielt wird.
Thomas
Harder: "Wir wollten den Kindern über die Lieder die ganze
kulturelle und musikalische Vielfalt dieser Welt näher bringen
und dabei möglichst viel über die Geografie, Sitten und Gebräuche
der jeweiligen Länder erzählen." Doch von der Idee bis
zum fertigen Produkt ist es ein langer Weg - drei Jahre dauerte die
Arbeit, die der Musiktherapeut und die Lehrerin "nebenher"
leisteten.
"Am
meisten Spaß machte es, Musik und Text zu gestalten und aufeinander
abzustimmen", erinnert sich Thomas Harder, der nächtelang
in seinem kleinen Studio an den Stücken feilte. "Uns war es
wichtig, authentische Instrumente einzusetzen, um so ein realistisches
Klangbild des jeweiligen Themenlandes zu schaffen. Dabei sind wir immer
wieder in die Kulturen eingetaucht: Was ist das Besondere am Rap, am
englischen Pop, am Calypso, an der Samba? Schließlich wollten
wir das ,Typische' der jeweiligen Musik zum Ausdruck bringen."
So spaßig
wie auch schwierig waren die Aufnahmen mit den Kindern. Thomas und Beate
wollten nicht, dass - wie bei vielen Produktionen - eine Erwachsenenstimme
"den Ton angibt", sondern holten ausschließlich Kinder
an die Mikrofone. Ein klassisches "Casting" fand bewusst nicht
statt - sie arbeiteten ausschließlich mit Kindern aus dem Freundes-
und Familienkreis.
"So
wollten wir eine möglichst fröhliche und unverkrampfte Atmosphäre
schaffen und ,Klang pur', von dem sich möglichst viele Kinder angesprochen
fühlen", erläutert Thomas, den auf den ersten Blick nichts
aus der Ruhe zu bringen scheint. "Eine tragende Gesangslinie hinzubekommen
war allerdings gar nicht einfach." Um mit den zwölf Liedern
um die Welt zu kommen, hieß es dann: üben, üben, üben.
Auf jeden Fall, so versichern Beate und Thomas, hatten die Kinder einen
Riesenspaß bei der Arbeit und sind jetzt sehr stolz auf ihr Produkt.
Zu Recht.
Claudia Falk
"Fernwehlieder"
- Die CD nicht nur für Kinder
Sie rappen in New York, schlagen die Trommel in Afrika, beobachten Kängurus
in Australien, tanzen Salsa auf Kuba, Samba in Brasilien, Tango in Argentinien
- die Kinder, die mit Käpt´n Knudsen und Smutje Hannes an
den Hamburger Landungsbrücken auf große Fahrt gehen.
Und was man auf so 'ner Weltreise nicht alles kennen lernen und erleben
kann:
Seekrankheit, Seemannsknoten und Bordkarten, exotische Musik und fremde
Instrumente, Köstlichkeiten, die man vorher noch nie probiert hat,
tropisches Klima, seltsame Tiere, Leute, die ganz anders leben als zu
Hause, aber auch Obdachlosigkeit und Hunger.
Liebevoll,
sehr kindgerecht und amüsant - aber nicht ohne kritische Zwischentöne
- hat das Hamburger Ehepaar Beate Behrendt und Thomas Harder dieses
Kinder-Musik-Hörspiel kreiert und in langen Monaten eine hoch motivierte
Kindergruppe zu den Sprechrollen und Liedern geführt.
Die Songs laden zum Mitsingen und -wippen ein, einige sind sogar ohrwurmverdächtig!
12 Lieder,
13 Zwischendialoge, Gesamtdauer 66,47 Min.
Text: Beate Behrendt, Englisch- und Religionslehrerin an einer Gesamtschule
in Hamburg.
Musik und Arrangements: Thomas Harder, Musiktherapeut; er spielt Alt-Saxofon,
Mandoline, Gitarre, Bass.
Erhältlich ist die CD per Bestellung über fernwehlieder@email.de,
www.fernwehlieder.de (11,80 plus 2,50 Euro Versandgebühr) oder
für 13,60 Euro im Laden - Büchergilde Hamburg, Besenbinderhof
60, 20097 Hamburg (gegenüber ZOB)
|